Vor einem Jahr war Brendah Kebeya als 17. des Hauptwettbewerbs des Forchheimer Nikolauslaufs ins Ziel gekommen. In der Frauenwertung über die zehn Kilometer bedeutete die Leistung klar den ersten Platz, die Zweitschnellste folgte mit zwei Minuten Rückstand auf Rang 41. Bei der 43. Auflage des Nikolauslaufs drang Kebeya sogar in die Top Ten vor und verbesserte ihren Streckenrekord auf 35:09 Minuten. Dass sie in einer eigenen Liga kämpft, macht der Abstand auf die Zweitplatzierte Babinja Wirth vom TSV Ebermannstadt deutlich, die sich im Vergleich zu 2018 um zwei Positionen steigerte, aber mehr als viereinhalb Minuten Rückstand auf die Forchheimerin aufwies. Das Treppchen komplettierte Margrit Elfers (SC Kemmern), die einen Satz von 6 (2018) auf 3 machte.

Apropos Treppchen: Das komplette Vorjahrespodest der Männer fehlte heuer bei der Veranstaltung der Leichtathletik-Gemeinschaft Forchheim, die bei wechselhaftem Wetter von Regenschauern bis Sonnenschein und gut 700 Teilnehmern auf der Sportinsel stattfand. Die Chance also für Jürgen Wittmann, der 2018 den undankbaren vierten Platz erlaufen hatte? Der bald 42-Jährige vom TV 48 Coburg übernahm nach dem Start im Stadion auf der Route um das Regnitzaltwasser rasch die Führung, hatte aber ein halb so altes Trio der M20 im Nacken.

Darunter der 21-jährige Niklas Buchholz aus Hemhofen, der für den LSC Höchstadt startet und noch einen Jugendrekord auf der Forchheimer Strecke hält. Der Hindernisspezialist, der auch in den deutschen Bestenlisten ganz weit vorne zu finden ist, gehört der Trainingsgruppe von Trainer Markus Mönius an, der den deutschen Meister und EM-Teilnehmer Martin Grau ausgebildet hatte.

Ebenfalls mit Ambitionen auf den Gesamtsieg waren Lucas Herbeck vom TSV Penzberg (Oberbayern) und Friedrich Biniok (MTG Mannheim) angereist.

Die drei Jungspunde und M40-Athlet Wittmann bildeten nach der ersten Runde eine Spitzengruppe, die sich vom Feld absetzte und das Tempo konstant hoch hielt. Erst mit einem harten, lang gezogenen Spurt auf dem letzten Kilometer sicherte sich Buchholz in 33:16 Minuten knapp vor Herbeck und Biniok den Sieg. Wittmann hatte abreißen lassen und musste sich erneut mit der Holzmedaille zufriedengeben. Rang 4 war angesichts seines Vorsprungs auf Vereinskollege Alexander Finsel aber nicht in Gefahr.

Ralf Gärtner vom SSV kam gerade noch unter die besten Zehn und war schnellster Forchheimer. Mit Michael Dorn, Steffen Lotter, Michael Stirnweiß und Janusz Pluta gewann das Quintett zudem die Mannschaftswertung. Bei den (drei statt fünf) Frauen ging der Sieg in dieser Kategorie an die Böge-Runners Kebeya, Wirth und Debora Bögelein. Kebeya ging das Rennen auf ihrer Hausstrecke nicht so verhalten an wie im Vorjahr und fand eine von der Geschwindigkeit her passende Männergruppe.

Im Vorprogramm waren die jüngeren und jüngsten Sportler unterwegs: Mehr als 200 Kinder und Jugendliche nahmen an sechs verschiedenen Läufen teil. Für den Bambinilauf standen fast 80 Kinder unter sieben Jahren am Start, zum Teil geführt von den Eltern, bevor sie ihren Schokonikolaus und die Medaille in Empfang nahmen. Während der Nachwuchs heuer etwas schwächer vertreten war, verzeichneten Hobby- (95) und besonders der Hauptlauf (402) steigenden Zuspruch.

Die Jugend startete gleichzeitig mit dem Hobbylauf über 5,3 Kilometer. Hinter Gesamtsieger Peter Kösters vom TV 48 Erlangen lieferten sich die U20-Läufer Johannes Bader (TV Fürth) und Clemens Gundermann (LG Forchheim) ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem glücklicheren Ausgang für den Fürther. Auch Clemens' Schwester Cosima wurde hinter Annika Belz (LG Erlangen) Zweite.

Schnellstes von nur zwei Mädchen war die für den SSV startende Elena Pluta. LG-Heimsiege gab es bei den 8/9-Jährigen über 1250 Meter durch Michael Bongartz und Marlena Konheiser. Bei den 13-Jährigen verbesserte Teresa Andersch von der LG Bamberg den Streckenrekord auf 4:13 Minuten. Die Forchheimerin Emma Schlund hatte bei den 14/15-Jährigen (2920 m) die Nase vorn. rüh/rup