Die 36. Auflage der Rallye Fränkische Schweiz ging trotz des schlechten Wetters planmäßig über die Bühne. 104 Rallye-Teams wagten sich auf die anspruchsvollen Prüfungen rund um Hollfeld. Alle Wertungsprüfungen (WP) wurden im Rahmen der Pilotveranstaltung Rallye 70 zwei Mal befahren. Um 11:01 Uhr startete das erste Fahrzeug am Sportplatzgelände in Hollfeld.


Teilnehmer verirrt sich im Wald

Von da ging es auf die WP "Brunn XL", wo sich ein Teilnehmer in die Brunner Wälder verirrte. Um die Sicherheit der Fahrer zu verbessern, waren erstmals auf Rallye-Unfälle spezialisierte Medical-Intervention-Cars im Einsatz. Die Bestzeit fuhr Bernd Michel aus Schwarzenbach mit Copilot Bernd Hartbauer (Helmbrechts) im Mitsubishi Lancer EVO mit einem Vorsprung von zehn Sekunden auf Markenkollege Rainer Noller mit Co Stefan Kopczyk.
Vorjahressieger Michael Rausch mit Copilotin Meike Maulitz im Opel Ascona landete auf Rang 3. Nach zehn Kilometern war das Feld dicht beieinander. Auch die Familie Honke aus Himmelkron blieb in Schlagdistanz. Der gesundheitlich angeschlagene Dominik Honke holte die viertbeste Zeit, fünf Zehntel vor Vater Reinhard auf Platz 5.

In Neudorf bei Weismain startete die zweite WP über 7,4 Kilometer, die in diesem Jahr als Sprint gefahren wurde. Aufgrund des Wetters zeichnete sich ab, dass der Gesamtsieg an ein allradgetriebenes Auto gehen würde. Die spektakuläre Ortsdurchfahrt von Neudorf und die anspruchsvolle Strecke bis Seubersdorf verlangten den Teilnehmern alles ab. Wieder setzte Michel mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 111,7 Stundenkilometern vor Noller die Bestzeit.

Auf den dritten Platz schob sich Reinhard Honke mit Copilotin Tina Annemüller und sorgte für ein reines Mitsubishi-Podest. Erst auf dem fünften Rang landete das erste zweiradgetriebene Fahrzeug mit Fritz Köhler und Copilotin Petra Hägele.

Die WP "Schirradorf" war mit Schotter und Asphalt, engen Kurven und sehr schnellen Streckenabschnitten anspruchsvoll. Gestartet wurde in Krögelstein, von dort ging es auf Plattenwegen nach Schirradorf bis kurz vor die A 70. Mit einem unglaublichen Schnitt auf feuchter Straße setzten die Bernds die nächste Bestzeit und verwiesen Noller/Kopzcyk wieder auf den zweiten Platz. Für eine Überraschung sorgten Köhler/Hägele. Sie sicherten sich mit vier Zehnteln Rückstand die drittbeste Zeit. Bis zum zehnten Platz lagen die Teilnehmer nur 14 Sekunden auseinander.

Der Regen der Vortage hatte den Steinbruch in Pilgerndorf in eine riesige Schlammgrube verwandelt. So blieb den Teilnehmern zumindest eine Sichtbehinderung durch Staub erspart. Durch den "finnischen" Stadtwald ging es in den Steinbruch und über Pilgerndorf zurück Richtung Hollfeld. Die vierte und letzte Bestzeit vor der Pause sicherten sich wieder Michel/Hartbauer. Vor den bisherigen Dauerzweiten um Noller landete Reinhard Honke.

Der Nürnberger Stefan Stich - ebenfalls im Mitsubishi Lancer EVO - mit Copilotin Nina Blumreich (Himmelkron) arbeitete sich Stück für Stück nach vorne und landete mit knapp vier Sekunden Rückstand auf dem vierten Platz. Nach der ersten "Halbzeit" hatten die Fahrer 20 Minuten Zeit, Reifen zu wechseln und sich über die erste Schleife auszutauschen. Im Rennen waren zu diesem Zeitpunkt noch 86 Teilnehmer.


Noller überflügelt Michel

Auf der zweiten Schleife "Brunn XXL" gelang es Noller, dem dominierenden Michel eine Bestzeit abzunehmen. Rausch sicherte sich trotz technischer Probleme Rang 3, knapp vor Honke. Vor der letzten Prüfung "Stadtwald 2" lag Michel mit 29,7 Sekunden vor Noller. Jetzt konnte ihm eigentlich nur noch die Technik einen Strich durch die Rechnung machen.

In einer erneuten Schlammschlacht in der WP "Stadtwald" wurde der Sieger ermittelt. Die Führenden schafften nur die siebtbeste Zeit. Der Rückstand von 6,5 Sekunden auf Noller war aber klein genug, um den Gesamtsieg nach 70 anspruchsvollen und materialraubenden Kilometern nach Schwarzenbach zu holen. Die letzte Bestzeit schnappten sich Stich/Blumreich knapp vor Noller. Aufs Podest durften mit Michel, Noller und Honke ausschließlich Mitsubishi-Fahrer. Auf den undankbaren Plätzen folgten Stich und John Macht, die ebenfalls mit einem Mitsubishi Lancer unterwegs waren.

Von den 104 Teilnehmern kamen 80 ins Ziel. Vor allem technische Defekte minimierten das Starterfeld. Für den neu eingeführten Titel des Schotterkönigs, den Helmut Hodel aus Hof tragen darf, wurden das Ergebnis des Cross-Slaloms im Juni und die beiden Zeiten der WP "Stadtwald" addiert.

"Wir sind hoch zufrieden", sagte Rallye-Leiter Uwe Jentsch über die gelungene Premiere. Alle Ergebnisse des Rennens finden Sie auf www.msc-fr.de. red