Gesetzt war der Weilersbacher Matthias Wunner ITF-Future-Turnier in Bad Salzdetfurth (Niedersachsen) nicht - was ihn jedoch nicht weiter störte. Nach fast drei Stunden Spielzeit besiegte er in einem spannenden Finale den topgesetzten Polen Andriej Kapas in drei Sätzen (6:7, 6:4, 6:2) und machte seinen ersten Turniersieg als Profi perfekt. Für den 22-Jährigen, der in der ersten Hälfte des Jahres wegen einer hartnäckigen Viruserkrankung mehrmals längere Zeit pausieren musste, war dies der Höhepunkt einer achtwöchigen Turnierserie. "Ich bin einfach nur glücklich", sagte Wunner sichtlich erschöpft.

Neben dem Sieg freute er sich auch über den Ort, an dem dieser gelang. Schließlich wechselte er mit 14 Jahren nach Hannover ins Landesausbildungszentrum des niedersächsischen Tennisverbands und kennt die Region daher bestens. In der vergangenen Sommerspielzeit gelang Wunner mit der Tennis-Abteilung des 1. FC Nürnberg, wovon die Fußballer im Moment nur träumen dürfen - den Aufstieg in die Bundesliga.
Das Turnier in Bad Salzdetfurth begann für den gebürtigen Forchheimer mit einem klarem Zwei-Satz-Sieg gegen den deutschen Qualifikanten Timon Reichelt und sorgte gleich im anschließenden Spiel für die erste größere Überraschung, als er mit 4:6, 6:3 und 7:5 gegen den an Position 3 gesetzten Peter Torebeko gewann, der in Bundesliga für den Rochusclub Düsseldorf aufschlägt.

Etwas schwieriger machte es ihm der Belgier Christopher Heymann auf dem Weg ins Halbfinale. Doch nach zwei starken Sätzen kämpfte der Franke dort gegen den Tschechen Petr Michnev um den Einzug ins Finale. Der Weilersbacher musste drei hart umkämpfte Sätze durchstehen und gewann schließlich mit 4:6, 6:3 und 6:4.


Nochmals gesteigert

Nach dem ersten Satz im Finale deutete jedoch zunächst nicht viel darauf hin, dass ihm drei Stunden später sein erster Turniersieg als Profi gelingen könnte, da im Tiebreak Kapas die Nase vorne hatte und mit 7:6 Durchgang 1 knapp für sich entschied. Doch Wunner zeigte sich keineswegs geschockt, sondern setzte den Polen mit einer Vielzahl an Assen und seinem druckvollen Angriffsspiel auf dem schnellen Belag immer wieder unter Druck. Mitte des zweiten Satzes gelang ihm das entscheidende Break zum 6:4.

Im dritten Satz schaffte es Wunner, sich nochmals zu steigern und er ließ Kapas durch präzise und druckvolle Grundlinienschläge sowie ein hervorragendes Netzspiel beim 6:2 keine Chance. Belohnt wurde er neben dem Turniersieg auch mit 18 Weltranglistenpunkten.