28:26 - so lautete weder ein Zwischenstand, noch war dies die Freiwurf-Statistik einer der beiden Teams. Vielmehr handelt es sich um die Anzahl der Fouls beider Kontrahenten. Auf dem ersten Blick eine eigentlich faire und ausgeglichene Angelegenheit. Zumal sich die durchschnittliche Anzahl der Fouls pro Spiel und Team auf gut 37 beläuft.

Vor allem die Foulbelastung der Eggolsheimer Spieler wirkte sich zunehmend auf den Spielverlauf aus. Drei Sekunden waren gespielt, als Kapitän Lukas Pätzold sein erstes Foul beging. Die Gäste aus Eggolsheim verteidigten in der Anfangsphase intensiv und keinesfalls übermotiviert oder ungestüm, was das Schiedsrichtergespann offenbar anders sah. Vor allem Pätzold war der Leidtragende und beendete das erste Viertel mit drei Fouls.

Pätzold kassiert Foul um Foul

Der Spielverlauf war ausgeglichen und man merkte Erlangen an, dass das Team gegen den Abstieg spielt. Mit Beginn des zweiten Viertels war es wieder Pätzold, der trotz guter Verteidigung sein viertes Fouls zugesprochen bekam und erstmal von Coach Manuel Aas aus dem Spiel genommen wurde. Auch weiterhin konnten die Unparteiischen keine Linie ins Spiel bringen und ließen jegliches Fingerspitzengefühl vermissen. Der erfahrene Bernd Bräuer nahm seinen Mitspieler in Schutz: "Die Abwehr von Pätzold war schulbuchmäßig. Von seinen vier begangenen Fouls, darfst du maximal eines pfeifen." Als auch Max Rahm nach einem sehr fragwürdigen Offensivfoul sein drittes Foul im zweiten Viertel verbuchte, konnte auch Trainer Aas nicht mehr still halten. Resultat war ein technisches Foul gegen den Trainer. Die Spieler der DJK konnten sich trotzdem auf das Spielgeschehen konzentrieren und zogen erstmals auf zehn Punkte Differenz davon. Nach einem Schlussspurt der Erlanger war das Spiel zur Halbzeit beim Stand von 38:40 beinahe wieder ausgeglichen.

Rahm muss zuschauen

Auch im zweiten Abschnitt spielten sich wieder die Schiedsrichter in Szene. Das Spiel verlief sehr ausgeglichen, keine Mannschaft konnte sich mit mehr als vier Punkten absetzen. Nach nicht geahndeter Unsportlichkeiten eines Erlanger Spielers und der ausbleibenden Reaktion der Referees nach einem klaren Foul an Max Rahm, war für eben diesen das Fass übergelaufen. Rahm stand fassungslos auf dem Parkett und brachte zum Ausdruck, eine derartige Leistung der Unparteiischen noch nie erlebt zu haben. Die logische Konsequenz musste ein technisches Foul gegen den Spieler sein, welches gleichzeitig das Fünfte war und somit den Platz auf der Bank bedeutete.

Im vierten Viertel versuchte Eggolsheim immer wieder die Centerspieler in Szene zu bringen, was aber nur selten gelang. Wehner und Staupendahl steuerten aber wichtige Punkte bei. Jetzt wurde auch Pätzold, welcher wieder eingesetzt wurde, nach kurzer Zeit mit seinem fünften Foul vom Feld verwiesen. Aufbauspieler Wehner ereilte nun das gleiche Schicksal. Auch er musste nach erschöpftem Foulkontingent das Spiel verlassen. Also war es an der jungen Eggolsheimer Riege, das Spiel zu kontrollieren und Akzente zu setzen. Julian Roppelt, Hagen Rothe und Felix Hümmer, gelang dies immer wieder mit einem sicheren Spielaufbau und wichtigen Punkten.
In der Schlussphase, es waren noch 40 Sekunden zu spielen, setzte sich Eggolsheim mit zwei Punkten in Front. Erlangen blieb noch ausreichend Zeit, einen Angriff vorzubereiten. Der guten Abwehr war es zu verdanken, dass der Wurfversuch des Gegners nur den Ring traf. Alex Roppelt sicherte sich den Rebound und wurde sogleich gefoult. Mit mindestens einem verwandelten Freiwurf hätte Roppelt die Chance zum Sieg deutlich erhöhen können. Jedoch fand keiner der beiden Versuche den Weg in den Korb und Erlangen hatte tatsächlich mit 18 Sekunden verbleibender Spielzeit die Gelegenheit zum Ausgleich - oder gar zum Sieg.

Die hellwache Verteidigung war der Grund, weshalb Erlangen den Ball nicht mehr auf den Korb werfen konnte. Die etwa 40 mitgereisten Eggolsheimer freuten sich lautstark über ein äußerst interessantes und spannendes Spiel. Platz sechs der Bayernliga ist nun gesichert und die Spieler freuen sich auf den Saisonabschluss am nächsten Samstag in der Eggerbachhalle.