Ein zäher Vergleich, der sich das Prädikat Spitzenspiel vor der Pause kaum verdiente, war der InFranken-Kick aus Ebermannstadt. Erst Mitte der zweiten Halbzeit nahm das Derby aus der Kreisklasse 2 Fahrt auf und blieb bis zum Abpfiff spannend. Am Ende drehte der TSV den 0:1-Rückstand gegen Wichsenstein noch zum knappen 2:1-Arbeitssieg. Allerdings beschwerte sich Gästetrainer Stefan Rubner massiv über die Entstehung des 1:1-Ausgleichs, der per Joker-Tor von Maximilian Striegel nach einem umstrittenen Eckball fiel - und das Spiel zum Kippen brachte.

TSV Ebermannstadt - FC Wichsenstein 2:1
Von Anbeginn war spürbar, dass beide Mannschaften einer strengen taktischen Marschroute folgten. Während Ebs mehr Ballbesitz anstrebte, stand Wichsenstein tief und versuchte mit überfallartigen Vorstößen zum Erfolg zu kommen. Im Duell Zweiter gegen Dritter wollte keine Reihe der anderen ins Messer laufen, nur zaghaft tasteten sich beide in den jeweiligen Strafraum vor. So sahen die 350 Zuschauer kaum echte Torchancen, lediglich Armin Schüpferling für die Gäste und Patrick Hutzler für den TSV per Fernschuss waren erwähnenswerte Szenen. Meist rannten sich die Angreifer auf beiden Seiten in den vielbeinigen Deckungsverbänden fest, das Spiel fand hauptsächlich zwischen den Strafräumen statt. Es passierte so wenig, dass man diesen Platz auch für ein Kochrezept hätte nutzen können. Einziger Wachmacher war der Blackout von TSV-Keeper Felix Bischoff zwei Minuten vor der Halbzeit. Er legte die Pille unbedrängt Volkan Güla in den Fuß, der in die Mitte zum frei stehenden Armin Schüpferling weiterpasste. Der dienstälteste Akteur am Rasen zögerte allerdings einen Tick zu lange, so dass Christian Böhm entscheidend stören konnte.

Nach der Pause kamen die Gäste mit mehr Schwung zurück und gingen nach einer knappen Stunde in Führung. In einer Phase mit nachlassender Konzentration der Heimelf reichte eine Kombination zwischen Armin Schüpferling und Güla, der Sebastian Krappmann austanzte und am herauseilenden Bischoff vorbei zum 0:1 in die Maschen spitzelte. Die junge Heimelf, deren Alterschnitt mit 21,6 Jahren deutlich unter dem der erfahrenen Gäste (29,0) lag, tat sich weiterhin schwer. Lediglich bei Freistößen von Alexander Kapp keimte durch dessen brillante Schusstechnik Gefahr auf, allerdings waren sie meist Beute von FC-Keeper Marc Wehrfritz. Eine umstrittene Ecke empörte die Gäst-Elf, nach deren Meinung niemand mehr am Schuss von Patrick Hutzler dran war. Nach Rücksprache mit dem Spieler blieb Schiri Karl Wagner bei der - folgenschweren - Entscheidung. Zunächst noch abgewehrt, landete der Eckball beim eingewechselten Maximilian Striegel, der die Kirsche aus zwölf Metern trocken zum 1:1 ins Netz jagte (76.). Der TSV blies zur Schlussoffensive. Hutzler sowie Marvin Wunder kamen zu Möglichkeiten, aber letztlich war ein zu forsches Abwehrverhalten von Stefan Alt und Johannes Sebald der Schlüssel zum Erfolg. Kapp kam in der Zange der beiden zu Fall, den fälligen Strafstoß verwandelte Hutzler sicher zum 2:1-Siegtreffer (86.). Gotmann hatte in der Schlussminute nach Güla-Flanke den Ausgleich auf dem Scheitel, er scheiterte jedoch.

Gästetrainer Stefan Rubner war nach Abpfiff mächtig angefressen: "Meiner Mannschaft kann ich keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben und ein gutes Spiel abgeliefert. Schade, dass es nach einer groben Unsportlichkeit zum 1:1-Ausgleich kippte, als es fälschlich Eckball gab. Der Spieler bekam sogar die Chance aufzuklären, blieb aber bei Nachfrage des Schiris bei der Unwahrheit. Für mich ist ein derartiges Verhalten grenzwertig."
Der Puls von TSV-Trainer Roland Beck hatte sich beim Fazit noch nicht beruhigt: "Ich mache das nun schon seit einem Dutzend Jahren und manche Spiele schaffen mich richtig, auch wenn ich äußerlich ruhig wirke. Das Ergebnis ist in Ordnung, mit unserer Leistung war ich jedoch nicht ganz zufrieden, vor allem vor der Pause. Unser Sieg war vielleicht glücklich, aber nicht unverdient. Am Ende ist es egal, wie er zustande kommt."
TSV Ebermannstadt: Bischoff - Maximilian Wunder, Hübschmann, Krappmann, Sebastian Brütting, Böhm, Patrick Hutzler, Götz, Marvin Wunder, Kapp, Gräbner, (Striegel, Muttke, Johannes Brütting).
FC Wichsenstein: Wehrfritz - Speckner, Ruckriegl, Rubner, Sebald, Alt, Güla, Marcus Schüpferling, Armin Schüpferling, Pilatus, Gotman, (Maximilian Sebald, Sebastian Hutzler).
SR: Karl Wagner (SV Langensendelbach). ZS: 350. Tore: 0:1 Güla (57.), 1:1 Striegel (76.), 2:1 Hutzler (86.).