Die Meisterschaft war nur eine Frage der Zeit, zu souverän traten die Handball-Frauen des HC Forchheim in der Bezirksoberliga auf. Mit dem Sieg im Derby beim SV Buckenhofen - sprich in eigener Halle - hat die Mannschaft von Trainer Thomas Ihrke den Titel bereits fünf Spieltage vor Schluss perfekt gemacht, da Verfolger Pyrbaum gegen Winkelhaid II nur unentschieden spielte und aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs mit Forchheim keine Chance mehr auf Rang 1 hat.

Eigentlich ein perfekter Rahmen, doch den HC-Frauen und ihrem Coach war (noch) nicht zum Feiern zumute.


SV Buckenhofen - HC Forchheim 22:26

"Wir haben noch nicht damit gerechnet", sagte Ihrke, der deshalb keinen Sekt kalt gestellt hatte. "Und ehrlich gesagt wollten wir es auch noch nicht." Die Forchheimerinnen spielten zwar in der Realschulhalle, die ihnen und dem abstiegsgefährdeten Stadtkonkurrenten als Heimspielstätte dient, doch die Anwurfzeit am Sonntagabend sprach gegen eine rauschende Party. Die soll am kommenden Samstag nach dem - dann auch offiziellen - Heimspiel gegen Naabtal nachgeholt werden.

Was nicht heißt, dass der HC seine vier verbleibenden Partien herschenkt. "Bis auf Pyrbaum und uns ist die ganze Liga noch im Abstiegskampf. Wir sind es den anderen Teams schuldig, unser Bestes zu geben", erklärt Ihrke. Und das Beste des HC sollte gut genug sein, um gegen die HG sowie gegen Weiden, Winkelhaid II und Herzogenaurach II zu punkten - und damit indirekte Schützenhilfe für den SVB zu leisten.

Die Buckenhofenerinnen, die nach der Trennung von Trainer Hans-Jürgen Schellberg bis Saisonende von Klaus Heinrich betreut werden, verkauften sich diesmal teurer als im Hinspiel, in dem sie mit 23:30 unterlagen. Zwar lagen die Gastgeberinnen nie in Führung und beim Halbzeitstand von 6:13 drohte erneut eine deftige Pleite, doch mit dem 22:26 hielten die Buckis die Niederlage in Grenzen, was wichtig für das Selbstvertrauen im Kampf um den Klassenerhalt sein könnte.


Buckenhofen hat gute Aussichten auf den Klassenerhalt

Die darin verwickelten zehn Mannschaften sind nur durch sieben Zähler getrennt. Gegen je zwei Konkurrenten hat der SVB den Vergleich gewonnen und verloren. In die fünf ausstehenden Begegnungen geht die Heinrich-Sieben je zwei Mal mit Vor- und Nachteil aus dem Hinspiel sowie ein Mal mit einem Remis (TS Herzogenaurach II). Offener könnte der Ausgang kaum sein.

Fest steht jedoch, dass Thomas Ihrke den HC Forchheim zwei Jahre nach dem BOL-Aufstieg in die Landesliga führt, wo der Abstiegskampf noch heftiger ausfallen könnte. "Vier von 14 Mannschaften steigen ab, vielleicht muss der Fünftletzte sogar noch in die Relegation", blickt der Coach bereits voraus. "Wir werden vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg spielen", fürchtet der 37-Jährige.

Um darauf vorbereitet zu sein, will er die Restsaison bei aller Ernsthaftigkeit dazu nutzen, "unsere Schwächen zu minimieren", sagt Ihrke. Immerhin hat er mit Linda und Vera Vesely sowie Anna Gößwein drei Akteurinnen im Kader, die bereits zu VfB-Forchheim-Zeiten in der Landesliga aufliefen.
SVB: Krieg, Wilutzky - Anderl (1), Heinrich (2), Knauer (3), Börner (4), Brütting (2), Miriam Neuner (4), Menke, Krampert, Wirth (2), Meike Neuner (2), Knust(1)
HC: Heid - Kieser (7), Imstorfer, Vesely (4), Sauer (4), Nemeth, Sokol, Molls (6/4), Walz (1), Dachwald(1), Gößwein (2), Kohmen (1)