Matthias Kauschke spielt für den SV Poxdorf Fußball, leistet für seinen Verein aber auch Dienst an der Pfeife. Es gab Zeiten, da legte er mehr Wert auf die Schiedsrichterei, was sich jedoch mittlerweile geändert hat. Mit seinem Verein will der 24-jährige Defensivkünstler in dieser Saison nicht im grauen Mittelfeld der Kreisklasse 2 ER/PEG versinken, sondern ein Wörtchen um die vorderen Plätze mitreden.

Wer hat Sie angespielt?
Mein ehemaliger Schiri-Kollege Kilian Bauer vom ASV Möhrendorf. Wir hatten eine richtig gute Zeit als Referees. Kilians Freundin kommt aus Poxdorf, so dass er hier mittlerweile oft auf Feiern und in der Freizeit zu sehen ist. Er war ein richtig guter Schiedsrichter und ist ein genauso guter Fußballer.

Sie selbst sind Schiedsrichter und gleichzeitig Fußballer. Wie bekommen Sie das unter einen Hut?
In den ersten Jahren habe ich mehr Konzentration auf das Pfeifen gelegt, sogar ein Jahr ganz mit dem Fußballspielen aufgehört und es dann bis in die Bezirksoberliga geschafft. Ich brachte es allerdings nicht übers Herz, die Schuhe ganz an den Nagel zu hängen, mittlerweile haben sich die Prioritäten geändert. Jetzt spiele ich eher Fußball, denn das mache ich, seitdem ich vier Jahre alt bin. Ich will einfach mit meinen Kumpels zusammen auf dem Platz stehen.

Hat man als Schiedsrichter Vorteile, wenn man Fußballer ist und umgekehrt?
Das größte Lob als Schiedsrichter ist es, wenn nach der Partie die Spieler auf dich zukommen und sagen, dass man gemerkt hat, dass ich selbst kicke. Du hast als Schiedsrichter eben ein besseres Gefühl und Spielverständnis, wenn du selbst aktiv bist oder warst. Andersrum sehe ich keine Vorteile. Es ist aber teils so, dass mich meine Gegner oft fragen, ob ich heute pfeife, wenn ich mit der Tasche zum Sportplatz komme. Dann muss ich sie erst aufklären, dass ich heute gegen sie spiele.

Mit dem SV Poxdorf stehen Sie gerade im Mittelfeld der Tabelle. Was ist das Ziel?
Nach der empfindlichen Derby-Niederlage gegen Langensendelbach wollen wir am Sonntag gegen Schlaifhausen auf jeden Fall gewinnen. Schon alleine deswegen, weil wir den Anschluss an die obere Tabellenhälfte halten wollen, so dass die Runde für uns spannend bleibt. Mit einem Sieg würden wir Schlaifhausen in der Tabelle überholen. Leider hat sich unser Torjäger Christoph Reck vor ein paar Wochen verletzt und fällt lange aus. Er hat einen Muskelriss im Oberschenkel. Es ist schwer, ihn zu ersetzen. Trotzdem tat es uns gut, dass mit vielen neuen Spielern vor der Saison frisches Blut in die Mannschaft kam.

An wen geht Ihr Steilpass?
Ich spiele Tobias Hirt an, der vor dieser Saison von uns zum 1. FC Burk in die Kreisliga 1 gewechselt ist, dort aber verletzungsbedingt noch kein Spiel absolviert hat. Trotz seines Wechsels und auch wenn er nicht mehr hier wohnt, ist er für mich immer noch ein Poxdorfer. Auf ihn kann man sich immer verlassen, als Fußballer hat er großes Potenzial. Wir hoffen, dass er jetzt seine Erfahrungen in der Kreisliga sammelt und irgendwann gestärkt zum SVP zurückkommt.