Dass die Fußballer der SpVgg Jahn Forchheim mit der Einteilung in die Landesliga Nordwest nicht zufrieden sind, liegt auf der Hand: weite Wege, unbekannte Gegner, keine Derbys. Das hat finanzielle Folgen, wie schon die Zuschauerzahlen beim ersten Heimspiel gegen Röllbach (6:3) zeigen. Trotz Annafest-Auftakt, bestem Wetter und bundesliga-freiem Samstag wollten das Spiel gegen den unterfränkischen Aufsteiger nur 190 Zuschauer verfolgen.

Kurzum: Auch wegen der größeren Anfahrtswege sowie dem geringeren Zuschauer- und Sponsoreninteresse dürften Mehrkosten in dieser Saison von etwas mehr als 10 000 Euro entstehen. So hat es der Verein schon vor einigen Wochen ausgerechnet - und dies auch dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) mitgeteilt. Von der "konkreten Gefahr des notwendigen Rückzugs während der laufenden Saison aus finanziellen Gründen" - so heißt es in dem Schreiben des Vereins, aus dem die "Nordbayerischen Nachrichten" zitieren - ist die SpVgg nach derzeitigem Stand allerdings meilenweit entfernt.

Zum Hintergrund: Als bekannt wurde, dass der Jahn in der Nordwest-Gruppe antreten muss, sahen sich die Verantwortlichen aufgrund der zu erwartenden Mindereinnahmen zum Handeln gezwungen, schon allein aus der Verantwortung gegenüber den Vereinsmitgliedern. Also beschwerte sich der Jahn im Juni formell durch Rechtsanwalt und Vereinsvorsitzenden Günter Bierfelder bei der BFV-Spitze und legte hierbei seine Gründe dar. "Das sind natürlich sehr klare Worte", sagte Abteilungsleiter Uwe Schüttinger: "Wir wollten aber mit allem Nachdruck deutlich machen, was eine solche Einteilung allgemein für einen Verein bedeuten kann. Mehrkosten in dieser Höhe sind ja kein Pappenstiel, da stoßen viele an ihre Grenzen. Und der Verband sollte das auch wissen", sagte Schüttinger: "Der Spielbetrieb ist in keiner Weise gefährdet. Unser Budget ist zwar auf Kante genäht, aber das schaffen wir schon."

Allerdings stellt sich die Frage, wie der Jahn in der Saison 2017/2018 verfährt. Eine weitere Spielzeit in der unattraktiven Nordwest-Staffel würde erneut ein Minus in die Kasse reißen. Das Problem kann die Sportvereinigung allerdings selbstständig beseitigen - mit einem Aufstieg in die Bayernliga Nord. Die Voraussetzungen dafür wurden mit den zwei Siegen zum Auftakt ja bereits geschaffen. "Das wäre natürlich für uns die allerbeste Lösung", sagte auch Schüttinger.