Am Ende klafften die Vorstellungen von Trainer Peter Kramer und dem FC Dormitz zu weit auseinander. Das Resultat war eine rückläufige Trainingsbeteiligung beim Verein aus der A-Klasse 5, auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft litt.

"Ich bin gut mit Peter Kramer zurecht gekommen, er hat den Spielern mit seinem Fußballsachverstand einiges beibringen können. Allerdings hat ihm teilweise im Umgang mit unseren jungen Spielern das Feingefühl gefehlt", erklärt Spielleiter Roland Prokopy.

Anspruch und Wirklichkeit

Auch der Trainer merkte, dass er mit seinen Vorstellungen eines professionellen Trainings- und Spielbetriebs in Dormitz an Grenzen gestoßen war. "Mein Konzept und meine Philosophie ‚Ohne Fleiß kein Preis' wird von einem wesentlichen Teil des Kaders nicht angenommen. Um Ziele zu erreichen, ist die Zahl der engagierten und leistungsbereiten Spieler, die dienstags und donnerstags zwei Stunden engagiert trainieren wollen und die die 28 Pflichtspieltermine in ihrem Kalender im Sinne der Mannschaft blocken, zu gering", erklärt Kramer, der mit dem FC Dormitz den nächsten Schritt machen wollte.

"Da die Verantwortlichen des FC Dormitz weder Zeit noch Geld investieren wollen oder können, um den Kader mit jungen, talentierten, leistungsbereiten Spielern aus der Region aufzufüllen, habe ich um kurzfristige Auflösung des Handschlag-Vertrags gebeten." Er selbst will nun erst wieder ab Kreisliga aufwärts als Trainer fungieren, was sich auch sein Spielleiter Roland Prokopy besser für ihn vorstellen kann: "Wir sind ein Dorfverein, dafür hat Peter von den Spielern und dem Umfeld zu viel verlangt. In einem höherklassigen Verein sind die Ansätze von Peter bestimmt umsetzbar. Bei uns waren Theorie und Praxis einfach nicht zu verbinden."

Einer aus den eigenen Reihen

Als Nachfolger für Kramer wird beim FC Dormitz der 26-jährige Michael Popp agieren. Er kommt aus dem Verein, kennt die Mannschaft und hat die Vorbereitung bisher als Spieler durchgezogen, so dass er ohne Eingewöhnungszeit anfangen kann.

Zuvor hat er schon die A-Jugend des FC Dormitz trainiert. "Wenn ich mir das nicht zutrauen würde, dann würde ich es nicht machen. Letzte Saison wurden wir Sechster, das ist auch in diesem Jahr das Minimalziel", so der neue Trainer, der sich auf die Arbeit mit seiner harmonischen Mannschaft bereits freut. Als Abgang steht in Dormitz Patrick Missalla zum TSV Brand fest, weitere Transfers sind noch nicht abgeschlossen. uk