Der zweite Aufsteiger aus der A-Klasse 3 in die Kreisklasse wird im Infranken-Kick am Sonntag (15 Uhr) gekürt. Wer neben Meister DJK Willersdorf den direkten Weg nach oben nimmt, wird zwischen den Dauerrivalen Pinzberg und Pretzfeld entschieden. Die Gastgeber haben sich die Chance auf Rang 2 mit einem knappen und späten Sieg in Pautzfeld bewahrt, gehen aber vor dem alles entscheidenden Finale sozusagen in die Knie: Vier Stammspieler sind am Gelenk verletzt.

Die besseren Karten haben offensichtlich ohnehin die Gäste, die mit 65 Zählern zwei Punkte mehr auf dem Konto haben als Pinzberg und denen somit ein Unentschieden, wie beim 2:2 im Hinspiel, zum Aufstieg reicht. Die Hausherren hingegen klammern sich an den Heimvorteil, sie brauchen einen Sieg, um den SV noch zu überholen.

Immer in Lauerstellung

Obwohl beide Konkurrenten immer auf Tuchfühlung mit Titelträger Willersdorf waren, gelang ihnen nie der Sprung an die Spitze. Nur die Reserve aus Eggolsheim stand als Überraschungs-Tabellenführer an den ersten fünf Spieltagen ganz oben, wurde aber von der DJK überholt, die diese nicht mehr hergaben. Lediglich Pretzfeld hätte den jetzigen Meister stürzen können, der direkte Vergleich vor drei Wochen endete aber mit einer 0:4-Watsche.
Ein kleines Fünkchen Hoffnung bleibt dem Verlierer des sonntäglichen Aufstiegs-Krimis: Kreisspielleiter Max Habermann informierte unlängst darüber, dass die Dritten der A-Klassen noch eine Chance über die zusätzliche Aufstiegsrelegation bekommen. Wie viele Plätze tatsächlich für die Anwärter aus den sechs A-Klassen zur Verfügung stehen, läge am Erfolg der Releganten aus den oberen Klassen - ein freier Platz sei aber mindestens sicher. Jedoch will sich keiner der Kontrahenten auf Spekulationen verlassen, sie wollen einfach nur rauf.

Rösch hat eingeschlagen

Jörg Rösch, seit Saisonbeginn beim SV Pretzfeld, könnte seine Auftaktsaison gleich mit der Rückkehr in die Kreisklasse verknüpfen. Das gleiche Kunststück gelang dem inzwischen 36-jährigen Ebermannstadter zu Beginn seiner Trainerlaufbahn vor zehn Jahren in Wichsenstein, wo er zuvor neun Jahre am Ruder stand, als er mit dem FC gleich in die Kreisliga aufstieg. Fast wäre der SV durch zwei Pleiten hintereinander noch gestrauchelt, gegen Willersdorf und Drügendorf darf man aber auch schon mal verlieren.

Weitaus mehr jucken Rösch die Verluste gegen die Reserven aus Moggast und Heroldsbach, denen er ein gutes Zeugnis ausstellt: "Es war schon eine Überraschung für mich, wie gut organisiert inzwischen die Reserveteams in den Ligen mitmischen. Manche unterscheidet sich kaum mehr taktisch oder spielerisch von einer Hauptmannschaft. Natürlich sind diese Punkteinbußen gerade gegen zweite Garnituren ärgerlich, weil man oft unterbewusst zu sorglos agiert. Aber gegen die Eggolsheimer Zweite hatten wir auch Glück am Ende, da hätten wir auch verlieren können."

Gegen Pinzberg sieht Rösch eine 50:50-Chance, beide hätten es verdient: "Unser Punktevorteil gleicht sich durch den Heimvorteil aus, ich sehe keinen klaren Favoriten. Auch das 2:2 im Hinspiel war unter dem Strich absolut in Ordnung. Es stand auf Messers Schneide mit zwei Toren in der Endphase." Beim Kader hat Rösch weniger Sorgen und strahlt Zuversicht aus: "Wir sind ziemlich komplett, jedoch fehlt Martin Lindner durch seinen Meniskusriss gegen Hallerndorf seit acht Wochen, ein paar Angeschlagene sind auch da. Das ist zum Ende der Saison aber normal, wir müssen es ohnehin nehmen wie es kommt."

Pinzberg patzt gegen Reserven

Pinzbergs Spielertrainer Patrick Glauber, seit zwölf Spielzeiten als Coach im Einsatz, ärgern vor allem die leichtfertigen Punktverluste gegen die Reservemannschaften, die mit insgesamt 13 verlorenen Zählern zu Buche stehen: "Gegen Moggast und Heroldsbach hatten wir anfangs jede Menge klarster Möglichkeiten liegengelassen und wurden zunehmend hektisch, das rächte sich dann."

Auffällig ist, dass die restlichen Spiele - mit Ausnahme der Niederlage in Willersdorf und dem Hinspiel-Remis in Pretzfeld - gegen die vermeintlich stärkeren ersten Mannschaften allesamt gewonnen wurden. Darunter der 2:1-Rückspielsieg gegen Willersdorf, der einzigen Saison-Niederlage des frisch gebackenen Titelträgers.
Weshalb die Lohranger-Kicker nach zuletzt durchwachsenen Leistungen nicht mehr an die Form der Vorrunde angeknüpft haben, versucht der 35-jährige Pinzberger, der im dritten Jahr beim Heimatverein coacht, aber bereits von 2003 bis 2008 dort als Trainerneuling übernahm, so zu erklären: "Im Hinspiel konnten wir noch aus einem vollständigen Kader schöpfen, deshalb war es ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem wir mit etwas mehr Cleverness sogar den Dreier entführen hätten können. Lediglich vor dem Tor münzten wir es nicht um, weil der letzte Pass oft zu ungenau kam. So war es eine gerechte Punkteteilung, welche uns bekanntlich jetzt zum Rückspiel leider für eine bessere Ausgangsposition nicht reicht."

Im Saisonfinale fehlen einige Leistungsträger, auffallend viele mit Knieverletzung: Stefan Heilmann (Außenbandriss), Lukas Zametzer (Außenband), Tobias Zametzer (Kreuzbandriss), Bauer Christian (Bruch der Kniescheibe), zudem Michael Kupfer mit einer Knöchelprellung und der urlaubende Christian Hallmeyer.

Glauber freut sich wie Sau

Den Gegner Pretzfeld sieht Glauber trotz des Heimvorteils als favorisiert: "Sie spielen abgezockter und beständiger als wir. Man merkt, dass sie einige erfahrene Akteure in ihren Reihen haben." Ob diese Einschätzung lediglich die offizielle Version Glaubers über den Gegner ist, bleibt dahingestellt. Der Mitarbeiter der Forchheimer Stadtwerke ist inzwischen mindestens ebenso erfahren auf der Trainerposition wie sein Gegenüber Jörg Rösch, aber auch immer noch genauso fußballverrückt wie früher: "Ich freu' mich wie Sau auf Sonntag."