Ein starkes Debüt lieferte Steffen Lotter ab, der in der ersten Startgruppe auf die Strecke ging. Im 21,5 Grad warmen Kanal schwamm der Schwimmspezialist des SSV bewusst kräfteschonend und kletterte dabei nicht mal sieben Minuten nach der Profispitze aus dem Wasser, um danach die zwei Runden auf dem Rad durch das Rother Umland in Angriff zu nehmen. Auf eine starke erste Runde, bei der er trotz windigen Bedingungen einen Schnitt von 37 Stundenkilometer fuhr, folgte eine etwas langsamere zweite Runde. Dies war vor allem auch der Tatsache geschuldet, dass er seine Eigenverpflegung mit Salz verlor, was ihn doch einige Verpflegungsprobleme brachte.

Nach einigen Tiefs kämpfte er sich in die zweite Wechselzone, wo er seinen Verpflegungsvorrat auffüllen konnte. Er kam vor dem abschließenden Marathon immer besser in Schuss. Lediglich auf den letzten sechs Kilometern musste er nochmals richtig kämpfen, um unter zehn Stunden überglücklich ins Ziel einzulaufen - eine starke Premiere für Lotter.

Heindl mit starkem Auftritt

Super lief es auch für Jörg Heindl in einer sehr späten Startgruppe, wo er das Gefühl kennenlernte, sich an der Spitze zu positionieren und sogar einige Athleten der vor ihm gestarteten Gruppen einzuholen. Ohne Positionskämpfe wechselte er aufs Rad, wo er sich stets bremste und gut verpflegte. Respekt flößten ihm die vielen Athleten ein, die in der zweiten Runde teils enorm einbrachen, was ihn auch dazu veranlasste, sein Tempo etwas zu reduzieren, um noch gut laufen zu können. Gänsehaut pur war für ihn bei der zweimaligen Auffahrt am Solarer Berg garantiert.

Kaum Probleme machte ihm die große Hitze, so verliefen auch die ersten 13 Kilometer auf der Laufstrecke fast schon unerwartet gut, wo er voll auf Kurs eines Vier-Stunden-Marathons lag. Dann machte Heindl aber ein Muskel einen Strich durch die Rechnung, die folgenden 30 Kilometer wurden zur großen Herausforderung. Länger als 500 Meter ohne Gehpausen konnte er nicht mehr laufen, kämpfte sich aber mit großem Herz noch unter zwölf Stunden ins Ziel.

Auf und Ab bei Leidenberger

Auch für Maria Leidenberger war es ein Jahr nach der Premiere ihres Mannes die erste Langdistanz. Sie berichtete von einem emotionalen Rennen mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen. Mit kaum Positionskämpfen und gutem Rhythmus hatte sie ein sehr gutes Schwimmen und ging voll im Plan auf den zweiten Part. Mit einer guten ersten Runde, aber durch den Wind leicht hinter ihren Erwartungen zurück, absolvierte sie die von Zuschauern bevölkerte Radstrecke und konnte bei leicht abnehmendem Wind in der zweiten Runde sogar noch etwas zulegen. Ihre eigentliche Paradedisziplin wartete mit dem Marathon, wo es die ersten 20 Kilometer auch voll nach Plan Richtung Zielzeit unter vier Stunden ging.

Doch ab Kilometer 25 machte sich mehr und mehr die krampfende Oberschenkelmuskulatur bemerkbar. Mit vielen Tiefs auf den folgenden sieben Kilometern schien das Ziel noch in weiter Ferne, doch dank der starken Motivation ihres Mannes am Streckenrand fand sie auf den letzten zehn Kilometern wieder ihren Rhythmus, bis sie überglücklich die Ziellinie überqueren konnte.

Müller muss aufgeben

Nach einigem Pech in den Vorbereitungswochen bremste Frank Müller wenige Tage vor dem Rennen ein weiterer Sturz aus. Nachdem er alles versucht hatte, schien ein Start am Vortag noch im Bereich des Möglichen. Nach dem Schwimmen ging es am Rad zunächst noch einigermaßen beschwerdefrei los, doch dann meldeten sich doch die Sturzfolgen, so dass er sich noch im gemäßigten Tempo bis zum Solarer Berg bei Kilometer 70 durchkämpfte und vor den Füßen seiner Trost spendenden Frau und Anhängern enttäuscht aussteigen musste. Pech hatte auch Mario Kühlwein, der sich eine Erkältung einfing. Nach gutem Schwimmen absolvierte er noch einen guten Radpart, wo er allerdings schon weit mehr als gewohnt investieren musste und schließlich auch zu Beginn der Laufstrecke ausstieg.
Nicht an die Startlinie schaffte es Matthias Neubauer, der von einer Sommergrippe heimgesucht wurde.