Beim Infranken-Kick zwischen Gastgeber Thuisbrunn und der Concordia aus Leutenbach kreuzen am Sonntag um 15 Uhr zwei der hartnäckigsten Verfolger von Tabellenführer Kirchenbirkig in der A-Klasse 4 die Klingen. Die Regenthaler haben, trotz des 6:0-Auswärtssiegs der Thuisbrunner im Donnerstags-Nachholspiel bei der Gößweinsteiner Reserve, einen komfortablen Vorsprung von zehn Punkten auf den FC - und werden sich diesen wohl an den restlichen sieben Spieltagen bis Saisonende auch nicht mehr nehmen lassen.

Deshalb richtet sich der Fokus zunehmend auf den zweiten Platz, der ohne Relegationsspiel-Modus zum direkten Aufstieg in die Kreisklasse berechtigt. Da das Wechselspiel jener Verfolger um den vakanten Rang anhält und fast alle Kandidaten in den kommenden Wochen noch direkt gegeneinander spielen, wird der Rechenschieber ein wohl weiterhin wichtiges Instrument bleiben. Daneben machen sich Pegnitz, Plech und Bieberbach noch Hoffnungen.

Starke Offensive, gute Defensive

Das Kräftemessen des zweitbesten Sturms gegen die drittbeste Abwehrreihe der Liga verspricht Spannung. Mit den sechs Treffern in Gößweinstein schraubte die Thuisbrunner Offensive ihr Torkonto auf 62, während die Defensivreihe der Concordia erst 18 Tore in gleich vielen Spielen kassierte. Auf dem zweiten Rang der torreichsten Spiele weist die Statistik das Hinspiel in Leutenbach mit elf Treffern aus. Zum Leidwesen von Thuisbrunns Trainer Dieter Bernhardt verteilten sich diese bei der 3:8-Pleite allerdings etwas unrund: "Bis mehr als eine Stunde war es eine völlig ausgeglichene Partie, dann waren wir zehn Minuten offen wie ein Scheunentor und kassierten drei Tore zum 2:6-Zwischenstand. Wir haben etwas gutzumachen, zumal uns nur ein Heimsieg weiterbringt. Jetzt geht es ans Eingemachte, nahezu alle Verfolger spielen noch gegeneinander. Deshalb kann auch jeder Ausrutscher einer zu viel sein."

Den Last-Minute-Absteiger aus der Kreisklasse und morgigen Gegner hat nicht nur der erfahrene Bernhardt als Aspirant auf der Rechnung gehabt: "Klar, dass nach dem unglücklichen Abstieg sofort der Wiederaufstieg angepeilt wurde, zumal es kaum Kaderbewegungen gab und mit Walter Horsch sicher auch der richtige Mann das Kommando führt. Aber auch wir selbst haben uns für heuer etwas vorgenommen. Für mich wäre es zum Ende meiner aktiven Trainerzeit in Thuisbrunn der passende Abschluss."

Thuisbrunn fast komplett

Bis auf wenige Ausrutscher war sein Team auch in der Spur geblieben und stellt mit den Nagy-Brüdern Andreas und Alexander sowie Simon König, die zusammen 33 der 62 Tore erzielten, einer der erfolgreichsten Sturmreihen der Liga. Gegen die Concordia fehlen Alexander Reidinger (Bandscheibenvorfall) und Markus Kroher (beruflich), ansonsten steht der Kader parat: "Seit dem Leutenbach-Spiel verloren wir nur noch gegen Kirchenbirkig mit 2:3, aber kürzlich auch verdientermaßen gegen Bieberbach mit 1:3, da passte gar nichts. Zusätzlicher Ansporn für meine Jungs wird das beginnende Frühlingsfest ab Donnerstag nächster Woche sein, denn als Derbysieger geht man noch lieber ins Festzelt."

Nicht blenden lassen vom 8:3

Leutenbachs Trainer Walter Horsch hat ähnliche Erinnerungen an das Hinspiel. "Unser zahlenmäßig deutlicher 8:3-Sieg spiegelt in keiner Weise den Spielverlauf wider, deshalb werde ich meine Mannschaft eindringlich davor warnen, dies als Maßstab zu nehmen. Wir kamen in den entscheidenden Phasen zu unseren wichtigen Toren, am Ende war es aber auch ein wenig zu viel des Guten. Ich erinnere mich sogar daran, dass Thuisbrunn anfangs einige klare Chancen ausließ. Wer weiß, wie es sonst geendet hätte."

Die Marschroute für Sonntag ist klar, wenn sie auch Horsch nicht allzu deutlich formulieren mag: "Also verlieren dürfen wir auf keinen Fall. Jeder Punktverlust kann sich fatal auswirken." Deshalb schmerzt auch das überraschende 1:1 in Egloffstein vor zwei Wochen und die beiden verlorenen Zähler. Dieses Ergebnis hatte sich der SC redlich dadurch erkämpft, weil er sich gegen die Concordia ohne Ende wehrte, wie Horsch dem Gegner Respekt zollt. Seine eigene Truppe habe ihre Chancen liegen gelassen und müsse nun voll konzentriert in die Zielgerade der Saison einbiegen: "Wir haben ein Spiel und auch drei Punkte weniger als unsere morgigen Gastgeber, weshalb sich bei einem Remis zunächst zwischen uns beiden nicht viel ändert - wenn wir nachziehen. Aber wir fahren mit dem Ziel dahin, einen Dreier zu holen."

Bis auf Urlauber Stephan Zehner stehen alle Spieler wieder zur Verfügung. Ohnehin will Horsch primär nur auf die eigene Mannschaft schauen, es beschäftige ihn wenig, dass mit dem FC Pegnitz ein weiterer enger Mitbewerber bei der Reserve in Troschenreuth nicht gerade vor einem Selbstläufer steht.

Gedanklich rechnet Horsch dennoch einige Konstellationen voraus: "Bei einem Pegnitzer Sieg und gleichzeitigem Remis von uns in Thuisbrunn lägen alle Drei vor den letzten sechs Partien gleichauf. Vorausgesetzt natürlich, wir ziehen mit einem Sieg nach, denn wir haben ja eines weniger gespielt als die beiden." Schon Adam Riese wusste: Mathematik ist verzwickt.