Am 3. Mai 1983 machte Sabine Glöckl ihr erstes Handball-Spiel für den SV Buckenhofen. Damals war sie seiben Jahre alt. "Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern", sagt die heute 39-Jährige. Denn das Datum stammt nicht aus ihrem Gedächtnis, sondern von Vater Herbert Gumbmann, der sämtliche Karriere-Schritte seiner Tochter dokumentiert hat. "Fast 600 Spiele und mehr als 1000 Tore hat Sabine für den SVB gemacht", erzählt Gumbamnn. Nun beendet Glöckl ihre nur von vier Schwangerschaften unterbrochene Laufbahn.


Am Ende zählt der Klassenerhalt

"Der Pokalsieg ist ein guter Schlusspunkt", findet Glöckl, auch wenn es mindestens ihr dritter ist. Mit der abgeschlossenen Spielzeit in der Bezirksoberliga (BOL) ist die 39-Jährige dagegen nicht komplett zufrieden: "Ab Mitte der Saison hatten wir einen Einbruch, aber am Ende zählt nur der Klassenerhalt."

Den hat das Team von Trainer Uli Wendler dann aber deutlich geschafft. Zwar rangieren die Buckis in der Tabelle nur knapp über dem Strich auf Rang 10, doch der erste Absteiger, die HSG Erlangen/Niederlindach weist 14 Punkte weniger auf.

Dem Handball und dem SV Buckenhofen geht Glöckl allerdings noch nicht vollständig verloren. "Ich möchte weiter beim Training mitmachen, um mich fit zu halten", sagt sie. Außerdem steht sie regelmäßig als Übungsleiterin in der Halle. Die Bambini um Töchterchen Sofia (5) profitieren von Glöckls Erfahrung.


Erst keine, dann alle vier

Dabei schien das Handball-Erbe der Familie Gumbmann mit Sabine Glöckls Rückzug zu verebben. "Keine meiner vier Töchter wollte Handball spielen, doch eine Freundin meiner Ältesten, Anna, hat sie überredet und dann hat eine nach der anderen angefangen", erinnert sich die Ergo-Therapeutin, die einst alle Jugend-Mannschaften der Buckis durchlief.

Vor 20 Jahren stand das SVB-Damenteam plötzlich vor dem Aus. "Die Mädels haben sich nach dem Abi in alle Welt verstreut, sodass es nicht mehr genug Spielerinnen gab", berichtet Gumbmann. Auch seine Tochter zog es zur Ausbildung nach Würzburg, Zeit für Handball - nun in Baiersdorf - fand die Rückraumspielerin dennoch. Und im Jahr 2000 ging sie dank Vater Herbert wieder zu Hause in Buckenhofen auf Torejagd.

Die neue Mannschaft musste in der untersten Liga anfangen. "Wir haben uns aber wieder dahin gearbeitet, wo wir hingehören", sagt Glöckl, die nach ihrem Wechsel von der Außenposition in den Rückraum wesentlich besser zur Entfaltung kam und bis zuletzt nicht die Älteste in der BOL war. "Sie hat sich immer gefreut, wenn sie auf dem Spielberichtsbogen eine Gegnerin entdeckt hat, die älter ist", verrät Gumbmann und lacht.