Der InFranken-Kick geht in die Verlängerung. Nachdem das Kellerduell der Kreisklasse 2 zwischen Hallern-dorf und der Reserve aus Neunkirchen vor zwei Wochen ausfiel, wird die Partie am morgigen Sonntag um 14:15 Uhr ausgetragen. DJK-Spielertrainer Markus Schock will das Spiel auf jeden Fall durchziehen, um noch vor der Winterpause den Anschluss an den Gegner herzustellen: Die DJK steht mit 13 Zählern und vier Punkten Rückstand auf Neunkirchen auf dem ersten Abstiegsplatz. Trotzdem gibt es eine Unbekannte: Findet das Spiel statt?
Denn ob gespielt wird, hängt noch von der allgemeinen Wetterlage ab - und davon, ob der Fußball-Verband den Nachholspieltag vielleicht nicht doch wieder absetzt. Dann wäre im Spielkreis ab sofort Winterpause. Sollte aber nur der Platz in Hallerndorf am Sonntag unbespielbar sein, während andere Spiele ausgetragen würden, wäre die Lage ungewiss.

Von einer erneuten Spielabsage wollen sich die Gäste jedoch nicht überraschen lassen und wären vorbereitet, wie Spielertrainer Kosta Zafiris sagt: "Falls wir nicht in Hallerndorf spielen können, dann wollen wir die Partie sofort bei uns austragen. Die Regeln sehen bei der zweiten Spielabsage vor, dass das Heimspielrecht gedreht wird, deshalb halten wir einen unserer beiden Plätze in Neunkirchen bereit."

Zafiris will sich jedoch auf den sportlichen Teil konzentrieren und frohlockt, weil er seit drei Wochen wieder über seinen kompletten Kader verfügen kann: "Zwei Langzeitverletzte, Florian Sonnenberg und Patrick Schütz, sind wieder dabei. Auch Elias Georgiadis ist aus seiner Verletzungspause zurück. Seitdem sind wir wieder aus dem Abstiegsbereich nach oben geklettert, und ich bin zuversichtlich, dass es für uns noch nicht das Ende der Fahnenstange ist." Vielmehr habe er und auch Stefan Wüst, der Trainer der ersten Mannschaft, manchmal fast ein Luxusproblem: "Unser Kader umfasst 40 Spieler, bei mir tauchen zeitweise 16 oder 17 Spieler beim Training auf, weshalb ich zu den Reservespielen schon mal zwei oder drei daheim lassen musste, obwohl sie trainierten." Dennoch lief es am Anfang unrund, da sein Team durchwegs aus jungen Akteuren besteht, die eine gewisse Eingewöhnungszeit bräuchten: "Sie besitzen eine gute Qualität, müssen aber noch geformt werden. Das zeigt sich daran, dass wir alle unsere Punkte daheim holten, während wir auswärts keinen Zähler ergatterten und nur drei Tore schossen. An guten Tagen können wir jeden Gegner schlagen, wie wir an schlechten Tagen genauso gegen jeden verlieren können."

Am Sonntag will sich der 39-jährige KFZ-Meister nicht nach dem Gegner richten: "Wir wollen den nächsten Dreier, auch wenn wir auswärts spielen. Ein Remis ist das Minimalziel, um sie zumindest auf Distanz zu halten."

In der Abwärtsspirale

Markus Schock, seit drei Jahren Spielertrainer in Hallerndorf, ringt um erklärende Worte zum Tabellenverlauf: "Normal gebe ich nicht so viel auf diese Sprüche, aber seit wir unten stehen, klebt uns wirklich das Pech an den Stiefeln. Das fängt mit unerklärlichen eigenen Patzern an und hört bei ebenso unerklärlichen Situationen im Spiel oder der Spielleitung auf. Nachdem wir im Vorjahr bis zum Ende vorne mitspielten, ist die Fehlerquote von teils sehr erfahrenen Spielern umso mysteriöser." Von den jungen Spielern, von denen Schock einige im Kader hat, erwarte man es eher, dass es an Selbstvertrauen mangele. Aber dass dieser Umstand auch die gestandenen Akteure betrifft, überrascht den 41-jährigen Werkzeugmacher umso mehr: "Heuer entscheiden bei uns oft Kleinigkeiten ein Spiel." Nun schöpft Schock, der am Sonntag unbedingt antreten will, frischen Mut, weil trotz der Niederlage gegen Weilersbach vielversprechende Ansätze vorhanden waren: "Wir wollen das letzte Spiel vor Weihnachten gewinnen und über die Feiertage unsere Köpfe freibekommen. Auch im Verein gibt es Umstrukturierungen, das hängt alles zusammen. Nach der Winterpause müssen wir richtig Gas geben." Über den Gegner will sich Schock keine großen Gedanken machen: "Ich habe schon geahnt, dass diese Saison anders wird als letzte Spielzeit. Fakt ist: Wir müssen da unten rauskommen - egal wie. Wenn man gegen eine Reserve spielt, muss man immer mit Verstärkungen aus der ersten Garnitur rechnen, aber das ist eine Chance für meine Spieler, es sich und den Zuschauern zu beweisen."

Neu im DJK-Führungsstab ist zudem Günther Gebhardt, der vor kurzem den langjährigen Funktionär und zuletzt sportlichen Leiter Jürgen Heinl ablöste. Schock hofft auf ein Happy-End im Seuchen-Jahr mit dem Klassenerhalt: "Wenn wir das schaffen, sind wir alle mit einem blauen Auge davon gekommen."