Nicht nur die Vereine selbst geraten bei einem Abstieg in unruhige Fahrwasser. Auch der Verband kann Probleme bekommen, denn die Absteiger setzen sich geographisch natürlich nicht nach den Wünschen der Spielklassen-Einteiler zusammen. Mit dem SV Buckenhofen, der SpVgg Heßdorf, dem FC Herzogenaurach und dem SC Eltersdorf II müssen gleich vier Klubs den Gang aus der Bezirksliga antreten, die gemäß ihrer Lage auf der Landkarte einen Platz in der Kreisliga 1 beanspruchen.

Aus zwei mach eins

Ein zusätzlicher Engpass könnte entstehen, wenn dem Releganten dieser Staffel - TSV Röttenbach oder SV Tennenlohe - der Sprung in die Bezirksliga nicht gelingt. Und als wäre das nicht schon genug, tun sich im "Pegnitzgrund" Lücken auf, die eine weitere Verschiebung aus der Kreisliga 1 in die Kreisliga 2 zur Folge haben könnten. Denn zum einen wechselt der SV Auerbach in den Spielkreis Amberg/Weiden, zum anderen fusionieren der SV Wolfsberg und der TSV Geschwand zu einer Spielgemeinschaft.

Drei Wochen vor Saisonende, also teilweise mitten im Auf- oder Abstiegskampf, haben wir uns bei den eventuell von einer Abschiebung in die Kreisliga 2 betroffenen Vereinen umgehört.

"Vom Fahren her fast egal"

Am wenigsten Probleme scheint Kirchehrenbach mit der Umgruppierung zu haben. "Vom Fahren her ist es fast egal. Das dürften ungefähr dieselben Distanzen sein", meint Erste-Mannschafts-Betreuer Helmut Stock. Und mit Moggast und Gößweinstein hätte der TSV auch attraktive Derbys. "Finanziell ist die Kreisliga 2 für uns sogar besser", erklärt Stock, der erst während der Saison 2009/2010 seine Meinung geändert hat. Damals war es für uns wie ein Schock", erinnert sich der 44-Jährige an die Ankündigung, dass Kirchehrenbach in die Kreisliga 2 müsse, "doch letztlich hat es uns sogar besser gefallen." Daher werde der Verein die Einteilung so akzeptieren, wie sie kommt.

Nicht unbedingt freiwillig, aber ohne große Gegenwehr dürfte es auch den SC Uttenreuth erwischen. "Wir rechnen schwer damit, inoffiziell wurde es bereits angedeutet", sagt Lothar Fürst, der die Mannschaft seit 2011 trainiert - und in der vergangenen Spielzeit aus ähnlichen Gründen bereits Kreisliga-2-Luft schnupperte. "Einer muss ja", erklärt Fürst, der lieber in der Einser-Staffel bleiben würde, "aber wir können ja schlecht in der einen Liga mit 20 und in der anderen mit zwölf Mannschaften spielen."

Zwar ändere sich die Zusammensetzung jährlich, doch die Kreisliga 1 sei schlicht attraktiver. "Wir kennen die anderen Teams, es gibt Rivalitäten, man trifft alte Weggefährten oder freut sich darauf, einem Dauergegner eins auszuwischen", zählt der 46-Jährige die Vorzüge auf und gerät beinahe ins Schwärmen. Die Kreisliga 2 sei nicht viel schlechter, aber mit den Bezirksliga-Absteigern werde die Kreisliga 1 gewaltig, vermutet der Erlanger.

Neuer Trainer will Kreisliga 2

Noch ist Effeltrich Kreisklassist, doch auch bei der SpVgg haben sich die Verantwortlichen schon Gedanken über die Einteilung gemacht.

"Erstmal hoffen wir, dass wir es überhaupt schaffen", schränkt Jochen Brechelmacher ein, der sich nur am Rande mit dieser Thematik beschäftigt hat. Und deshalb nicht genau weiß, wo Neunhof der Troschenreuth liegen. "Ich weiß zwar, wo Uehlfeld ist, aber eben auch, dass es eine sehr weite Strecke ist", sagt der Manager des Tabellenführers der Kreisklasse 2.

"Unser nächstjähriger Trainer Stefan Wüst präferiert die Kreisliga 2, ein Großteil der Mannschaft will eher in die Einser", verrät der 38-Jährige, der sich darüber bewusst ist, dass sein Klub zu den Grenzfällen des Spielkreises gehört. Ein Aspekt spricht seiner Meinung nach aber für die Kreisliga 1: "Man hat ja gerne, dass die Reserve auch auswärts das Vorspiel der ersten Mannschaft hat. Das wäre in der Kreisliga 1 häufiger der Fall."
Am wenigsten hat sich Christian Walda Gedanken über die Zugehörigkeit seiner Eggolsheimer in der kommenden Spielzeit gemacht. Verständlich, denn der Verein hat gerade einen vorzeitigen Trainerwechsel hinter und noch drei Wochen Abstiegskampf in der Kreisliga 1 vor sich. "Ich weiß gar nicht genau, wer in der Nachbarliga spielt", räumt der DJK-Abteilungsleiter ein. Und Derbys wie in der aktuellen Spielklasse seien ihm lieber als eventuell leichtere Gegner, aber dafür weitere Fahrten. "Wenn es der Kreisverband so festlegt, müssen wir damit aber leben", sagt Walda.