Überschattet vom Rückzug des BSC Erlangen haben in der Kreisliga 1 trotz Winterpause einige Vereine die Plätze getauscht. Aufgrund von Spielermangels musste der Erlanger Traditionsverein die Reißleine ziehen. Zur Folge hatte das für die anderen Kreisligisten, dass ihnen die gewonnenen Punkte gegen den BSC Erlangen wieder abgezogen wurden. Froh können jetzt die Mannschaften sein, die gegen den BSC Erlangen sowieso keine Punkte erspielten, denn ihr Punktekonto bleibt folglich gleich.

Hiervon gab es zwar nur zwei Teams, doch der größte Nutznießer ist unbestritten die DJK Eggolsheim. Im dicht gedrängten Mittelfeld der Tabelle konnten die Mannen von Trainer Michael Rödl in der spielfreien Zeit vier Plätze gutmachen und die Differenz zu den abstiegsbedrohten Mannschaften um drei Punkte erhöhen. "Man kann es schon so sagen, dass wir am meisten vom Rückzug des BSC profitieren", bestätigt Eggolsheims Abteilungsleiter Matthias Gößwein, der sich immer noch nicht erklären kann, wie man damals überhaupt mit 3:6 gegen die Erlanger verlieren konnte. Dass dieser Fauxpas im Nachhinein nun annulliert wurde, kommt dem Aufsteiger wahrlich entgegen, denn dem Ziel ist man damit einen Schritt näher gekommen. "Wir wollen auf lange Sicht in der Kreisliga bleiben, denn diese Liga entspricht der Größe unseres Vereins", so Gößwein.

Reck ist Spielertrainer in Poxdorf

Mit dem SV Poxdorf spielte eine weitere Mannschaft aus dem Tabellenmittelfeld nur Unentschieden gegen den BSC Erlangen und verliert somit nur einen Zähler, während bei der Konkurrenz meist drei Punkte abgezogen wurden. Zudem konnte der SV in der Winterpause einen Trainerwechsel vollziehen und den 30-jährigen Christoph Reck als Spielertrainer gewinnen. Der Stürmer war erst vor der Saison von Poxdorf zum 1. FC Burk gewechselt. Nach ausgiebigen Verhandlungen konnte auch sein Spielerpass wieder losgeeist werden, sodass der Angreifer sofort für den SVP auf Torejagd gehen kann.

Apropos 1. FC Burk: gar schon zweimal haben die Schützlinge von Trainer Markus Ammon gegen den BSC Erlangen gespielt und verlieren somit glatte sechs Punkte, genauso wie die U23 der SpVgg Jahn Forchheim. Allerdings sollte dies nicht von allzu großer Bedeutung sein, denn im vorderen Bereich der Tabelle gab sich eh keine der Mannschaften die Blöße und ließ gegen das Kellerkind aus Erlangen Punkte liegen. Genauso wie für die weiteren Verfolger vom TSV Röttenbach oder aus Tennenlohe wird es für die Burker sowieso schwer, noch einmal ins Aufstiegsrennen einzugreifen.

Contala hört bei "Pumas" auf

An der Tabellenspitze findet eher ein Zweikampf statt. Wintermeister durfte sich zwar der SC Adelsdorf nennen, doch Grund hierfür war, dass die "Pumas" aus Herzogenaurach zwei Spiele weniger absolvierten. Mit einer unglaublichen Serie von 13 Siegen aus 14 Spielen überzeugte der ehemalige Bayernligist, nur der überraschend starke Aufsteiger aus Adelsdorf konnte bei diesem Tempo mithalten. Allerdings blieb das Sportgelände des 1. FC seit der Bayernliga-Zeit beinahe unverändert und Trainer Alexander Contala hätte für zukünftige Aufgaben gerne bessere Trainingsbedingungen für seine Mannschaft vorgefunden, sowie einige Verstärkungen für den Fall eines Aufstiegs gesehen. Viele Forderungen in und um den Verein, die ihm der FCH in kurzer Zeit nicht in Aussicht stellen konnte, waren für den Trainer ein Grund, sich mit den Verantwortlichen darauf zu verständigen, sein Engagement am Saisonende zu beenden.

Anders schaut es da in Adelsdorf aus. Dort hat man den Vertrag von Trainer Wilhelm Satzinger und Co-Trainer Dieter Feulner schon vorzeitig verlängert. Für den Kampf um die Tabellenspitze wurden zudem neue Spieler verpflichtet.

Ebenfalls eine hervorragende Saison spielt der TSV Kirchehrenbach, der überraschend auf Platz 3 steht, doch auch hier ist der Verein momentan auf Trainersuche, denn Übungsleiter Christoph Schneider und sein Co Christoph Nagengast werden aus zeitlichen Gründen als Trainer zum Saisonende aufhören.

Nur Endspiele für den SVL

Ganz andere Probleme haben die Vereine aus dem hinteren Tabellenfeld. Während Niederndorf, Zeckern und Uehlfeld aufgrund ihrer individuellen Klasse und einiger Nachholspiele noch ans Mittelfeld aufschließen können, steht der FSV Großenseebach auf dem Relegationsplatz.

Darunter findet man den SV Langensendelbach mit acht Punkten Rückstand. "Letztendlich hat sich an unserer Situation nichts geändert", kommentiert Abteilungsleiter Jürgen Schmitt den Rückzug des BSC, denn an der Differenz zum rettenden Ufer habe sich nichts getan. Schmitt, der in der Jugend selbst zwei Jahre für die Büchenbacher spielte, bedauert den Fall des BSC: "Es tut mir Leid für einen Bomben-Sportsmann wie Gerhard Nöth, dass es mit seinem Verein so bergab geht." Dass es auch für seinen Verein, den SV Langensendelbach, in die Kreisklasse gehen könnte, weiß Schmitt natürlich ebenfalls, doch das war den "Sendelbochern" wegen diverser Abgänge schon vor der Saison klar. Dazu kam noch das Verletzungspech, sodass man teilweise nicht einmal drei Auswechselspieler aufbieten konnte. Spielertrainer David Wägner wird den SVL aber auch in der neuen Saison betreuen, unabhängig vom Ausgang dieser Spielzeit. "In den entscheidenden Situationen ist unsere Truppe einfach noch zu jung, und wir haben keinen Spieler drin, der mal ein Zeichen setzt", so der Abteilungsleiter. Die ausstehenden Spiele bezeichnet er als Endspiele, von denen man fast alle gewinnen müsse, um die Liga zu halten.

Genauso sieht es in Neuses aus, die ihre einzigen Punkte gegen Langensendelbach holten. "Wäre ich bei diesem Spiel nur Zuschauer und kein Verantwortlicher gewesen, dann wäre ich schon in der Halbzeit gegangen. Das war grottenschlecht", kommentiert Schmitt diese Partie, bescheinigt seiner Mannschaft in den anderen Spielen jedoch teilweise richtig gute Leistungen. Mit diesen drei Punkten gegen Langensendelbach glaubt auch Neuses noch an den Klassenerhalt und hat zu diesem Zweck einen Trainerwechsel in der Winterpause vollzogen. Für Spielertrainer Semso Rekic verpflichteten die Verantwortlichen Roland Strohmer vom FC Röbersdorf. Mit mehreren neuen Spielern wollen die Neuseser das Unmögliche wahr machen. Wenigstens ist der Rückstand auf den Relegationsplatz - dank des Rückzugs des BSC Erlangen, gegen den Neuses mit 8:1 verlor - von zwölf auf neun Punkte geschrumpft. Allerdings bleibt das Projekt Klassenerhalt für Langensendelbach und Neuses wohl dennoch eine Herkulesaufgabe.