Morgen folgt der Tag der Wahrheit: Der HC Erlangen startet in das Abenteuer "Handball-Bundesliga" mit dem Heimspiel in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle gegen den TuS N-Lübbecke (20 Uhr). Die Generalprobe ist dem Team von Frank Bergemann am Mittwoch mit dem 34:16-Sieg in der ersten Runde des DHB-Pokals bei der TSG Haßloch geglückt.

Im Interview spricht Bergemann über den kommenden Gegner, warum sich Neuzugang Martin Stranovsky auch einmal einen Fehler erlauben darf und was er sich von den Zuschauern erhofft.

Gab es Erkenntnisse, die Sie aus dem Pokalspiel für den Bundesligastart ziehen konnten?
Frank Bergemann: Eigentlich keine. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Es war eine Pokalaufgabe bei einem unterklassigen Verein, die wir standesgemäß gelöst haben. Das Wichtigste ist, dass sich keiner verletzt hat.

Die anstrengenden Wochen der Vorbereitung liegen nun hinter Ihnen. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Im Großen und Ganzen ist sie gut verlaufen. Wir haben versucht, sehr intensiv zu arbeiten und die Mannschaft hat toll mitgezogen. Wichtig war aber auch, uns mental auf das einzustellen, was auf uns zukommt.

Zunächst kommt der TuS N-Lübbecke. Was wird Ihre Mannschaft morgen erwarten?
Auf jeden Fall ein sehr guter Rückraum. Mit Drago Vukovic zudem einer der besten Mittelläufer der Bundesliga. Christian Dissinger ist eines der größten Talente auf der halblinken Position. Er hatte in den letzten Jahren viel Verletzungspech, ist jetzt aber wieder fit. Auf Halbrechts sind mit Jens Schöngarth und Gabor Langhans zwei wurfgewaltige Linkshänder. Zudem haben sie ein gutes Torhütergespann. Sie können eine dichte 6:0-Deckung spielen, die dann über die Außen zum Konter kommt. In der letzten Saison haben sie in der Hinrunde richtig für Furore gesorgt. Zwischendurch hatten sie zwar mal eine schlechte Phase, aber über die Jahre hinweg haben sie sich in der Liga etabliert. Für uns geht es nur darum, dass wir alles reinhauen, um am Samstag dieses Spiel zu gewinnen.

Inwieweit haben Sie das Training umgestellt, um auf die Gegebenheiten in der Bundesliga eingestellt zu sein?
Wir haben versucht, ein bisschen exakter zu arbeiten und die Intensität zu erhöhen. An den Umfängen kann man gar nicht so viel verändern. Auch haben wir versucht, neue Reize zu setzen, um uns einfach auf das erhöhte Tempo und die erhöhte Körperlichkeit ein bisschen vorzubereiten.

Beim FC Barcelona spielte Neuzugang Martin Stranovsky vor allem als starker Konterspieler auf Linksaußen. Auf welcher Position planen Sie mit ihm?
Er ist in erster Linie als Spielmacher vorgesehen. Was dann zusätzlich noch passiert, wird sich zeigen und auch von den Spielverläufen abhängig sein. Ich denke, es ist auch eine Kraftfrage, die ganze Zeit zentral zu spielen. Aber wir werden alles dafür tun, ihn in die Situation hinein zu entwickeln. Er hat absolut das Zeug dazu, die Mannschaft aus der Mitte heraus entsprechend zu führen. Martin ist auf einem guten Weg, aber man muss auch schauen wie das unter den Bedingungen läuft. Es ist auch für ihn eine Herausforderung, auf einer neuen Position zu spielen - und das in so einer Liga. Da muss man dann auch damit leben können, wenn etwas einmal nicht ganz so funktioniert.

Welche Spieler nehmen in der Mannschaft eine Führungsrolle ein?
Sicherlich spielen da unsere Torhüter eine wichtige Rolle, Sebastian Preiß im Abwehrzentrum und es wird auch sehr auf die Spieler auf den Halbpositionen ankommen. Sowohl in der Deckung als auch vorne, wo sie eine robustere Gegenwehr erfahren werden. Entscheidend wird auch sein, inwieweit Ole Rahmel an seine Leistungen der vergangenen Jahre anknüpfen kann. Aber im Endeffekt brauchen wir alle.

Erstmals werden die Zuschauer in der Hiersemann-Halle Bundesliga-Handball zu sehen bekommen. Welche Unterstützung erwarten Sie von der Tribüne?
Das werden wir sehen. Dummerweise ist ja jetzt noch Ferienzeit, weshalb viele Studenten und Schüler noch nicht wieder zurück sind, die ja sonst noch einmal besonders auf das Stimmungs-Gaspedal treten. Ich hoffe, dass die Leute nicht primär zum Zuschauen kommen, sondern in der wichtigen Phase die Mannschaft nach vorne peitschen und uns auf diesem Weg helfen.