"Einmal Erster plus zweimal Zweiter" bei den deutschen Meisterschaften ergibt als Ergebnis "Sandro". Gemeint ist damit Sandro Schrüfer, einer der erfolgreichsten Nachwuchsschützen in Deutschland. Bei der eingangs genannten Formel bediente sich Horst Schmitt, Vorsitzender der Schützengesellschaft Waischenfeld, der Weisheiten von Albert Einstein.
Zum Ende seiner Lobeshymnen für das Aushängeschild des Vereins bei einer Feierstunde im Domizil der Schützen im Dachgeschoss von Burg Waischenfeld übergab Schmitt die Formel, eingebunden in eine Bildertafel, auf der die Siegerehrungen bei den deutschen Meisterschaften im September auf der Olympia-Schießanlage in München zu sehen sind.
Nicht ohne Stolz hatte der 19-jährige Schrüfer aus dem Waischenfelder Ortsteil Heroldsberg bei der kleinen Feierstunde seine Gold- und Silbermedaillen für den deutschen Meister- bzw. die zweifachen Vizemeistertitel umhängen, nachdem er gerade es noch rechtzeitig aus München in die Heimat geschafft hatte. In der Landeshauptstadt geht der junge Mann seit ein paar Wochen einer neuen Herausforderung nach, dem Studium der Fahrzeugtechnik.
Verbinden kann er damit, wie er erzählt, ein noch intensiveres Training auf der Olympia-Schießanlage. In München holte er sich im September die Medaillen in der Juniorenklasse mit dem deutschen Meistertitel in der Disziplin Kleinkaliber (KK 3x20) mit dem dreiköpfigen Team des SSV Hesselberg sowie die deutsche Vizemeisterschaft im Einzel und in der Mannschaft (KK 3x40).


Titel folgte auf Titel

Nicht das erste Mal stand Sandro Schrüfer auf dem Siegerpodest. Die lange Reihe seiner Erfolge füllt mittlerweile mehrere Seiten und reicht, beginnend 2008, von Meistertiteln und Bestplatzierungen bei Gau- und Bezirksmeisterschaften bis hin zu baye rischen und deutschen Meisterschaften. So wurde er 2012 deutscher Jugendmeister (KK 3x20) sowie im Luftgewehrschießen bayerischer Vizemeister mit der Mannschaft.
Ein Jahr später, 2013, folgten weitere Titel mit dem Kleinkalibergewehr. Hierzu zählten zwei deutsche Meistertitel in der Juniorenklasse mit der Mannschaft des SSV Hesselberg (KK 3x20 und 3x40). Außerdem wurde er im Einzel deutscher Vizemeister. Auch 2014 findet sich Schrüfers Name ganz oben auf den Siegerlisten: bayerischer Meister im Luftgewehrschießen sowie Vizemeister (KK 3x40) sowie bayerischer Meister und DM-Dritter mit der Mannschaft des SSV Hesselberg (KK 3 x 20, liegend, knieend und stehend).
Die Erfolgsgeschichte des heute 19-Jährigen begann 2006. Sandro wurde stets von seinen Eltern, Gabi und Reinhard, gefördert, die seither weit über 100 000 Kilometer zurücklegten für die Fahrten ihres Sohnes und dessen Schwester Selina, die es ebenfalls bereits zu Mannschafts-Silber bei der deutschen Meisterschaft gebracht hat. Später wurde sie in der Juniorenklasse bayerische Meisterin und deutsche Vizemeisterin mit der Mannschaft der LSG Bayreuth-Kulmbach und der SSG Oberfranken-West.
Zehn- bis 15-mal pro Jahr fahren die Schrüfers zur Olympia-Schießanlage nach München. Ungezählt, so Familienoberhaupt Reinhard, sind auch die Fahrten nach Neubau zum Leistungszentrum der Schützen. Enorm viel Zeit, aber auch Geld investierte die Familie in das Hobby ihrer Kinder.
Viel zu verdanken hat Sandro Schrüfer, der als Zehnjähriger durch seine Eltern zum Schießsport kam, auch seinen Trainern. Hierzu gehört vor allem Manfred Bayer, der ihn aufbaute, oder Wolfgang Nickl aus Coburg. "Disziplin, Durchhaltevermögen, eine ruhige Hand und ein klarer Kopf sind am wichtigsten", sagt der Nachwuchsschütze, der bei Meisterschaften für den SSV Hesselberg und bei den Rundenwettkämpfen für die SG Coburg an den Start geht. Bei der SG läuft Schrüfer in der 2. Bundesliga auf, hilft aber auch beim Bundesliga-Team der Coburger aus.
Der Waischenfelder freut sich darauf, 2016 wieder zur Junioren-Nationalmannschaft zu gehören, für die er bereits 2014 startete. Sein Ziel ist es, sportlich noch weiter aufzusteigen. Dazu zählen die Europameisterschaft und - in weiter Ferne - die Teilnahme an Olympischen Spielen. "Da muss ich aber noch etwas draufsetzen", erklärt der erfolgreiche Schütze.
"Neben körperlicher Fitness ist es auch wichtig, den Kopf frei zu haben. Hierbei hilft mentales Training." Die Erfahrung gibt Schrüfer recht: 2014 wollte er vieles übers Knie brechen, was sich nicht auszahlte. 2015 lief, trotz Schul- und Berufsabschluss sowie dem Studienbeginn alles bestens.