Zweiter gegen Erster: Der InFranken-Kick zwischen der SpVgg Heroldsbach und dem TSV Ebermannstadt (Sonntag, 15 Uhr) ist exakt das, was die Liga auszeichnet. Es ist auch der Grund, warum die Gastgeber zurück in die Kreisklasse 2 ER/PEG wollten. Neben dem sportlichen Aspekt gibt es in diesem Aufeinandertreffen genau jene persönlichen Verbindungen, die dem Amateursport den gewissen Reiz geben.

SpVgg Heroldsbach (2.) - TSV Ebermannstadt (1.)
Beispielsweise trifft Heroldsbachs Trainer Stefan Hiltl auf seine frühere sportliche Heimat und alte Liebe. Sechs Jahre lang spielte er in Ebs und stieg sowohl unter Trainer Norbert Hofmann als auch einige Jahre darauf unter Vanco Timov in die Bezirksoberliga auf. Auf privater Ebene sind die Familien Hiltl und Hutzler eng befreundet, bei früheren gemeinsamen Urlauben war freilich auch der Ebser Knipser Patrick mit dabei.

Darüber hinaus pflegt Hiltl eine gute Freundschaft mit TSV-Co-Trainer Walter Horsch. Zusammen haben sie die erfolgreichen Zeiten beim 1. FC Burk mitgemacht und stehen natürlich trotz der direkten Konkurrenzsituation in der Liga weiter in stetigem Kontakt. "In der letzten WhatsApp-Nachricht hat mir Walter geschrieben, dass wir uns warm anziehen sollen", sagt Hiltl. Und das wird er auch müssen - nicht nur aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen. Vom Potenzial her sieht Hiltl die Vorteile bei den Gästen: "Ebermannstadt ist 'die' Stadt in der Fränkischen Schweiz. Ähnlich wie wir profitieren sie von ihrer guten Jugendarbeit. Die jungen Kicker beleben natürlich den Konkurrenzkampf."

Genauso wie Hiltl sagt auch Gästecoach Roland Beck, dass der Ausgang der Partie keine Vorentscheidung im Aufstiegskampf bringen werde. Seit Beck das Traineramt im Dezember 2014 beim TSV übernommen hat, geht es stetig bergauf. Die Mannschaft lernt aus ihren Fehlern, die jungen Spieler machen ihre Schritte in die richtige Richtung. Dabei ist Top-Scorer Patrick Hutzler (acht Tore) genauso wichtig wie Schlussmann Felix Bischoff und der Rest des Teams. "Die Saison ist noch lange. Ein Spitzenspiel ist immer eine schöne Sache, weil das Interesse daran sehr hoch ist. Letztlich gehen wir es aber an wie jedes andere Spiel, die Tabellensituation ist nur eine Momentaufnahme. Egal wie es ausgeht, es ist noch lange nichts entschieden", äußert sich Beck. Trotzdem ist die Vorfreude riesig. Die Trainer spüren die Anspannung bereits die gesamte Woche über. Für Hiltl wäre es vor allem wichtig, den Abstand zu den Verfolgern zu wahren.

Beide Mannschaften gehen ungeschlagen in das Gipfeltreffen. Ebermannstadt gewann zehn, Heroldsbach neun der ersten elf Partien. "Sicher waren auch Spiele dabei, bei denen es sehr eng zugegangen ist und ein anderes Ergebnis möglich gewesen wäre. Zumindest hatten wir aber immer Phasen, in denen wir die bessere Mannschaft waren und das Spiel kontrolliert haben. Wir haben aus der letzten Saison gelernt, in der wir durch Unkonzentriertheiten teils leichtfertig Punkte verschenkt haben", sagt Beck. "Wir haben viele Spiele verdient gewonnen, mancher Zähler war aber auch glücklich", schlägt Hiltl in dieselbe Kerbe und ergänzt: "Viel ist von der Tagesform abhängig, die Liga ist immer wieder für Überraschungen gut." Ebermannstadt hat zwar zwei Gegentore weniger kassiert, Heroldsbach aber dafür fünf Tore mehr geschossen. Im Spitzenspiel ist Spannung garantiert. uwke