Vier Tore in 13 Minuten: Der SV-DJK Eggolsheim erwischt den SV Simonshofen nach der Pause auf dem falschen Fuß - und legt hierbei den Grundstein für den 6:2-Erfolg. Eggolsheim spielt damit in der kommenden Saison in der Kreisliga, Simonshofen steigt in die Kreisklasse ab. Michael Rödl, der Eggolsheimer Trainer, stand nach 90 ereignisreichen nicht nur die Freude ins Gesicht geschrieben, ihm stand auch der Sekt auf der Stirn: "Wir waren besser, hätten nur in der ersten Halbzeit mehr Tore schießen müssen. Nach der Pause haben wir gezeigt, was wir drauf haben. Ich bin unendlich stolz auf meinen jungen Haufen."

Trotz der sommerlichen Temperaturen gaben beide Mannschaften Vollgas, von einer kurzen Abtastphase zu Beginn einmal abgesehen. Andreas Fechner sorgte für den ersten Aufreger, seine Flanke fischte Keeper Gottschalk vor dem einschussbereiten Valenta aber noch ab (8.). Eggolsheim wirkte bissiger, attackierte früh - und kassierte dann aber ein richtiges Ei: Einen Freistoß von der Mittellinie drosch Andreas Lang weit nach vorne, als hohen Ball für die langen Stürmer gedacht. Keeper Schier machte einen Schritt aus dem Kasten - und schon war es zu spät. Die Kugel wurde länger und länger und senkte sich ins Tor - 0:1 (11.). Der SV-DJK schüttelte sich einmal kurz und machte weiter Dampf, die Belohnung folgte schnell: Gross hatte sich auf dem rechten Flügel durchgesetzt, die Flanke flog maßgenau auf den langen Pfosten zu Loskarn, der das Zuspiel mit einem Halbflugkopfball und dem Ausgleich veredelte (15.).

Spätestens jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Eggolsheim hatte ein optisches Übergewicht, Simonshofen blieb aber immer brandgefährlich. Chancen ergaben sich im Minutentakt, hüben wie drüben. Einen Dierl-Schuss lenkte der SV-Keeper noch um den Pfosten (24.). Dann hatte Simonshofen aber Glück: Nach einem Lattenkracher von Loskarn staubte Valenta zum 2:1 ab (28.) - Eggolsheim jubelte, der Schiedsrichter-Assistent wedelte aber mit der Fahne. Abseits soll es gewesen sein, eine strittige Entscheidung. Wenig später landete der Ball nach einem Schuss von Dierl wieder am Gebälk (33.). Allerdings hatte auch Simonshofen in der Torumrandung keinen Freund gefunden: Einen Schuss aus 25 Metern nagelte Werner (42.) bedingungslos ans Lattenkreuz. So blieb es beim 1:1 zur Halbzeit.

In der Pause brachte SV-DJK-Coach Michael Rödl mit Andreas Barthelmann und Adrian Grinjuks zwei Akteure, die eigentlich zum Stamm gehören, sich in der ersten Hälfte aber schonen durften. Ein Griff in die Trickkiste, der besser nicht hätte aufgehen können: Vor allem Grinjuks brachte Simonshofen, das in der zweiten Halbzeit praktisch chancenlos war, zur Verzweiflung. Aber der Reihe nach, erstmal stand SV-Keeper Gottschalk im Mittelpunkt: Eine Dierl-Flanke pflückte er mittig im Tor stehend runter, machte aber noch zwei, drei Schritte seitlich versetzt, kollidierte dann mit dem Pfosten und landete mitsamt des Balles im Tor - 2:1 (48.). Und Eggolsheim setzte sofort nach: Dierl traf erst ins lange Eck (51.), dann netzte Grinjuks von der Strafraumkante ein (54.). Wiederum nur wenige Minuten später fiel sogar das 5:1, nachdem Grinjuks den mitgelaufenen Dierl anspielte und dieser nur noch einschieben musste (58.).

Mit diesem Ergebnis war mehr als nur eine kleine Vorentscheidung gefallen, zumal Ünal Bakses in der Folge einer Rangelei wegen Meckerns mit Gelb-Rot vom Feld musste (59.). Allerdings ließen es nun auch die Eggolsheimer mit der komfortablen Führung etwas langsamer angehen, schon ab der 65. Minuten begann die Eggolsheimer Bank allmählich mit den Aufstiegsfeierlichkeiten. Diese Sorglosigkeit bestrafte Simonshofen in der 77. Minute mit dem 2:5-Anschlusstreffer durch Lahner. Per direkt verwandeltem Freistoß stellte Grinjuks in der 83. Minute aber wieder den alten Abstand her - und sorgte für den Schlusspunkt einer mehr als erfolgreichen Saison für den SV-DJK Eggolsheim, der den direkten Durchmarsch von der A-Klasse in die Kreisliga vollbrachte.