Nach zehn Minuten war das Handball-Derby in der Bezirksoberliga zwischen den Männern des HC Forchheim und des SV Buckenhofen entschieden. Am Ende deklassierten die Gastgeber ihren Gegner in der gemeinsamen Heimspielstätte mit 40:23.

HC Forchheim - SV Buckenhofen 40:23

Matthias Ochs warf nach drei Minuten das erste Tor. Zwar glich Buckenhofen durch Markus Hübenthal aus (4.), doch die Nummer 26 der Forchheimer wusste um die Bedeutung des Treffers: "Am Anfang ist es immer eine Zittersache. Das erste Tor löst die Spannung ein wenig." Denn nach dem 1:1 zeigte der HC, wofür er bekannt ist: Nur weitere fünf Sekunden waren auf der Anzeigentafel abgelaufen, als die Gastgeber wieder vorn lagen. Tobias Hallmann scheiterte mit seinem Siebenmeter zwar an der Latte, den Nachwurf versenkte er aber beidhändig zum 3:1.

Mit seinen gefürchteten Tempo-Gegenstößen zog Forchheim auf 13:3 davon. Der flinke Ochs war von der Defensive nicht zu halten. Bei eigenen Angriffen entpuppte sich Hallmann - einen Tag vor dem 9. November - als unüberwindbare Mauer. "Wir haben dem SVB keine Chance gelassen, hatten auf alles eine Antwort", sagte HC-Coach Dirk Samel nach Abpfiff. Nach zehn Minuten war die Partie, von der nicht nur die Trainer einen knappen Ausgang erwartet hatten, entschieden. "Da war mir klar, dass nichts mehr passsiert", erklärte Samel.
Die Buckis erkannten zu spät, dass sie körperlich dagegen halten mussten. Als sie es taten, schwächten sie sich mit Zeitstrafen selbst. Nach einem Foul an Kilian Kiesel gerieten Spieler beider Lager kurz aneinander. Mehr war von der Rivalität aus früheren Zeiten nicht übrig geblieben. Für Psychospielchen oder Nickligkeiten war der Spielverlauf auch zu deutlich. "Ich kenne fast alle Spieler des Gegners persönlich", erklärte SVB-Akteur Moritz Winter. Die gesunde Härte, die er in der Begegnung ausgemacht hatte, fand er in Ordnung. "So soll es in einem Derby auch sein", sagte der 23-Jährige.

Bis zur Halbzeit schraubte der HC seine Führung auf 21:10 nach oben. "Es gab schon Handball-Spiele, in denen so ein Rückstand noch aufgeholt wurde", sagte Siegbert Bauer hinterher. "Doch nach der Pause ging es genauso weiter", analysierte der SVB-Trainer fast resignierend. Tatsächlich knüpften die Gastgeber nahtlos an ihren beeindruckenden Auftritt der ersten 30 Minuten an, erst beim Stand von 27:13 nahmen sie etwas Tempo heraus.
Zehn Minuten vor Schluss leuchtete den 400 Zuschauern in der Realschulhalle ein 33:19 entgegen, Julius Sitzmann erreichte mit seinen Würfen aus spitzem Winkel eine Trefferquote von nahezu 100 Prozent. Hallmann und Ochs ließen bei ihren Abschlüssen auch nicht locker. Florian Ladwig war es zehn Sekunden nach seiner Einwechslung vorbehalten, per Siebenmeter den 40. Forchheimer Treffer zu markieren. Kurz danach nahm Samel eine Auszeit. "Es war für mich die letzte Gelegenheit, mit dem kompletten Team zu sprechen", erklärte der Coach den ungewöhnlichen Schritt. "Ich habe ihnen gesagt, dass ich mega zufrieden und stolz auf sie bin", so der 49-Jährige.

Denn mit Ablauf der 60 Minuten verstreuten sich die Spieler in der Halle. Feiern mit dem Publikum und Trösten der niedergeschlagenen Buckenhofener standen auf dem Programm. Bauer nahm die Klatsche relativ gelassen: "Wir hatten eine hohe Fehlerquote, haben einfach schlecht gespielt. Wenn dann der Gegner noch einen sehr guten Tag erwischt, kommt so ein hohes Ergebnis zustande." Und Moritz Winter fand: " Wir haben uns am Anfang überrennen lassen und sind dann nicht mehr ins Spiel gekommen."

Da der bisherige Spitzenreiter HSG Erlangen/Niederlindach verlor, übernimmt der HC Forchheim mit 10:2 Punkten sogar die Tabellenführung in der Bezirksoberliga.