Einige Tischtennisverrückte streichen die Wände eines Kellerraums im Eggolsheimer Sportheim, stellen zwei alte Tischtennisplatten auf, montieren neue Beleuchtungen und hauen sich die weißen, im Durchmesser 38 Millimeter großen Plastikkugeln um die Ohren. Das war im Jahr 2000. Mittlerweile wird mit 40-Millimeter-Bällen gespielt, die Gründer der DJK-Tischtennis-Abteilung sind in die Eggerbachhalle umgezogen und schlagen nach sieben Aufstiegen in neun Jahren ab der Saison 2016/2017 in der Landesliga auf.

"Bis 2007 haben wir im Keller des Sportheims gespielt", erinnert sich Martin Distler, der die Abteilung 16 Jahre leitete und im März an Florian Rudrich abgab. Sieben Jahre lang spielte die DJK durchwegs in den untersten Spielklassen. Da, wo Distler mit inzwischen 42 Jahren mit der dritten Eggolsheimer Mannschaft aktuell wieder spielt und ebenfalls aufsteigt.

Die Abteilung steht längst auf anderen Füßen. Auf 48, um genau zu sein. "Wir haben zwölf Tische", berichtet der neue Abteilungsleiter Rudrich stolz: "80 spielberechtigte Mitglieder, sieben Mannschaften und einen eigenen Trainer, was im Tischtennis eine Seltenheit ist." Nicholas Derra, seit nunmehr zwei Jahren für die sportliche Entwicklung der Spieler zuständig, arbeitet jeweils montags und freitags mit der Jugend wie auch den Herren an stabilerer Technik und athletischen Komponenten. Investitionen, die sich auszahlen. Am Samstag machte Eggolsheim - mal wieder - sein Meisterstück. Durch das 9:0 gegen Marktleuthen ist die DJK nicht mehr von Platz 1 und dem direkten Aufstieg in die Landesliga Nordwest abzubringen, obwohl noch drei Partien zu absolvieren sind. Doch Verfolger Bayreuth leistete sich drei Niederlagen, während die Eggerbacher mit blütenweißer Weste dastehen.

Zum Duell mit dem ärgsten Verfolger kommt es zwar noch am kommenden Samstag, doch Bayreuth müsste bei einem Sieg nicht nur auf zwei weitere Patzer des Spitzenreiters hoffen, sondern auch ein um 70 Spiele schlechteres Spielverhältnis aufholen - was in drei Begegnungen unmöglich ist.


Neue Halle als Heilsbringer

Der Aufschwung der Abteilung hängt eng mit dem Bau der Eggerbachhalle zusammen, bei der der Verein mitgezahlt hat. "Auch Basketball, Volleyball oder Sportakrobatik blühen seitdem auf", berichtet Distler. Die Zahl der Gesamt-Mitglieder habe sich von 800 auf 1300 erhöht. "Wir haben es sogar geschafft, Zuschauer in die Halle zu locken und für uns zu begeistern", erzählt der 27-jährige Rudrich. Und in der Landesliga dürfen es gern noch mehr werden.


Flicek und Brandtl bleiben

Wie in der Landesliga üblich, hat Eggolsheim nicht nur Einheimische in seinen Reihen. Die beiden tschechischen Spitzenspieler Tomas Flicek, der in dieser Saison nur ein Einzel und ein Doppel abgab, sowie Ales Brandtl werden auch nächstes Jahr von der Partie sein. Nicht mehr zu Verfügung stehen wird der kolumbianische Austauschschüler Juan Fernando Grisales Renteria.

In der nächsthöheren Spielklasse sieht Rudrich die DJK gut aufgehoben, obwohl die Bayernliga Nord von den Gegnern her noch attraktiver sei. "Es wird wohl keinen Durchmarsch geben, aber mit dem Abstieg werden wir auch nichts zu tun haben", prognostiziert Rudrich. Eggolsheim stoße in der Landesliga Nordwest auf Tischtennis-Hochburgen wie den SB Vers-bach und die Zweitliga-Reserve aus Bad Königshofen.

Neben der ersten Herrenmannschaft freuen sich die Verantwortlichen auch über Meisterschaften der zweiten und dritten Herren. Auch im Jugendbereich blicken Jungen und Mädchen auf ein entwicklungs-trächtiges Jahr zurück.