Zwei Wochen nach den Feierlichkeiten zum 90-jährigen Gründungsfest machte sich der SC Adelsdorf selbst das größte Geschenk: den Aufstieg und somit nach zwei Jahren die Rückkehr in die Kreisliga. Vor einer ansehnlichen Kulisse von 750 Zuschauern in Forchheim auf dem Jahn-Gelände besiegten die Aischgründer die SpVgg Weißenohe mit 2:0 (0:0) und wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Dabei sah es anfänglich aus, als können die Klosterer die Überraschung schaffen, denn der SC zeigte Nerven.
Kein Wunder, denn der Zweitplatzierte der Kreisklasse 1 bestritt seine siebte Relegation binnen der letzten zwölf Jahre und ging einzig 2009 als Aufsteiger aus den K.o.-Spielen hervor. Die Weißenoher, Vizemeister der Kreisklasse 3, sind ebenfalls erprobter Relegant. Die SpVgg schaffte im Vorjahr in der allerletzten Entscheidungspartie den Kreisklassenaufstieg und spielte eine beeindruckende Saison.

Guter Beginn der SpVgg

Vom Auftakt weg übernahmen die Mannen um Spielertrainer Matthias Senftner, der angeschlagen ins Spiel ging, das Kommando. Adelsdorf schien zunächst wie gelähmt und sah sich einem überraschend aktiven Kontrahenten gegenüber, der es wohl besser schaffte, den Kopf auszuschalten. Kurz nach dem Anpfiff zielte Jungknipser Adrian Bayerlein noch etwas zu hoch (1.), und wenig später visierte dessen Cousin Benjamin Bayerlein zwar schon etwas besser, aber immer noch zu ungenau (5.). Weit in die gegnerische Hälfte geschlagene Bälle der Aischgründer, die keinen Abnehmer fanden, verrieten die übernervöse Anfangsphase des SC. Deren beste Chance brachte ein Freistoß von Michael Kaufmann aus dem Halbfeld, den der um Bruchteile zögernde Daniel Brenner verpasste und über die Latte sprang (19.). Nachdem der glücklose Adrian Bayerlein per Flachschuss aus spitzem Winkel parallel das Tor passierte (22.), kam Adelsdorf besser ins Spiel. Erst scheiterte Heiko Geyer knapp aus der Distanz (24.). Pascal Benes hätte fünf Zeiger umdrehungen später nach genauer Flanke von Dominik Leuner die Führung für den SCA erzielen müssen, köpfte aber Torhüter Michael Hauenstein genau in die Arme. Trotz steigendem Ballbesitzes der Adelsdorfer schlugen diese kein Kapital daraus, denn meist war am Strafraum der SpVgg Endstation des Ideenreichtums. Nach genau einer halben Stunde schienen sich beide Reihen von der verkrampften Anspannung zu lösen und hatten im Wechsel binnen weniger Minuten Großchancen. Einen Heber von Leuner fasste Kaufmann schlecht ab, im Gegenzug kamen die Klosterer zu zwei Möglichkeiten über A. Bayerlein, der die Flanke von B. Bayerlein verpasste. Daniel Spörlers Schlenzer fischte SC-Keeper Christian Enk außerdem fantastisch aus dem Winkel (32.), wodurch die Kugel ans Lattenkreuz sprang. Wieder andere Seite: Leuner durch, Hauenstein verkürzt den Winkel (34.), und Geyer verpasst auf Zuspiel Brenners (36.). Bis zur Pause kamen Senftner und A. Bayerlein noch zu aussichtsreichen Szenen, wurden aber ebenso wie Brenner, Geyer und Christoph Rösch geblockt.

Weißenohe will, kann aber nicht

Gleich nach Wiederanpfiff traf erst Spörler für die Klosterer ans Außennetz (47.), bevor Tim Lausen mit einem sehenswerten Knaller aus 28 Metern in den rechten Torwinkel die 1:0-Führung für Adelsdorf markierte und das Trauma zu beenden schien (49.). In der Folge war Weißenohe geschockt. Nachdem auch noch Spielertrainer Senftner verletzungsbedingt vom Rasen ging, war die Messe fast gelesen. Fazit ab diesem Zeitpunkt: Die SpVgg wollte zwar, konnte aber nicht. Adelsdorfs Rösch bediente in der Gefahrzone Fabian Maier, der erst die Latte traf und im Nachschuss geblockt wurde (59.). Der SC überließ nun Weißenohe das Feld, und mit letztem Aufbäumen stürmten diese nach vorn, was zu Kontern führte. Bei einem forderte der Anhang Elfmeter, aber der fehlerfreie Referee Nikolai Presl winkte ab und entschied auf Schwalbe des zu Boden gegangenen Geyer (79.). Überhaupt hatte das Schiri-Gespann eine leichte Partie mit fast Freundschaftsspielcharakter und nur einer Verwarnung zu leiten. Hauenstein hielt sein Team noch im Spiel, als er einen Flachschuss von Michael Weltzien an den Innenpfosten lenkte (84.), aber mit dem Angriff über links von Kaufmann, der mustergültig in die Mitte spielte, machte Adelsdorf den Sack zu. Benes hatte keine Mühe, das Spielgerät aus wenigen Metern über die Linie zum 2:0-Endstand zu bugsieren.
Erst jetzt trauten sich die relegationsgebeutelten SC-Anhänger aus ihrer Haut und bejubelten den sicheren Aufstieg. Der scheidende SC-Trainer Otmar Bayer, der das zweijährige Unternehmen mit dem Wiederaufstieg beendete, zeigte sich erlöst: "Das war heute Anspannung pur bis zum erlösenden 2:0 für uns. Die erste Hälfte war Kartoffelsack, in der zweiten haben wir uns ins Spiel gebissen und verdientermaßen mit dem Glück des Tüchtigen gewonnen. Ein unglaublich schöner Abschied für mich aus Adelsdorf."