Was für ein Handball-Abend in der Realschulhalle: Mit einer famosen Leistung haben die Bezirksoberliga-Handballer des HC Forchheim am Samstag den HC Erlangen III mit 31:28 (15:13) die erste Saisonniederlage zugefügt und dabei dem Titelkandidaten nie den Hauch einer Chance gelassen. Für die großartige Darbietung erhielten beide Mannschaften von den 350 Fans minutenlangen Beifall.

Dabei begann der Tag mit einer Schreckensmeldung - und beinahe hätten alle Begegnungen abgesagt werden müssen. Der Grund: Eine heruntergelassene Trennwand ging nicht wieder hoch, der Motor war defekt. Dank der tatkräftigen Hilfsbereitschaft des Hausmeister Ehepaars Lohnert konnte der Schaden noch rechtzeitig behoben werden.

Eine Gala über 60 Minuten

Es ist schon lange her, dass ein HC- bzw. früher VfB-Team seinen Fans über 60 Minuten eine derartige Handball-Gala geboten hat. "Das war jedenfalls unsere beste Leistung seitdem ich hier Trainer bin", freute sich HCF-Coach Dirk Samel. Da klappte von Torwart Moritz Marx bis zum Linksaußen fast alles. Denn im Vorfeld der Partie umfasste die Gefühlslage im HC-Lager: Anspannung, Hoffnung, Zuversicht aber auch ein wenig Skepsis. Groß war der Respekt vor dem blutjungen spielstarken Gegner, der bekanntermaßen einen schnellen, schnörkellosen und effizienten Handball spielt. Doch der HC hat all seine Tugenden in die Waagschale geworfen: Hinten stabil, vorne effizient - dies waren schließlich die beiden Schlüsselkomponenten zum Erfolg.

Flott begann die Partie: Philipp Wolf, Tobias Radina und Co. legten eine schnelle 5:2-Führung (6.) vor. Die Gäste waren insbesondere über die wuseligen Außen torgefährlich, nutzten eine doppelte Überzahl zum 8:8-Gleichstand (17.) und gingen - nur ein einziges Mal - mit 9:8 in Front. Doch die Mannschaft von Trainer Dirk Samel ließ sich vom Gegner nur kurz beeindrucken. Die körperlich unterlegenen Gäste taten sich gegen die stabile 6:0-Abwehrformation schwer, eine Lücke zu finden. Dagegen bereitete die offensive Erlanger Deckungsvariante, ob 5:1 oder 3:2:1, den Forchheimern nicht die befürchteten Probleme.

HCE-Coach Ben Lejvar bemerkte: "Wir haben heute nur 90 Prozent unserer Leistung abgerufen, wir haben uns gegen die körperlich überlegene Forchheimer Abwehr sehr schwer getan. Forchheim hat gut gespielt".
Zwar blieb die Partie eng, doch die Hausherren gaben die Führung nicht mehr aus der Hand. Tobias Hallmann, Tobias Radina und Kilian Kiesel sorgten für einen Zwei-Tore-Pausen-Vorsprung (15:13).

Beste Phase nach der Pause

Zu Beginn der zweiten Hälfte verkürzten die Gäste zwar auf 15:14 (31.), aber danach hatte der HCF seine beste Phase des Spiels. Dank ihrer starken Defensivleistung und der sehr geringen Fehlerquote im Angriff zog Forchheim über die Zwischenstände von 16:14 (32.) auf 21:15 (39.) davon. Symptomatisch für Forchheim war das gute Kreisspiel. "Die Jungs haben mich auch super angespielt", gab Radina (9 Tore) die Komplimente zurück.
Gestützt auf eine starke Defensivabteilung transportierte Forchheim einen bis zu Fünf-Tore-Vorsprung in die Schlussphase. Der Spitzenreiter wollte sich partout nicht mit der Niederlage abfinden, kam bedrohlich auf 30:28 heran, ehe Philipp Wolf mit dem 31:28 den Sack zumachte.

Trainer Dirk Samel, der mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden war monierte, dass sich bei seinem Team in der Schlussphase angesichts der laufend klaren Führung mitunter Bruder Leichtfuß eingeschlichen hatte.

HC Forchheim: Marx, Schmitt; Radina (9). Schulz, Gieck, Wackersreuther (2), Kiesel (1),Hallmann (7/2), M. Wolf (2), Kist (2), Ph. Wolf (6),Hecht (2), Bauer. Zeitstrafen: 9/4; Rote Karten: keine; Siebenmeter: 3/2, 5:3. hell