So etwas hatte Simon Erhardt noch nicht erlebt. Aus Ärger über den Schiedsrichter und die eigene Mannschaft trat sein Trainer Joan Pal nach dem Spiel gegen Heßdorf kurzentschlossen beim Fußball-Bezirksligisten ATSV Erlangen zurück. Im Interview erklärt der 23-Jährige, wie er die kuriose Situation erlebte, was das Ziel für die noch ausstehenden Spiele ist und was er vom neuen Trainer Helmut Wolff hält.

Wer hat Sie angespielt?
Simon Erhardt: Fabian Dollhäupl vom Baiersdorfer SV. Mit ihm habe ich zwei, drei Jahre lang in der Brucker Jugend gekickt. Das war eine erfolgreiche Zeit, in der wir auch den einen oder anderen Aufstieg feiern durften. Als Mensch ist Fabian ein überragender Kerl, der sozial engagiert ist und sich unter anderem für benachteiligte Menschen einsetzt. Auf dem Fußballfeld kenne ich ihn als harten Kämpfer, der nie aufgibt.

Am Wochenende treffen Sie mit dem ATSV auf den Tabellennachbarn SG Nürnberg Fürth. Was erwarten Sie von dem Spiel?
Ich hoffe, dass wir wieder zurück in die Erfolgsspur finden und mit einem Dreier den Abstand zur Abstiegszone vergrößern. Ich war leider beim Hinspiel nicht dabei, da ich damals in der Reserve ausgeholfen habe. Wenn wir zielstrebig und konsequent nach vorne spielen und unsere Chancen nutzen, können wir auch gewinnen. Unsere Abwehr steht momentan eigentlich recht gut, das stimmt mich zuversichtlich.

Der Blick richtet sich in der Tabelle also eher nach unten?
Ja, nach oben geht für uns leider nicht mehr viel. Daher müssen wir darauf achten, dass wir uns absichern und uns im Mittelfeld festsetzen. Hauptsächlich wollen wir aber Spaß haben und noch den einen oder anderen Gegner ärgern.

Ihre Mannschaft musste zuletzt einen kuriosen Trainerwechsel verkraften. Wie kam es dazu?
Das war ein chaotisches Spiel mit vier Platzverweisen gegen uns. Herr Pal hat sich nicht nur über die Schiedsrichterleistung, sondern auch über uns geärgert. Aus dem Affekt heraus hat er sich für einen Rücktritt ausgesprochen. Das war unheimlich schade. Er war ein sehr guter Trainer, von dem wir viel lernen konnten. Wir haben natürlich probiert, ihn zu überreden. Aber er stand zu seinem Wort und wollte einen Schlussstrich ziehen. Womöglich wäre er geblieben, wenn er noch ein, zwei Nächte darüber geschlafen hätte. Man kann ihm aber keinesfalls böse sein.

Mit Helmut Wolff wurde bereits ein alter Bekannter für die kommende Saison als Trainer verpflichtet.
Ich durfte schon mehrere Jahre unter Helmut spielen und finde es gut, dass er unsere Mannschaft übernimmt. Er ist ein Trainer, dem viel daran liegt, jeden einzelnen Spieler seines Teams stets weiterzuentwickeln. Daher wird er sicher sehr gut zu uns passen. Mit ihm möchten wir in der nächsten Spielzeit oben angreifen und möglichst lange um den Aufstieg mitspielen.

Wen spielen Sie als nächstes an?
Manuel Menges vom TSV Neunkirchen. Er hat für Jahn Forchheim höherklassig gekickt. Außerdem ist Manu mein Arbeitskollege in der Erlanger Diskothek Zeitsprung.