Mit einem kuriosen 5:5 kehrte Jahn Forchheim aus Ansbach zurück. Die Sportvereinigung lag bei der Spielvereinigung mit 1:4 zurück, führte plötzlich kurz vor dem Ende und kassierte doch noch den Ausgleich. Kein Wunder, dass sich Tom Jäckel, der nach drei Partien ohne Torerfolg wieder traf, nicht ganz sicher war, wie sich der Punkt anfühlt. Hoffnung macht er im Abstiegskampf der Fußball-Bayernliga Nord allemal. An diesem Wochenende gibt es aber nichts Zählbares, denn die Partie gegen den TSV Großbardorf wurde auf den 1. Dezember verschoben. Hintergrund ist, dass Aubstadt sein Rhön-Grabfeld-Derby gegen gegen Bardorf an diesem Samstag austragen wollte, denn anschließend findet in der Gemeinde ein großes Fest statt. Die vier betroffenen Vereine hatten sich untereinander geeinigt.

Eigentlich hätte der Jahn das Spielen kurz nach der Halbzeitpause einstellen können. Denn da traf Sven Landshuter zum zweiten Mal und Ansbach schien uneinholbar mit 4:1 in Führung. "Wir hatten in der ersten Halbzeit unsere Möglichkeiten, deswegen waren wir optimistisch, das Spiel noch drehen zu können. Nach dem vierten Treffer sah es natürlich nicht mehr gut aus", erklärt Jäckel, der mit einem Doppelpack und Doppelschlag in der 60. und 61. Minute ausglich. Zuvor hatte Pascal Tischler mit seinem ersten Saisontor verkürzt.

Der Wahnsinn in Ansbach ging aber weiter. Jens Wartenfelser traf per Foulelfmeter zur Gästeführung. "Das war schon verrückt, so etwas habe ich noch nie erlebt", sagt der 30-Jährige. "Wir hatten sogar die Chance zum 4:6. Stattdessen bekommen wir den Ausgleich", berichtet der Neuzugang, der bei sieben Saisontoren steht. "Wir haben uns darüber geärgert, aber wenn man den Spielverlauf realistisch sieht, war es ein Punkt für die Moral." Die dritte Partie der Rückrunde zeigte aber auch die Schwachstelle des Jahn in dieser Saison, der in der Defensive teilweise vogelwild agiert.

51 Gegentreffer hat die SpVgg mittlerweile auf dem Konto - eindeutig zu viel, um aus dem Keller zu kommen. Zwar hat Forchheim die beste Offensive in dieser Tabellenregion, bringt sich mit Fehlern in der Abwehr aber immer wieder in die Bredouille. Für den erfahrenen Stürmer einer der Ansatzpunkte für die Begegnungen mit Bardorf und bei Don Bosco Bamberg am kommenden Freitag sowie für die Restrunde im neuen Jahr. "Ich bin immer noch davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt auf direktem Weg schaffen", sagt Jäckel, dessen Team am Samstag von Neumarkt und Bruck auf den vorletzten Platz verwiesen werden könnte.

Warum es vor dem Ansbach-Spiel so schlecht für den Jahn lief, ist Jäckel ein Rätsel. "Wir waren auf einem guten Weg. Gegen die Würzburger Kickers II sah es nach dem dritten Sieg in Serie aus. Doch dann bekommen wir zwei richtig blöde Gegentore. Das hat uns einen kleinen Knacks gegeben." Immer wieder verweisen die Vereinsverantwortlichen auf den jungen Kader, doch der 30-Jährige macht es sich nicht ganz so einfach: "Wir alle haben den Anspruch, Bayernliga zu spielen, dann müssen wir das zeigen."

Gumbrecht auf dem Weg zurück

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Immerhin meldete sich Vizekapitän Sandro Gumbrecht nach seiner langen Verletzungspause gegen Seligenporten zurück und absolvierte in Ansbach zum zweiten Mal die vollen 90 Minuten . "Er ist schon ein wichtiger Spieler für uns", sagt Jäckel über den anfälligen rechten Verteidiger, der 2019 eine wichtige Rolle spielen könnte. "Er muss jetzt die zwei kommenden Spiele schaffen, dann kann er mit einer guten Vorbereitung topfit in die Restrunde starten." Gumbrecht hatte schon in der Sommervorbereitung immer wieder Adduktorenprobleme und fiel fast die ganze Hinserie aus.