Paul Bruckmann ist als zweiter Vorstand und zukünftiger Spielleiter speziell für den Seniorenfußball des TSV Lonnerstadt zuständig. Dieser muss nach einer verkorksten Saison allerdings den bitteren Gang in die Kreisklasse antreten. Gründe dafür gibt es viele. Allen voran die Tatsache, dass die Lonnerstädter mit 40 Saisontreffern in 30 Spielen die schwächste Offensive der Liga stellten. Mit 29 Zählern verpasste man den Relegationsplatz um vier Punkte. Doch allzu viel möchten die Verantwortlichen um Bruckmann und Co. nicht am sportlichen Konzept verändern.

Wie war die Gemütslage, als klar wurde, es reicht heuer nicht zum Klassenerhalt?
Paul Bruckmann: Die Gemütslage war natürlich nicht besonders gut. Ich glaube, dass uns erst zu spät bewusst geworden ist, dass wir mitten im Abstiegskampf stecken. Eigentlich haben wir genügend Potenzial im Kader. Unsere ursprüngliche Zielsetzung lautete, einen Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle zu erreichen. Im Normalfall hätte uns das auch gelingen müssen. Eine Mischung aus Pech und Unvermögen hat das aber in den entscheidenden Phasen leider verhindert.

Woran hat es gelegen? Was fehlte am Ende?
Generell war ein großes Problem, dass wir viel zu wenig Tore geschossen haben. Wir haben kapitale Torchancen reihenweise liegen gelassen. Zudem sind verschiedene Leistungsträger der Mannschaft immer wieder verletzungsbedingt ausgefallen, so dass wir eigentlich nie eine gesetzte Stammformation über mehrere Spieltage aufs Feld schicken konnten. Da wir mehrere Jahre lang eine gute Rolle in der Kreisliga gespielt haben, hatten einige Vereinsmitglieder und Zuschauer mehr von uns erwartet. Aber zum Schluss konnten viele unserer jungen Spieler nicht richtig mit dem Druck umgehen und haben überraschende Fehler gemacht. Trotzdem hat die Mannschaft immer vorbildlich zusammengehalten. Die Truppe hat eine gute Moral und hat sich nach wichtigen Spielen zusammengesetzt und über ihre Fehler gesprochen. Leider hat es letztlich dann doch nicht gereicht.

Welche Maßnahmen werden nun ergriffen?
Wir werden an ein paar Rädern im Funktionärsstab drehen. Beispielsweise bin ich von nun an als Spielleiter tätig. An der Mannschaft an sich wird sich allerdings nicht allzu viel verändern. Wir haben ein paar Neuzugänge, die es uns ermöglichen, auf mehr Alternativen zurückzugreifen. Im Training wird der Fokus zudem stärker auf unsere Offensivabteilung gerichtet. Die Mannschaft steht zu ihren Fehlern und macht geschlossen so weiter. Jeder will die Fehler aus der vergangenen Saison wieder ausbügeln.

Wie lauten die Ziele für die kommende Saison?
Wir möchten keinen Druck auf die Mannschaft ausüben. Dennoch wollen wir, so weit wie es geht, oben mitspielen. Dafür bin ich auch guter Dinge. Ob es dann letztlich für den Wiederaufstieg reicht, ist fraglich. Immerhin haben sich Konkurrenten wie Oesdorf auch namhaft verstärkt. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir in Zukunft mit dieser Truppe wieder viel Spaß haben werden.