Diese wiederum sind nach ihrem einjährigen Gastspiel in der B-Klasse sofort wieder als Meister in die A-Klasse zurückgekehrt. Das letzte Aufeinandertreffen in einem Punktspiel war in der Spielzeit 2003/04. Damals hatte die SpVgg nicht den Hauch einer Chance. Mit 0:5 und 1:4 gingen die "Trubier" unter und stiegen als Tabellen-14. mit 31 Punkten aus der Kreisklasse ab. Egloffstein rettete sich durch die beiden Siege damals auf Platz 12 und verpasste im Folgejahr als Vizemeister den Aufstieg in der Relegation - und somit den größten Vereinserfolg.

Spaß am Fußball zurückbringen


Alles Schnee von gestern, meint Urgestein Jürgen Grasser (55), der seit dieser Saison den SCE trainiert: "Leider schafften wir trotz vieler Talente nie den Sprung ins Kreis-Oberhaus. Aber meine Konzentration gilt dem Hier und Jetzt." Grasser hatte seinen Heimatverein schon einmal von 1999 bis 2001 in der Kreisklasse trainiert. Er befürchtet schwere Zeiten für Egloffsteins Kicker: "Wir haben durch den Abstieg und dem damit verbundenen Abgang vieler Stammspieler, die dem vorigen Übungsleiter folgten, einen kaum zu verkraftenden Aderlass. Jetzt ist der Zusammenhalt und nicht der Erfolg das Wichtigste. Die Jungs müssen wieder Spaß beim Spielen haben und wir wollen uns im gesamten Verein konsolidieren."
Eine Saison mit Fokus auf die Aufbauarbeit lasse sich nicht am Tabellenplatz messen, wenngleich jedoch genügend Potenzial übrig geblieben sei, um für Überraschungen sorgen zu können. Sollte unerwartet mehr möglich sein, wäre das nächste Ziel ein Platz unter den ersten Fünf. Grasser bleibt sachlich: "Die Vorbereitung war nicht berauschend, der Auftakt auch nicht. Außer der Erfahrung, die einige meiner Spieler besitzen, und den Heimvorteil können wir derzeit nicht viel in die Waagschale werfen." Mit dem urlaubenden Adrian Cichon, sowie den beiden angeschlagenen Michael Porisch und Jakob Schäfer, die bis Samstag noch fit werden sollen, spricht Grasser auch gleich die Hauptmisere an: "Wenn bei einem 15-köpfigen Kader zwei oder drei Leute ausfallen, bist du erledigt."

Viele Ausfälle in Obertrubach


Ähnliche Töne sind auch im Obertrubacher Lager zu hören, denn mit Dirk Diedering und Matthias Reichel (beide Muskelfaserriss) verletzten sich kürzlich ausgerechnet zwei Routiniers beim Obertrubacher Gemeindepokal. Außerdem fliegen am Samstagmorgen Dominik Wieczorek, Marco Chlebowski, Maximilian Arnold und Timo Reichel in den Mallorca-Urlaub. Am schwerstem dürfte jedoch wiegen, dass Spielertrainer Claus-Peter Härtl ebenso wie wahrscheinlich Christopher Klempf trotz größter Mühen keine Freigabe von seinem Arbeitgeber erhält.
In die Nöte der SpVgg mischt sich Verstimmung, allerdings aus anderen Gründen. Vereinschef Mirco Reichel ist verärgert über die Haltung der Gastgeber: "Wir haben mehrfach in Egloffstein angefragt und wegen unserer personellen Situation um eine Spielverlegung gebeten. Andererseits hatten wir ja auch frühzeitig zum Termin am Samstag zugestimmt, damit der SC eine Sportveranstaltung durchführen kann. Zu diesem Zeitpunkt waren uns die massiven Ausfälle und Urlaubspläne noch nicht bekannt, aber Egloffstein stellt sich jetzt einfach stur." Dieses Verhalten könne er vor allem deshalb nur schwer nachvollziehen, weil Obertrubach im Vorjahr sogar einem Tausch des Heimspielrechtes mit Egloffsteins Reserve zustimmte, damit eine andere Veranstaltung über die Bühne gehen konnte: "Wir kommen den anderen immer entgegen und sind selbst die Dummen."

Zur Not müssen AH-Spieler ran


Trainer Claus-Peter Härtl schlägt in die gleiche Kerbe: "Wenn man keine Reserve mehr hat und auf jeden Spieler angewiesen ist, dann hofft man schon darauf, dass der Gegner sich fair verhält. Ich bin bitter enttäuscht vom SC." Der 43-jährige gebürtige Pegnitzer wird nun von den verletzten Dirk Diedering und Matthias Reichel vertreten und gibt sich kämpferisch: "Wir hätten jeden anderen Termin akzeptiert. Nun müssen wir halt alles, was wir haben, zusammenkratzen und uns wohl mit AH-Spielern behelfen. Aber wir werden mit elf Leuten auflaufen und es ist für uns sicherlich eine zusätzliche Motivation". Es ist also zusätzlicher Pfeffer im Derby.