Nicht nur die Zweitliga-Fußballer des 1. FC Nürnberg sind heuer von Torwartsorgen geplagt. Zwischenzeitlich fielen vier Keeper verletzt aus, so dass die Nummer 5, der aus Effeltrich kommende Benedikt Willert, mit 18 Jahren sein Profidebüt feierte. Auch ein Handballteam aus der Nähe von Willerts Heimat hat es erwischt. Die Frauen des HC Forchheim verloren beim Spiel in Sulzbach-Rosenberg am 5. Januar innerhalb weniger Minuten beide Torhüterinnen, dank Wintertransfer stand nur sechs Tage später dennoch eine Akteurin zwischen den Pfosten, die diese Position gelernt hat.

Denn als hätten Katharina Heid, die beim Aufwärmen auf einen Ball trat, und Pia Siebenhaar, die sich während der Begegnung das Knie verdrehte, ihr Ausscheiden angekündigt, hatte Forchheim wenige Wochen vorher Kontakt zu Cecilia Stierstorfer aufgenommen und die 21-Jährige nach dem doppelten Pech umgehend verpflichtet. "Ich kenne Carmen Essl über eine gemeinsame Freundin. Da vier weitere Spielerinnen aus Erlangen kommen, ist die Fahrerei relativ unproblematisch", sagt Stierstorfer. Als eine von vier Keeperinnen saß sie in der Hinrunde beim Bayernligisten MTV Stadeln nur auf der Bank, lief daher für die Zweite in der Bezirksliga auf und versprach sich beim Landesliga-Neuling eine neue Herausforderung und mehr Einsätze. Die bekam sie schneller und reichlicher als gedacht. Und bleibt vorerst wohl die unumstrittene Nummer 1.

Die gleichzeitige Verletzung von Heid und Siebenhaar (beide 29 Jahre) führte zur Passunterschrift von Stierstorfer, die zuvor lediglich im Probetraining war. Trotz des schnellen Lückenschlusses feierte die 54-jährige Betreuerin Sybille Wolf ihr Comeback - wenn auch nur für wenige Minuten, als die Partie beim TSV Wendelstein längst zugunsten der Gastgeberinnen entschieden war.

Heid, die sich das Außenband des Sprunggelenks riss und das Innenband anriss, befindet sich noch in der Reha und will demnächst ins Mannschaftstraining zurückkehren. Siebenhaar kam mit einem angerissenen Kreuzband davon und um eine Operation herum. "In dieser Saison ist mit ihr aber nicht mehr zu rechnen", sagt Trainer Thomas Ihrke realistisch. Für Wolf können also weitere Minuten Landesliga-Handball dazukommen, falls Winterzugang Stierstorfer einmal ausfällt.

Mehr Sorgen als um die Torhüterinnen macht sich Ihrke vor der Begegnung am Sonntag um 14.30 Uhr in Michelau gegen die HG Kunstadt-Weidhausen über die Auswärtsschwäche. Bisher holte der Aufsteiger in fremder Halle nur einen Punkt. "Der Gegner hat zuletzt drei Mal hoch verloren, von daher bin ich guter Dinge, dass unser Auswärtsknoten platzt", sagt Ihrke. Der 41-Jährige ist zur Zeit vor allem damit beschäftigt, seinen Mädels die Angst zu nehmen. Im Hinspiel behielten die Flippers mit 23:20 die Oberhand.

Der SV Buckenhofen zieht nach

Auch der Stadtrivale hat seit Kurzem eine neue Torhüterin. Noch führte die Verpflichtung von Maria Matzat glücklicherweise aber nicht zur Verletzung von Stammkeeperin Carina Krieg. Diese musste bisher immer durchspielen und soll von der 28-Jährigen entlastet werden. Auch beim Bezirksligisten wäre eine frühere und damit deutlich ältere Spielerin eingesprungen, wozu es in den sieben Saisonpartien vor Matzats Ankunft aber noch nicht kam.

"Ich bin wegen einer Freundin und der Arbeit nach Forchheim gezogen. Zum SVB bin ich gegangen, weil die Internetseite sympathischer rüberkam als die des HC", scherzt die gebürtige Sächsin. "Die Buckis haben ja explizit eine Torfrau gesucht", ergänzt die 28-Jährige. Wie zum Rückrundenauftakt beim ungeschlagenen Tabellenführer in Hersbruck wird sie sich die Aufgabe zwischen den Pfosten am Sonntag ab 17 Uhr in der Ehrenbürg-Halle gegen die HSG Erlangen/Niederlindach also mit Krieg teilen.