Ein Torverhältnis von 116:9, nur ein Unentschieden in der gesamten Saison, seit eineinhalb Jahren überhaupt nicht mehr verloren: Die C-Jugend des 1. FC Burk ist der aktuelle Überflieger im Juniorenfußball. Nur einmal in dieser Saison hat es nicht geklappt mit einem "Dreier" - im letzten Spiel der Hinrunde beim ASV Möhrendorf leisteten sich die Burker ein 1:1. Zu leicht habe man das Spiel mit all den Siegen im Vorfeld genommen. "Die Jungs dachten, es sei ein Selbstläufer - und haben dafür den Denkzettel kassiert. Ich habe mich zwar über das Remis geärgert, glaube aber, dass sich die Spieler am meisten geärgert haben", sagt Metin Akyol, langjähriger Jugend-Coach in Burk und aktueller Trainer der C-Junioren.

Während für die allermeisten Jugendmannschaften die Saison allmählich ausläuft, steuert die Burker C-Jugend erst noch auf das große Saison-Finale hin. In der Liga ist der Käse gegessen, die Meisterschaft längst entschieden. Doch die Burker haben neben dem Aufstieg in die Kreisklasse ein weiteres großes Ziel: den Einzug ins Landesfinale des Baupokals. Um dorthin zu kommen, muss aber das Endspiel des Bezirksfinals erreicht werden. Am Sonntag, 2. Juni, steigt das Endturnier bei der SpVgg Mögeldorf.

Greuther Fürth wartet

Die Burker haben im Halbfinale mit der SpVgg Greuther Fürth einen Regionalligisten und den wohl stärksten Gegner zugelost bekommen. Lospech eben. Das zweite Halbfinale bestreiten die Gastgeber gegen die SG Quelle Fürth. Aber: Vor großen Namen bekommt beim 1. FC Burk keiner so schnell schlotternde Knie. Auch nicht vor Eltersdorf. Der Sportclub stand den Burkern in der 4. Runde des Bau-Pokals gegenüber. "Wir sollten die Niederlage in Grenzen halten, wurde mir vor dem Spiel geraten", sagt Akyol. Dann gewannen die Burker mit 1:0 - vermutlich auch dank des sechstägigen Trainingslager in Italien, unmittelbar vor dem Spiel, auf ausdrücklichen Wunsch der Mannschaft. "Kein Handy, kein Fernsehen, kein Internet. Nur Natur und Fußball. Das Ergebnis hat man gesehen", sagt Akyol.

Und in diesem Takt ging es weiter: Lauf und Weißenburg, ebenfalls etliche Ligen über den Burkern angesiedelt, wurden ebenso aus dem Weg geräumt. Jetzt steht aber der größte der großen Brocken an: die SpVgg Greuther Fürth, ein Regionalligist, der sich unter anderem in der Liga mit dem FC Bayern München, dem 1. FC Nürnberg oder Eintracht Frankfurt misst - um nur einige zu nennen.

Und da sollen die Burker bestehen können? "Warum denn nicht?", fragt Akyol zurück. Sicher: Die Ausrichtung wird eher defensiv sein, das Training ist schon auf den Gegner abgestimmt - spielerisch wie taktisch, viel verraten möchte Akyol aber nicht: "Das Wichtigste ist, dass wir so wenig Fehler wie möglich machen. Natürlich, Fürth ist der Favorit. Aber es ist Fußball, und da ist eben alles drin."

Ab Sommer in der B-Jugend

Für die meisten Spieler wird es einer der letzten Auftritte im Trikot der C-Junioren sein, sie rücken einen Jahrgang nach oben, spielen ab Sommer in der B-Jugend. Schon jetzt stehen bei Akyol die Interessenten Schlange, wollen Spieler abwerben, zum Teil die halbe Mannschaft.

Doch er hat sie bislang zum Bleiben überzeugen können. "Der sportliche Erfolg spricht ja für sich", sagt Akyol. Und falls sich doch ein Spieler entschließen sollte, sein fußballerisches Glück woanders zu versuchen, wäre Akyol natürlich nicht glücklich darüber. "Klar, das Ziel ist, die Spieler bei uns zu behalten. Aber ein bisschen Stolz ist schon dabei, wenn so viele meiner Spieler das Interesse anderer Vereine wecken", sagt er. Zumal Burk durch den sportlichen Erfolg auch für Spieler anderer Vereine eine interessante Option geworden ist.

Was auch kommen mag: Akyol zumindest wird auch nächste Saison wieder als Trainer in Burk an der Seitenlinie stehen. Dann aber in der B-Jugend, mit den Jungs, die aktuell noch C-Junioren sind. "Seit acht Jahren begleite ich diesen 98er-Jahrgang, angefangen in der F-Jugend", sagt Akyol. Es ist eine ungewöhnliche Konstellation, dass der Trainer mit der Mannschaft mitwächst, aber es ist der ausdrückliche Wunsch des Teams. "Ich frage sie jedes Jahr, und jedes Mal wollen sie mit mir weitermachen", sagt Akyol.
Der gemeinsame Weg beim FC Burk, für die C-Junioren ist er noch lange nicht zu Ende.