Mit 2:1 behielt die SpVgg Dürrbrunn die Oberhand im InFranken-Kick aus der A-Klasse 3 und hat weiterhin eine hervorragende Ausgangsposition für den direkten Aufstieg. Mittendrin statt nur dabei waren mit dem "Ladara" Timo Finze und dem Pretzfelder Harald Streibel zwei Routiniers, die sich inzwischen seit über eineinhalb Jahrzehnten zwar nicht in jedem Jahr, aber doch regelmäßig auf dem Platz gegenüber stehen. Streibel seit jeher in blau, Finze entweder in rot oder in blau, jedoch bei verschiedenen Vereinen.

Begonnen haben die Duelle schon seit Beginn des Jahrtausends, als die Jugendteams des SV Pretzfeld auf den Nachwuchs des SV Gloria Weilersbach trafen. Allzu häufig kam das zwar nicht vor, da die Gloria-Jugendteams in der Regel in höheren Ligen angesiedelt waren, die Anfänge der Finze-Streibel-Zweikämpfe gab es jedoch in dieser Zeit. Defensivallrounder Streibel, ein Libero oder Manndecker der alten Schule, der im Zweifelsfall den Ball auch mal kompromisslos über den Fangzaun drischt, gegen den schussgewaltigen Torjäger Finze, der offen zugibt, dass er an der Erfindung des laufintensiven Spiels nicht direkt beteiligt war. In der Jugendzeit hatte der Torjäger eigentlich immer das bessere Ende für sich, im Herrenbereich bei seinen Stationen TSV Drügendorf/Tiefenstürmig und aktuell bei der SpVgg Dürrbrunn/Unterleinleiter war die Sache dann schon ausgeglichener. In den drei gemeinsamen Jahren beim SV Pretzfeld beschränkten sich die Zweikämpfe ohnehin auf die Trainingsspiele.

Von echten Kontrahenten, Rivalen oder Ähnlichem konnte man aber auch schon vor Finzes Zeit beim SVP nicht mehr sprechen, zu gut verstand man sich neben dem Platz und entsprechend respektvoll lief und läuft es nach wie vor auch auf dem Feld. So auch am vergangenen Sonntag, als die SpVgg in einem engen Infranken-Kick das bessere Ende für sich hatte und den direkten Aufstieg weiterhin in den eigenen Händen hat.

Ein umkämpftes Spitzenspiel unter ordentlicher Kulisse. Für beide Lager bedeutet das Ergebnis die maximalen Gegensätze.
Timo Finze: Wir freuen uns natürlich unglaublich, dass wir diese wichtige Partie für uns entschieden haben. Gerade in Pretzfeld hat die SpVgg in den letzten Jahren wenig geholt. Es war eine umkämpfte Partie auf Messers Schneide, am Ende waren wir die etwas glücklichere Mannschaft. Für uns ein perfektes Ergebnis, aber ich fühle natürlich mit meinen alten Kumpels aus Pretzfeld mit. Ich hatte gehofft, dass wir aufsteigen und der SVP eventuell über die Relegation nachzieht. Das wird nun natürlich schwer. Aber auch für uns wird es noch ein hartes Stück Arbeit, wenn man unser Restprogramm ansieht.
Harald Streibel: Mit der engen Partie hat Timo natürlich recht, beide Teams hatten in jeder Halbzeit eine längere starke Phase, letztlich wäre ein Remis ein gerechtes Ergebnis gewesen. Die Enttäuschung ist für uns natürlich groß, wir wissen, dass sich das Thema Aufstieg für uns damit erledigt hat. Es wäre eine tolle Sache gewesen, wenn wir an unseren Feierlichkeiten zum 70-jährigen Vereinsjubiläum Anfang Juli einen Aufstieg hätten präsentieren können.

Für Sie beide war es wahrlich nicht das erste Aufeinandertreffen auf dem Platz. Können Sie beide sich noch an Details der ersten Duelle miteinander erinnern?
Timo Finze: Ob es in jüngeren Jahrgängen schon Spiele gegeneinander gab, weiß ich nicht. Zu A-Jugendzeiten trafen wir auf alle Fälle in der Saison und auch einmal im Pokal aufeinander. Allzu viele Details weiß ich nicht mehr, aber das bessere Ende war jeweils auf Seiten der Gloria. Am Ende der Saison sind wir dann auch als Meister in die Kreisliga aufgestiegen.
Harald Streibel: Da hat der Timo leider recht, wir waren in dieser Saison echt gut dabei und mischten als Aufsteiger in der Kreisklasse gut mit, aber für ganz vorn hat es nicht gereicht. Da hat uns Weilersbach doch die Grenzen aufgezeigt, das war kein Spaß. Das Spiel in Weilersbach haben wir 0:7 verloren, der Timo hat uns nach einer Ecke den Ball volley mit der Hacke reingehauen.

Waren Sie damals schon die gleichen Spielertypen wie heute?
Harald Streibel: Bei mir ist es so, ich denke, bei ihm auch. Der Timo ist nicht 90 Minuten marschiert, war aber mit seiner Größe schon damals kopfballstark, kaum vom Ball zu trennen und hatte auch einen ordentlichen Strahl, wenn man ihn schießen ließ. Ein kompletter Torjäger, der sicher auch in höheren Ligen seine Tore gemacht hätte.
Timo Finze: Beim Harry wurde es ja haartechnisch schon recht früh etwas übersichtlicher, daher haben wir uns vor jedem Spiel gefragt, wie es sein kann, dass er noch A-Jugend spielt. Wir haben ihn deutlich älter geschätzt. Wäre er nur ein Mitläufer gewesen, hätte uns das sicher nicht gestört, aber er hat defensiv damals schon ordentlich abgeräumt, keiner hat gerne gegen ihn gespielt, weil er auch damals schon ein "Prügel von einem Kerl" war, der seinen Körper einzusetzen wusste. Was sich bei ihm sicher nie mehr ändern wird, sind seine Flugeinlagen auf dem Platz. Er klärt die Bälle in allen Höhen mit allen Körperteilen, manchmal schaut es aus wie Karate. Allerdings stets fair, nur damit hier kein falscher Eindruck entsteht. Ich selbst profitierte damals auch schon von meiner Physis, hatte damals aber 20 Kilo weniger als heute (lacht).

Es folgten Spiele des SV Pretzfeld gegen Drügendorf mit Finze in vorderster Front, bevor man ab der Saison 2009/2010 plötzlich für drei Jahre gemeinsam das Pretzfelder Trikot trug. Wie kam es dazu?
Timo Finze: Ich bin damals wegen einiger Kumpels nach Drügendorf gewechselt, aber mit einigen Spielern aus Pretzfeld, etwa dem Harry, verstand ich mich auch schon immer ausgezeichnet. Man saß ganz gern mal Freitagabend zusammen in der Brauerei Nikl. So ergab sich dann der Wechsel nach Pretzfeld, wo wir dann gleich im ersten Jahr den Aufstieg in die Kreisklasse klarmachen konnten. Nach drei Jahren entschloss ich mich dann abermals zu einem Wechsel, weil ich auch in "Lada" viele Kumpels habe. Inzwischen wohne ich mit meiner Familie in Lada und fühle mich wohl, daher glaube ich nicht, dass bei mir noch ein weiterer Verein dazukommt.

Wie viele Spiele wird es bei Ihnen beiden noch gegeneinander geben?
Harald Streibel: Ein paar Jahre würde ich noch gerne in der Ersten spielen, mal gucken, wie es körperlich geht. Meinerseits war es daher hoffentlich nicht das letzte Spiel gegen den Timo.
Timo Finze: Eigentlich wäre ich bereit für die Alten Herren, wo ich in Unterleinleiter auch schon integriert bin und meinen Zusatzbeitrag zahle (lacht). Allerdings ist es auch bei uns so, dass die Nachwuchskräfte nicht auf Bäumen wachsen. Wenn ein junger Stürmer da wäre, würde ich sofort Platz machen, aber so lange der Trainer glaubt, dass ich der Mannschaft helfen kann, spiele ich noch ein wenig mit. Mittelfristig sehe ich meine Spiele gegen den SV Pretzfeld und/oder gegen den Harry dennoch eher bei den Alten Herren.