Der InFranken-Kick zwischen dem FC Burk und dem TSV Röttenbach endete 2:2- Unentschieden. Mit der Punkteteilung im Verfolgerduell der Kreisliga 1 verloren die Gäste wichtige Zähler, um nochmals im Kampf um die beiden Aufstiegsplätze eingreifen zu können. Der TSV hat nun mit sieben Punkten Rückstand vor den letzten sechs Partien nur noch theoretische Chancen, das Spitzen-Duo Herzogenaurach und Adelsdorf einzuholen. Für die Burker und deren scheidenden Trainer Markus Ammon war der Punktgewinn gegen die hoch favorisierten Gäste mehr als ein Achtungserfolg. Denn nach zwei Niederlagen und zuletzt fünf sieglosen Spielen war die Saison quasi gelaufen, der FC fand sich ohne realistisch erreichbares Ziel im Niemandsland der Tabelle wieder und plant bereits für die kommende Spielzeit.

Fieses Ding von Torner

Zwei personell geschröpfte Mannschaften standen sich bei guten äußeren Bedingungen im Burker Seetal-Stadion gegenüber. Von Beginn an war klar, dass Röttenbach das Spiel wird machen müssen. Nach vorsichtigen Aufbaukombinationen wurde nach und nach der lauffreudige Manuel Kilger mit Pässen in die Gasse gesucht und gefunden, aber noch ohne Wirkung. Die Gastgeber, die ihrerseits wohl auf eine geeignete Chance spekulierten, kamen erstmals über Christopher Dachwalds linken Flügellauf nach vorne. Dessen weiten Flankenball erwischte Alexander Priebusch, köpfte jedoch einen Abwehrspieler an (10.). Etwas überraschend dann die Führung für die Hausherren, nachdem Röttenbach die Partie zunehmend kontrollierte. Priebusch bediente aus dem Halbfeld den emsig arbeitenden Stefan Torner, der das sich rasch senkende Zuspiel ohne zu zögern abnahm und aus 22 Metern abzog. Weil der Ball Torner offensichtlich über den Schlappen rutschte, drehte er sich vom Torhüter weg in die Ecke und sprang vom Innenpfosten zum 1:0 ins Netz (18.).

Kurz darauf bejubelten die Gästefans den vermeintlichen Ausgleich, als ein zu kurz abgewehrter Freistoß von Hannes Dörrer am Sechzehner volley Richtung FC-Tor flog, Raasch die Kugel sensationell an den Pfosten lenkte, Benedikt Eisen beim Nachschuss aber im Abseits stand (24.). Bis dahin auffällig: Die Burker Hintermannschaft mit den alten Hasen ließ die Angreifer oft kommen und mit all ihrer Erfahrung ins Abseits laufen, oder stellten geschickt die Räume zu, so dass Kurzpässe kaum ihr Ziel fanden. Zunehmende Versuche aus der zweiten Reihe waren die Folge. Kurz vor der Pause funktionierte das schnelle Umschaltspiel der Gäste besser, auch wenn Kilger noch zu ungenau zielte (44.). Gefährlicher war der Pass von Sebastian Eckel in den Rückraum, Schulz reagierte jedoch zu schwach und auch Eisen kam nicht mehr ran. Halbzeit.

Schneller Ausgleich

Röttenbach drängte weiter und wurde bald belohnt. Eckel umkurvte über rechts die Abwehr wie Slalomstangen, drang in den Strafraum ein und blieb an einem Bein hängen. Der bis dahin ohne Probleme leitende Hagenauer Johannes Gründel, dessen Ansetzung bei den Gästen für Stirnrunzeln sorgte, weil er für den FC Herzogenaurach pfeift, entschied ohne größere Proteste auf Elfmeter. Diese Gelegenheit ließ sich Stephan Baumüller nicht entgehen, Raasch war chancenlos, es stand 1:1 (52.).

In der Folge wurde die Partie ruppiger, die Gastgeber stemmten sich robust gegen die stärker werdenden Röttenbacher. Für Verwirrung sorgte der Assistent auf der Gästeseite, der bei einem Zuspiel in die Spitze erst die Fahne kurz hob, sie aber nach aufkeimenden Unmut des TSV-Anhangs wieder senkte. Michael Batz konnte aus dem Überraschungsmoment kein Kapital schlagen und vergab (59.).

Die Zuschauer beider Lager brachten sich endgültig lautstark in die Partie ein, als Kilger am Sechzehnereck einen Freistoß zugesprochen bekam, aber auch kurioserweise verwarnt wurde. Vorangegangen war eine kleine Rangelei mit Verursacher Johannes Schmidt, der allerdings dem Angreifer seinerseits Theatralik vorwarf und ihm übereifrig auf die Beine helfen wollte. Hier drohte die an sich faire Stimmung zu kippen, nachdem die Gäste auch für Schmidt eine Bestrafung forderten (69.). Fußball wurde dann auch wieder gespielt. Jedoch kamen die Gastgeber abermalig zur Führung mit einem der wenigen gut ausgespielten Konter: Nicolas Schulz zog zielstrebig über die Außenbahn auf das TSV-Gehäuse zu und ließ dem kaum beschäftigten Torhüter Christian Schauer bei der 2:1-Führung keine Chance (72.). Ein weiter Abschlag von FC-Keeper Raasch hätte beinahe die Entscheidung gebracht, als Florian Knauer nicht lange fackelte, aber die Murmel knapp um Schauer und den Gäste-Pfosten bog (78.). Der 2:2-Ausgleich für Röttenbach kurz vor Abpfiff passte zum längst zerfahrenen Spiel und war umstritten. Erst reagierte Raasch bravourös per Reflex beim Kopfball von Matthias Oßmann, gegen den Nachschuss von Michael Gaudian aus kurzer Entfernung war er aber machtlos (86.). Die Burker wähnten den Torschützen im Abseits, auch Referee Gründel schien sich nicht vollends sicher zu sein. Erst nach einer längeren Unterredung, zu der er den Assistenten weg von den Gästezuschauern zu sich aufs Feld holte, zeigte Gründel zum Anstoßpunkt.

Die Meinung der Trainer

Röttenbachs Trainer Joachim "Jojo" Müller konnte sich über den späten Punktgewinn nicht wirklich freuen und haderte mit den vergebenen Möglichkeiten: "Meinen Männern kann ich keinerlei Vorwurf machen, sie haben alles versucht, aber die Chancen nicht genutzt. Zum Schiri will ich nichts sagen, denn wir waren Burk eigentlich haushoch überlegen, haben aber unsere Möglichkeiten versäumt. Und Burk macht aus zwei Chancen zwei Dinger. Es war ein dominantes Spiel von uns, wir waren ständig im Angriff und müssen eigentlich gewinnen." Sein Team nahm das Spiel keineswegs auf die leichte Schulter: "Burk ist ja keine Laufkundschaft, wir wussten, dass es schwer wird. Wir sind selten auf die Grundlinie gekommen, obwohl wir es permanent diktiert haben. So oft wie in diesem Spiel waren wir schon lange nicht mehr im Strafraum eines Gegners."

Burker Taktik ist aufgegangen

Markus Ammon genoss mit seinem Trainerstab einen Schluck aus der Pulle und verkniff sich das zufriedene Lächeln nicht: "So hatten wir uns das vorgenommen. Röttenbach musste kommen und wir wollten aus der massiven Abwehr heraus kontern. Sie hatten sicher mehr vom Spiel und uns oft unter Druck gesetzt, aber nicht wirklich die klare Torgefahr entwickelt. Da standen wir gut und haben uns mit der Führung in die Pause gekämpft." Dass die Gäste danach einen Gang zulegen mussten, sei zu erwarten gewesen: "Nach dem Wechsel haben sie uns richtig überrannt. Durch diese Phase sind wir mit Glück und Verstand gekommen. Fast hätte unser zweiter Konter gereicht, aber meine drei Einwechselspieler hatten schon volle 90 Minuten in der Reserve gespielt. Vielleicht war Röttenbach zu erfolgsverwöhnt, weil sie zuvor alles schlugen, was ihnen vor die Flinte kam. Aber so ist Fußball."