Die Gerüchte machten schon länger die Runde, dass Holger Feinermann bei der SG Wolfsberg/Geschwand vor dem Aus stehen würde. Kurz vor dem Gemeindederby in der Kreisklasse 3 gegen den TSC Bärnfels am Sonntag um 15 Uhr ist die Trennung vom Trainer nun vollzogen worden - in beiderseitigem Einvernehmen. Vorläufig übernimmt Stephan Dresel das Training bei der SG.

Wolfsberg/Geschwand (8.) -TSC Bärnfels (10.)
Das Kapitel Feinermann ist bei der SG Wolfsberg/Geschwand beendet, der Trainer sah offenbar keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit mehr. "Es kamen mehrere Sachen zusammen. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, ob ich die Kraft dazu noch investieren will, um dagegen anzukämpfen oder diese anderweitig nutze. Was ich allerdings betonen möchte ist, dass zu sehr großen Teilen alles gepasst hat. Aber im Gespräch mit den Verantwortlichen ist nicht verborgen geblieben, dass eben nicht alles hundertprozentig passt", erklärte Feinermann seinen Schritt zu Trennung: "Wenn drei, vier Spieler unzufrieden sind, bleibt das natürlich nicht geheim. Auch ein paar Zuschauer haben immer wieder gegen mich gearbeitet." Jüngst habe sogar der 7:3-Sieg gegen den FC Stöckach für Unmut gesorgt. Bis zehn Minuten vor Schluss hat die SG 7:0 geführt, sich dann aber noch drei Gegentore gefangen. Das Resultat: Spieler, Trainer und Fans redeten lautstark aufeinander ein, der Unmut war greifbar.

Für intensive Beobachter der Kreisklasse 3 war die SG einer der Geheimfavoriten in der aktuellen Saison. Vor allem aufgrund des breit aufgestellten Kaders und der Rückkehrer Jürgen Probst und Torjäger Thomas Grüner (bereits neun Tore) wurden die SGler stark eingeschätzt. 12 Punkte aus acht Spielen hat die SG nur geholt, zuletzt aber zwei Mal gewonnen. Vorerst wird der aktuelle Trainer der Reserve, Stephan Dresel, das Team im Derby gegen Bärnfels betreuen. Was danach kommt, wird sich zeigen.

Die jüngsten Entwicklungen um Feinermann und die SG Wolfsberg/Geschwand haben die große Familienzusammenführung bei diesem Duell etwas in den Hintergrund rücken lassen. Es treffen ja gleich drei Brüder aufeinander. Neben Jürgen Probst, der für die SG die Stiefel schnürt, auch dessen um zwei Jahre älteren Zwillingsbrüder Bernd und Horst. Während Letzterer als Spielertrainer der Bären anreist, steht Bernd hinter Jürgen im Kasten des "Gschwonda Wolfsrudels" und will diesen gegen sein stürmendes Spiegelbild sauber halten.
Erst vor drei Wochen feierte das "doppelte Probstchen" den 37. Geburtstag. Bei den Familienfeiern herrscht immer Hochbetrieb, nominell hätte der sportbegeisterte Clan bei elf Geschwistern eigentlich einen eigenen "FC Probst" gründen können. Allerdings nur mit Sondergenehmigung, zu den sechs Brüdern gesellen sich ja noch fünf Schwestern.

Horst wechselte direkt von Wolfsberg, wo er zwei Jahre coachte, nach Bärnfels: "Zunächst noch als Assistent unter Engelbert Unterbuchberger bin ich inzwischen froh darüber, dass mir der TSC das Vertrauen nach dessen Wegzug übertrug. Das Thema Wolfsberg ist abgehakt, für mich ist es ein Spiel wie jedes andere." Ob der "Ober-Bär" da nicht einen Bären aufbinden will, muss sich zeigen. Jedenfalls entwischten ihm auf die Frage, ob die Zwillingsbrüder schon mal gegeneinander antreten mussten, entlarvende Halbsätze: "Bernd stand im Moggaster Kasten, ich war in Gößweinstein. Es endete 2:2, den Ausgleich besorgte ich kurz vor dem Abpfiff." Für den gebürtigen Hardter ist die SG ein "Spitzenkandidat um den Aufstieg". Nach deren Stärke befragt, kommt das Familienband wieder zum Vorschein: "Thomas Grüner und Bernd Probst."

Die SG will weiter an Boden gewinnen, der TSC steht als Aufsteiger mit sieben Punkten im Soll. Weil nur der verletzte Dominik Berner fehlt, ist Probst zuversichtlich und bemüht abschließend das Phrasenschwein: "Es ist ein echtes Derby, eines, in dem alles möglich ist." hü/red