Beim ersten Auswärtswettkampf der 1. Schach-Bundesliga in Eppingen verliert der SC Forchheim gegen den SV Hockenheim nicht unerwartet 1:7. Dabei dürfen mit FM Dieter Seyb und Nachwuchsspieler Eduard Miller zwei Spieler ihr Debüt geben. Kurz vor dem Duell mit dem SV Hockenheim ist die Anspannung bei den Schaach-Amateuren aus Franken deutlich zu spüren. "Wir hoffen darauf, dass Anatoly Karpov mitspielt. Es wäre eine Ehre, dem früheren Weltmeister gegenüber zu sitzen", so Vlastimil Jansa, der gegen den Russen bereits erfolgreich war. Doch dann sitzt da Rainer Buhmann. Kein besonders bekannter Name, wohl aber ein ebenbürtiger Gegner. Nach zwei Stunden können sich alle Forchheimer noch ihrer Haut erwehren.

"Wir spüren aber, dass wir ohne unseren Großmeister Michael Prusikin und ohne unseren starken Fide-Meister Léon Mons einen schweren Stand haben", so Kapitän FM Manfred Heidrich. Beide sind, der U18-Spieler als Teilnehmer, der Großmeister als Trainer des Deutschen Schachbundes, im slowenischen Maribor zur Jugend-Weltmeisterschaft. Nach drei Stunden zeichnet sich langsam ab, dass die Hockenheimer mit ihren Balkan-Profis wohl eine Nummer zu groß sein könnten.

Einer lebenden Legende sitzt Hans-Jürgen Döres gegenüber. Der langjährige Nationalspieler und Olympiateilnehmer GM Zoltan Ribli (Ungarn) macht es dem Ebermannstädter nicht leicht. Die schlechtere Bauernstruktur, die im Endspiel Schwächen erzeugt, lässt das Pendel zugunsten des Hockenheimers ausschlagen. Seine erste Saisonniederlage erleidet Teamchef FM Manfred Heidrich gegen GM Ivan Saric (Kroatien). Kurz vor der sechsten Stunde kommen die erlösenden Nachrichten von Johannes Zwanzger und Vlastimil Jansa. Beide konnten zumindest noch ein Unentschieden erreichen. "Das 1:7 ist schon bitter", sagte Ex-SC-Vorsitzender Udo Güldner: "Aber wir dürfen nicht vergessen, mit welchen Kontrahenten wir es hier zu tun haben."

Auch das zweite Duell des Auswärts-Wochenendes ging für den SC verloren. Die Franken unterlagen dem Gastgeber SC Eppingen deutlich mit 0,5:7,5. Das topbesetzte Team aus der Nähe von Heilbronn nimmt nun Kurs auf die Tabellenspitze. Der Schachclub Forchheim hingegen muss sich weiterhin mit dem letzten Platz begnügen.

Seyb schafft Unentschieden

Held des Tages auf Forchheimer Seite war FM Dieter Seyb. Der Großenseebacher trotzte GM Namig Guliyev aus Aserbaidschan ein unerhofftes Unentschieden ab und verhinderte die Höchststrafe. Am Ende der Partie kämpften beide bis zur letzten Figur. Leider blieb es das einzige Erfolgserlebnis der Brettstrategen von der Regnitz. Die übrigen Partien gingen, teils sehr schnell, teils nach heftiger Gegenwehr verloren.

Manfred Heidrich bringt es nach den beiden Niederlagen auf den Punkt: "An diesem Wochenende wurde der Klassenunterschied - normalerweise spielt der SC Forchheim ja in der 2. Bundesliga Ost - und das Fehlen von Mons und Prusikin uns deutlich bewusst. Mit unseren beiden Koryphäen soll im Dezember gegen Wiesbaden und Grießheim ein besseres Resultat erzielt werden." ft