Der Infranken-Kick gastiert beim TSV Neunkirchen, der am heutigen Samstag um 16 Uhr den Tabellenzweiten, die DJK Weingarts, zum Derby in der Kreisliga 2 erwartet. Die beiden Kontrahenten gingen in der Vorwoche zwar als Verlierer vom Platz und verloren wichtigen Boden, stecken aber noch mittendrin im Kampf um die Aufstiegs-Relegation. Denn anders als der Fränkische Tag nach dem 1:5 der DJK gegen Uttenreuth in der Vorwoche etwas voreilig verkündete und schon das Ende der Aufstiegsträume verhieß, haben die Maigischer noch lange nicht fertig. Es zählt jeder Punkt und die Devise: Erst am Ende wird abgerechnet. Der Titel scheint jedoch an den SK Lauf vergeben zu sein, wie sowohl Gästetrainer Norbert Hofmann, als auch TSV-Coach Stefan Wüst ahnen.

Wiedergutmachung ist angesagt

Gänzlich abgeschlossen hat Hofmann aber noch nicht, der inzwischen 62-jährige Trainerfuchs aus Ebermannstadt. Zu viel hat er in seiner langjährigen Laufbahn erlebt, als dass er sich schon jetzt endgültig festlegen würde, wo noch ein Viertel aller Saisonspiele anstehen: "Der Vorsprung von Lauf ist schon gewaltig und wird kaum mehr einzuholen sein. Leider kostete uns die Heimpleite gegen Uttenreuth eine bessere Ausgangsposition, auch den Start mit dem 0:4 zu Hause gegen Neunkirchen wollen wir vergessen machen. Dazu haben wir ja jetzt beim TSV die Möglichkeit."

Die Vorsaison sei nicht nur durch den verpassten Aufstieg im verlorenen Relegationsspiel enttäuschend gewesen, sondern war möglicherweise auch ursächlich für den Stotterstart: "Wir haben unsere ersten fünf Auswärtsspiele verloren, dazu kam großes Pech bei der personellen Auffrischung. StürmerRobert Larisch riss sich in der Vorbereitung die Achillessehne. Das war für unseren sehr kleinen und sehr jungen Kader nicht völlig zu kompensieren."

Ob die DJK dranbleiben wird, hat sie vor allem in den nächsten drei Spieltagen in der eigenen Hand. Nach Neunkirchen folgen zwei Heimspiele gegen Lauf und Brand: "Da müssen wir zeigen, dass wir zu den Anwärtern auf Platz 2 gehören. Es wird bis zum letzten Spieltag mit einigen anderen Mannschaften einen heißen Kampf um diesen Platz geben."

Neunkirchen sei immer ein heißes Pflaster, meint Hofmann, und habe eine kompakte und kampfstarke Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern. Zudem wäre der TSV sehr stark bei ruhenden Bällen und verfüge mit Menges über einen überdurchschnittlich guten Stürmer: "Vor ein paar Wochen konnten wir uns ja ein Bild ihrer Stärke machen. Ich hoffe, dass wir uns diesmal besser aus der Affäre ziehen", sagt Hofmann, der aber auch diesmal einige Akteure ersetzen muss: "Michael Nögel erlitt eine Schlüsselbeinfraktur, Frank Galster hat Prüfungen, und Manuel Oßmann pausiert. Hinter Tobias Link und Simon Dimter stehen Fragezeichen, der soeben ins Aufbautraining zurückgekehrte Robert Larisch ist aber dabei."

TSV fehlt die nötige Breite

Nicht viel anders ergeht es seinem Kollegen Stefan Wüst, der allerdings auf eine wesentlich seichter verlaufende Saisonkurve zurückblickt: "Der Saisonverlauf war nicht ganz so gewesen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Eigentlich hätten wir es fußballerisch drauf und sind bestimmt nicht viel schlechter als Lauf, aber wenn es darauf ankommt und Leute zu ersetzen sind, merkt man einfach, weshalb der in der Breite sehr gut aufgestellte SK oben steht."

Zuletzt jedoch legten die Turbulenzen aber auch beim TSV zu, denn nach den ersten 16 Saisonspielen hatte Wüst nur zwei Niederlagen zu beklagen, jetzt stehen aus den letzten sieben Partien gleich vier Nuller zu Buche. Diese aber gegen durchwegs starke Konkurrenz aus Hersbruck, Brand und eben zuletzt Spitzenreiter Lauf. Auffällig waren zuvor im Saisonverlauf lediglich die Ausrutscher gegen die Underdogs aus Pommelsbrunn und Sittenbachtal.

"Diese Punkte gegen die vermeintlich schwächeren Gegner haben wir verschenkt. Sie könnten uns am Ende noch mehr weh tun als schon jetzt, aber wann immer wir personell bedingt improvisieren mussten, ging die eingespielte Ordnung verloren und wir taten uns schwer." Das zweite Ziel in dieser Spielzeit hat der TSV ebenfalls noch in Reichweite und vielleicht deshalb in manchen Spielen nicht alles herausholen können: "Wir hoffen, dass unsere Zweite, die an der Tabellenspitze in der A-Klasse 5 steht, den Aufstieg schafft und so ein idealer Unterbau würde. Wann immer es ging, haben wir Akteure, die zwischen beiden Teams wechselten, in der Reserve zum Einsatz gebracht. Das ist aber derzeit überhaupt nicht möglich, denn ich verfüge gerade mal über zehn, elf Spieler für die Erste."

Mit den Langzeitverletzten Michael Köhler, er hat einen Knorpelschaden, und Stefan Bock, der sich den Meniskus einriss, fehlen zwei Säulen. Außerdem fehlt Jonas Wehner, und Erdal Sahin fällt beruflich bedingt gar bis zum Saisonende aus. Ein Fragezeichen steht noch hinter Stefan Köhler und David Schulte, hier hofft Wüst aber auf Genesung: "Selbst Manuel Menges hat in den vergangenen sechs Wochen wegen Wadenproblemen nur ein einziges Mal trainieren können, dass wir trotzdem noch mitreden können ist schon fast sensationell. Für den zweiten Platz ist sicher noch nichts entschieden, aber dazu müsste ab sofort alles wie am Schnürchen laufen. Ein Sieg gegen Weingarts ist dabei natürlich die erste Voraussetzung, aber bei unserem 4:0-Sieg vor ein paar Wochen erwischten wir auch einen Sahnetag. Norbert Hofmann macht dort einen bomben Job und ist ein Pfundskerl, aber ich will aus den sieben Spielen noch 21 Punkte haben und deswegen werden wir Maigisch auch schlagen."