Von der Kreisliga hat Dominik Zametzer den Sprung in die Bayernliga gewagt. Kein einziges Mal stand der 24-Jährige in seiner ersten Spielzeit bei Jahn Forchheim über 90 Minuten auf dem Platz. Trotzdem brachte es der Angreifer beim letztjährigen Tabellendritten auf 30 Einsätze und acht Tore. Fünf davon hat er nach einer Einwechslung erzielt.

Vor dem heutigen Spiel beim SV Memmelsdorf (18.30 Uhr) verriet der ehemalige Langensendelbacher, wie er mit der Rolle des Jahn-Jokers zurecht kommt.

Wie fällt Ihr Fazit nach einem Jahr Bayernliga aus?
Dominik Zametzer: Der Sprung von der Kreisliga in die Bayernliga war schon enorm. Vor allem die Geschwindigkeit ist viel größer. Bei einem Wechsel weiß man ja oft nicht, was auf einen zukommt. Ich bin aber sehr zufrieden und denke, dass mir der Einstieg geglückt ist. Bisher hatte ich keine wirklichen Probleme.

An wen in der Mannschaft wenden Sie sich, wenn es doch mal Probleme gibt?
Wir haben ja einige erfahrene Akteure im Kader. Vor allem Kapitän Florian Clausnizer hat immer ein offenes Ohr und gute Antworten für mich.

Statt 50 Zuschauer sind es nun 500. Hatten Sie da nicht mit Nervosität zu kämpfen?
In der Hinrunde war ich schon sehr nervös, was mich möglicherweise ein wenig blockiert hat. Das legt sich mit der Zeit. Und eine gesunde Anspannung braucht man ohnehin, um mit voller Konzentration ins Spiel zu gehen.

Fünf Ihrer acht Saisontore haben Sie als Einwechselspieler erzielt. Wie zufrieden sind Sie mit der Rolle des Jokers?
Als Fußballer will man natürlich immer von Anfang an und möglichst 90 Minuten durchspielen. Bei mir hat es mit den Ein- und Auswechslungen aber ganz gut geklappt. Wir haben viele gute Offensivkräfte und der Trainer entscheidet, wen er wie lange spielen lässt. Ich stand ja auch ein paar Mal in der Startelf. Letztlich gibt Michael Hutzler der Erfolg mit dem dritten Platz Recht.

Wann erfahren Sie, ob Sie von Beginn an auflaufen?
Am Donnerstag in der Spielersitzung gibt der Coach den Kader bekannt. Ob ich von Anfang an spiele oder auf der Bank sitze, erfahre ich dann am Morgen des Spieltags oder einen Tag zuvor.

Womit - außer Toreschießen - können Sie den Trainer davon überzeugen, Sie aufzustellen?
Man muss immer - egal ob Training oder Spiel - 100 Prozent geben, zeigen, was man kann und versuchen, seine beste Lesitung zu bringen. Das sieht der Trainer dann auch. Genauso merkt er, wenn man den Kopf hängen lässt.

Im ersten Spiel der laufenden Saison haben Sie gleich wieder getroffen. War die Sommerpause zu kurz, um das Knipsen zu verlernen?
Für einen Stürmer ist es immer schön und wichtig, ein Tor zu schießen und damit der Mannschaft zu helfen. Das habe ich am Samstag getan, auch wenn mein Einsatz nur sehr kurz war. Die Sommerpause war tatsächlich sehr knapp. Das bin ich aber schon vom letzten Jahr gewöhnt, als ich nach der Kreisliga-Saison fast direkt beim Jahn in die Vorbereitung eingestiegen bin.

Heute Abend steht das erste Auswärtsspiel an. Um 18.30 Uhr geht's zum SV Memmelsdorf. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Memmelsdorf ist die einzige Mannschaft, gegen die wir letztes Jahr zwei Mal verloren haben. Zu Hause wollen die sicher punkten. Wir stellen uns auf einen harten Kampf ein.

Mit welchem Ziel und wie gut vorbereitet reisen Sie an?
Wir wollen auf jeden Fall gewinnen. Der Trainer informiert sich wie vor jedem Spiel über den Gegner. Dann gibt er uns Tipps und stellt uns auf die Gegenspieler ein.

Als Tabellenführer haben Sie erst recht die Favoriterolle inne...
Für uns ist es schön, möglichst weit oben zu stehen. Der Druck wird dadurch nicht größer. Die Mannschaft ist das ja aus der letzten Saison gewöhnt.

Was haben Sie in Ihrer zweiten Bayernliga-Spielzeit mit dem Jahn noch vor?
Wir wollen wieder eine tolle Saison spielen, ohne ein bestimmtes Ziel auszugeben. Die Favoriten ein wenig zu ärgern sollte auch drin sein.

Wie wirkt sich der feststehende Verzicht auf einen möglichen Aufstieg aus?
Die Truppe hat genügend Charakter, um die Motivation trotzdem aufrecht zu erhalten. Das hat sie zuletzt zwei Mal gezeigt. Es ist natürlich schade, weil jeder Fußballer gerne aufsteigen will. Wir haben die Situation aber akzeptiert und werden nicht nur heute alles geben.