Die Fußballfrauen des SV Gloria Weilersbach haben in der Kreisliga noch bange Wochen vor sich. Mittelfeldspielern Nadja Heidemann hofft, dass ihr Team das Abstiegsgespenst verjagt, kann bei den kommenden Aufgaben aber selbst nicht mitwirken. Auch weil die Kinderkrippe in den Pfingstferien geschlossen hat, musste die 25-jährige Einzelhandelskauffrau den Familienurlaub in der Türkei auf diese wichtige Saisonphase legen.

Wer hat Sie angespielt?
Nadja Heinemann: Der Steilpass kam von Simone Wagner. Mit ihr habe ich vor mehr als 15 Jahren das Fußballspielen angefangen. Wir haben damals mit den Jungs der SG Pretzfeld/Schlaifhausen gekickt, bei denen mein Vater Werner Trainer war.

Wie sind Sie zum Fußball gekommen und was waren die schönsten Momente in Ihrer bisherigen Laufbahn?
Ich komme aus einer Fußballerfamilie. Vater, Mutter, Bruder - alle haben gespielt. Da war es programmiert, dass auch ich dem Ball nachjage. Die schönsten Momente waren in den ersten Jahren, mit den Jungs der SG Pretzfeld/Schlaifhausen habe ich einige Aufstiege gefeiert. Danach bin ich in die U17 nach Weilersbach gewechselt, wo ich auch noch ein Jahr bei den Frauen gespielt habe. Anschließend habe ich einen Ausflug zum FC Leutenbach gemacht, weil da meine Mama Gabi aktiv war. Dort war ich, bis sich die Mannschaft aufgelöst hat, und bin dann zurück nach Weilersbach.

Seit 2011 sind Sie der Gloria treu. Was macht das Team aus, was ist das Besondere?
Unser Zusammenhalt ist riesig. Wir sind nicht nur auf dem Platz ein verschworener Haufen, sondern kommen auch privat alle sehr gut miteinander aus. Einige der Spielerinnen kenne ich noch aus der U17-Zeit, das hat es einfacher gemacht, sich wieder einzufügen. Wir sind ein bunter Haufen und ich kann sogar meine 15 Monate alte Tochter Mia mitbringen. Jeder passt auf sie auf.

In der aktuellen Saison läuft es für Sie und Ihre Teamkolleginnen nicht rund in der Kreisliga. Wo führt der Weg hin?
Wir hatten viel Pech. Vor allem in der Hinrunde sind wir personell oft auf dem Zahnfleisch gegangen, haben deshalb Spiele und viele Punkte verloren. In der Rückrunde sind wir wieder besser aufgestellt, müssen aber um den Klassenerhalt bangen. Zuletzt haben wir leider gegen Hammerbach verloren, das wäre ein wichtiger Dreier gewesen. Ich denke, Oberreichenbach ist weg. Zwischen uns und Offenhausen wird sich entscheiden, wer der andere Absteiger sein wird. Wir haben ein schweres Restprogramm, aber ich hoffe, dass wir die Klasse halten können.

Apropos schwere Gegner. Als nächstes geht es zum SC Adelsdorf. Was erwartet Sie dort?
Ein äußerst unangenehmer Gegner, der an einem guten Tag fast nicht zu bezwingen ist. Aber die Leistungen schwanken, man kann sich nicht auf diese Mannschaft einstellen. Leider kann ich selbst nicht mitmischen, weil wir in den Urlaub fliegen. Aber die Mädels schaffen das auch ohne mich.

An wen passen Sie weiter?
An meinen älteren Bruder Marcel. Er ist ein ehrgeiziger, bissiger Spieler, der zu 100 Prozent hinter dem Sport steht. In der Jugend war er beim 1. FC Nürnberg, heute spielt er in Ebermannstadt. Bis er eine Familie gegründet hat, war Fußball für ihn die absolute Nummer 1.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven.