Der Sekt war kaltgestellt, die Tribünen der Eggerbachhalle für einen Volleyballspieltag verhältnismäßig prall gefüllt: Es war angerichtet für die Meisterfeier der ersten Damenmannschaft der DJK Eggolsheim in der Bezirksklasse Oberfranken-West. Um Platz 1 und den Aufstieg vorzeitig unter Dach und Fach zu bringen, waren "nur" noch sechs Punkte nötig, nachdem das Team in zwölf Partien bereits 36 von 36 möglichen Zählern eingefahren hatte.

Gegen die viertplatzierte TS Lichtenfels und das Schlusslicht VfB Einberg waren die Gastgeberinnen natürlich favorisiert, hatten die Hinspiele jeweils mit 3:1 Sätzen gewonnen, doch eine Weisheit aus den Rückschlagsportarten lautet: Jeder Ball muss gespielt werden. "Ein bisschen Druck war schon da", sagt Trainer Benedikt Reichold. Die Gefahr lauerte ausschließlich im mentalen Bereich: "Wenn wir mal ein paar Punkte in Folge abgeben, beginnt eine Negativspirale mit Selbstzweifeln", erklärt der seit gestern 33-Jährige, wie die erst fünf verlorenen Sätze zustandekamen. In den Partien Nummer 13 und 14 ließ Eggolsheim aber nichts anbrennen.

Bezirksklasse Oberfranken-West, Frauen: DJK Eggolsheim - TS Lichtenfels 3:0 (25:11, 25:13, 25:19)

Reichold trichterte seinen Mädels ein, den Fokus nicht zu verlieren. Zunächst wechselte die Führung regelmäßig. Umso länger das Spiel dauerte, desto besser bekam es die Heim-Sechs unter Kontrolle. Dank mehrerer Aufschlagserien und Annahmeproblemen der Lichtenfelser gewann die DJK den ersten Satz ungefährdet. Der zweite Durchgang verlief ähnlich, wobei die Gäste viele Angriffe retournierten. Nach einer Auszeit zeigte Eggolsheim mehr Geduld und Variation - das fruchtete. Im dritten Satz schwächelte die zuvor starke Annahme. Mit gezielten Auswechslungen verhinderte Reichold eine Verlängerung der Begegnung.

DJK Eggolsheim - VfB Einberg 3:0 (25:12, 25:9, 25:5)

Im Hinspiel hatte sich die DJK gleich den ersten Satz abknüpfen lassen, diesmal ließen die Gastgeberinnen ihrem Gegner von Beginn an keine Chance. Einige Personalveränderungen im Laufe der Partie taten dem Spielfluss keinen Abbruch. Anscheinend hatten die Eggolsheimerinnen richtig Lust auf Feiern, denn die Sätze 2 und 3 entschieden sie im Schnelldurchlauf. Im dritten Durchgang stellte die DJK ihren Saisonrekord bezüglich zugelassener Punkte ein. DJK Eggolsheim: Lenzen, Zametzer, Winkelhaus, Roppelt, Schmidt, Hutzler, Geck, Kapp, Weiß, Kark

Laola in der Eggerbachhalle

Mit den etwa 150 Zuschauern - üblich sind zwischen zehn und 20 - startete das Team eine Laola. Zur anschließenden Feier hatten es die inzwischen als M&M verkleideten Meisterinnen nicht weit, denn der Eggolsheimer Faschingsball fand ebenfalls in der Halle statt. "Wenn man sich die Statistik nach 14 von 16 Spielen ansieht, ist der Platz an der Sonne mehr als verdient", urteilte der Trainer, der die Saison am 22. Februar gerne makellos beenden würde. Dann sind - erneut zu Hause - der SC Memmelsdorf IV (4.) und der SV Steinwiesen (5.) zu Gast.

Grundlagen für den Erfolg waren laut Reichold die starken Aufschläge und die Devise "drei Mal spielen", sprich, jeden Angriff volleyballerisch sauber zu beenden. Zwar ist der ehemalige Ebermannstadter froh, wenn die - inklusive Vorbereitung - lange Saison rum ist, dennoch sucht er für die Bezirksliga bereits nach Verstärkungen für den bisherigen Zwölfer-Kader: "Eine Spielerin wurde während der Saison schwanger. Eine verabschiedet sich demnächst für ein Jahr nach Australien."