Markus Gubitz bringt mit dem Steilpass heute einen alten Weggefährten ins Spiel, der mit der SpVgg Jahn Forchheim in der Bayernliga auf Meisterschaftskurs liegt. Doch der Traum von der Regionalliga ist für Tobias Ulbricht und seine Teamkollegen schon geplatzt. Doch der 28-jährige Projektmanager will sich davon nicht entmutigen lassen.

Wer hat Sie angespielt?
Tobias Ulbricht: Der Pass kam von Markus Gubitz. Ich hab' praktisch meine Jugend mit ihm verbracht, er ist ein richtig guter Kumpel. Weil sich unsere Wege durch Beruf und Sport getrennt haben, ist der Kontakt leider etwas abgerissen, aber das kann sich ja wieder ändern. Am Platz als auch privat würde ich Markus als Schlitzohr beschreiben - im positiven Sinn natürlich.

Wie sieht Ihr bisheriger Laufweg aus?
Mit dem Fußballspielen habe ich in der E-Jugend in Weilersbach angefangen, später bin ich nach Ebermannstadt gewechselt, wo ich als A-Jugendlicher schon in der ersten Herrenmannschaft ausgeholfen habe. Dabei hat mit Norbert Hofmann entdeckt und mich zum FC Sand gelockt, wo ich in meinem ersten offiziellen Herrenjahr gleich Landesliga gespielt habe. 2004 bin ich aus beruflichen Gründen nach Forchheim gekommen, deshalb war auch ein fußballerischer Wechsel logisch. Bei der SpVgg Jahn Forchheim fühle ich mich sehr gut aufgehoben, abgesehen von einem halbjährigen Abstecher zum FSV Erlangen-Bruck im Jahr 2011 war ich ohne Unterbrechung hier und hab' alle Aufs und Abs mitgemacht.

In dieser Saison läuft es sportlich überragend. Keiner hat damit gerechnet, dass wir in der Bayernliga oben mitspielen würden. Umso bitterer ist es für uns Spieler, dass der Verein mit dem Ablauf der Meldefrist für die kommende Saison bekannt gegeben hat, im Fall der Fälle nicht von seinem Aufstiegsrecht Gebrauch zu machen. Aus Vereinssicht ist das auch völlig nachvollziehbar, denn die Regionalliga ist ja auch finanziell eine große Herausforderung und so einen Crash wie im Jahr 2000 will hier natürlich keiner mehr erleben. Wir Spieler haben bis zuletzt gehofft, dass sich der sportliche Traum doch irgendwie verwirklichen lässt. Aber auch so wollen wir jetzt Charakter zeigen und versuchen, Meister zu werden. Das wäre eine tolle Sache.

Was erwarten Sie von diesem Wochenende?
In Amberg steht ein weiteres Spitzenspiel für uns an. Beim FC scheint trotz der guten Tabellensituation einiges nicht gepasst zu haben, denn diese Woche wurde der Trainer ersetzt. Wir erwarten dort eine große Zuschauerkulisse, können aber befreit und ohne Druck aufspielen und wollen Amberg auf jeden Fall ärgern. Leider müssen wir höchstwahrscheinlich auf unseren Torjäger Tom Jäckel und Florian Clausnitzer verzichten, aber unser Team ist auch so stark genug, um zu gewinnen.

Wen spielen Sie als nächstes an?
Ich passe zu Thomas Dotterweich vom SC Eltersdorf. Ich kenne "Dotti" von früher, als er für Strullendorf und ich für Sand spielte, und wir uns heiße Duelle lieferten. Letzten Sommer hab' ich es geschafft, ihn von Bamberg zu uns nach Forchheim zu locken, und konnte endlich mal mit ihm zusammen in einem Team spielen. Im Winter ist er dann nach Eltersdorf gegangen, wo er sich schon die Kapitänsbinde verdient hat. Thomas ist ein echter Sechser, der mich vom Stil her ein bisschen an Bastian Schweinsteiger erinnert.