Ein Loch in den Wolken und gut 500 Zuschauer verschafften dem Bayernliga-Spitzenspiel eine angemessene Kulisse. Ein Loch im Tornetz verzögerte den Anstoß zwischen Tabellenführer Jahn Forchheim und dem Zweiten SpVgg Weiden allerdings um wenige Minuten - Schiedsrichter Andreas Kasenow hat wohl aus dem Bundesliga-Phantomtor von Stefan Kießling seine Lehren gezogen.

SpVgg Jahn Forchheim - SpVgg SV Weiden 0:1

Auf ein Abtasten verzichteten die Protagonisten. Offensives Spiel, aber auch ungewohnt viele Fehler führten zu zahlreichen Chancen. Sowohl in der 28. Minute als auch kurz nach der Pause wurde Jahn-Spieler Ferdinand List von seinen Kollegen in Szene gesetzt, anstatt selbst abzuschließen, legte er aber jeweils auf einen Mitspieler quer. "Wir hatten mehrmals das 1:0 auf dem Fuß, waren aber zu uneigennützig", sagte Sebastian Schäferlein nach dem Abpfiff. "Wenn Ferdi schießt, bekommt jeder Torwart Probleme", ergänzte der 21-Jährige. Hat er aber nicht.

Tore wie vernagelt

Da die Versuche von Mergim Bajrami per Seitfallzieher (8.), Oliver Seybold aus 20 Metern (14.) und weitere Schüsse von List (19./30.) und Schäferlein selbst (40.) auch nicht zum Erfolg führten, konnte niemand über den anderen böse sein. "Wir haben bis auf zehn Minuten das Spiel gemacht, aber einfach zu oft quergelegt", fand Jahn-Trainer Michael Hutzler.

Die zehn oder eher 20 Minuten, in denen die Gäste überlegen waren, überstanden die Forchheimer ebenfalls, sodass die etwa 50 mitgereisten Oberpfälzer Fans ein 0:0 der besseren Sorte sahen. Denn im zweiten Durchgang gingen die Teams, die bislang zusammen schon 57 Treffer erzielt haben, genauso fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. Auf Seiten der Hausherren vergaben Schäfelerien nach Hackentrick von Max Göbhardt (49.) und List, nachdem er den Schlussmann bereits umkurvt hatte, aber einen auf die Torlinie geeilten Abwehrspieler anschoss (84.).

Dann entschied sich Jahn-Keeper Rüdiger Beck bei einem lang geschlagengen Weidener Ball gegen das Hinauslaufen, Verteidiger Georg Neudecker riss den durchgebrochenen Christoph Hegenbart um, dem Schiedsrichter blieb nur der Griff zur Roten Karte: Der achte Platzverweis gegen Neudecker in vier Jahren beim Forchheimer Bayernligisten. "Das muss er machen", sagte Hutzler unaufgeregt. "Er opfert sich da für die Mannschaft."

Schneider entscheidet die Partie

Dass der Jahn auch in Unterzahl Druck erzeugen kann, bewies er in den Minuten zuvor, als Kevin Woleman außerhalb des Platzes behandelt wurde. Doch jetzt musste der Spitzenreiter einem Rückstand hinterherlaufen, denn Thomas Schneider zirkelte den gepfiffenen Freistoß aus 20 Metern mit Hilfe des Innenpfostens ins Tor. "Das wir mit einer einzigen Situation bestraft werden, ist ärgerlich", fand Hutzler. Und auch Schäferlein war der Meinung: "Für unseren Aufwand hätten wir einen Punkt verdient gehabt."