Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) ist in München, als er von der Nachricht des Tages erfährt: Siemens rückt endlich mit den Plänen für die Erweiterung seines Standorts in Forchheim raus. Der Siemens-Sektor "Healthcare" baut auf der bisherigen Parkfläche zwischen dem Firmengelände in der Siemensstraße und dem Main-Donau-Kanal einen Neubau mit einer Gesamtfläche von rund 40.000 Quadratmeter. Die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres 2013 beginnen. Zwei Jahre später sollen die neuen Räumlichkeiten bezugsfertig sein.

Nach der Fertigstellung des Neubaus sollen insgesamt rund 750 Healthcare-Mitarbeiter von Erlangen nach Forchheim umziehen. Hintergrund dieses Umzugs sei einerseits die Zusammenführung von Standorten der Geschäftseinheit Röntgenprodukte. In erster Linie sollen aber vor allem die IT- und Softwaremitarbeiter näher an Entwicklung und Produktion der Medizintechnik in Forchheim herangeführt werden, um die Zusammenarbeit effizienter und effektiver zu gestalten. Heute sind diese IT-Mitarbeiter des Sektors Healthcare in Erlangen auf mehr als 20 Gebäude in der Hugenottenstadt verteilt.

"Das Gebäude ist für mehr Menschen ausgelegt, als für die 750 Mitarbeiter, die tatsächlich aus Erlangen kommen", sagt Siemens-Sprecher Ulrich Künzel. "Das ist eine einmalige Aktion in dieser Größe", so der Konzern-Sprecher weiter.

Folgen für nächste Dekade

"Für Forchheim ist diese Entscheidung sehr gut", sagt Oberbürgermeister Stumpf. Die Standort-Erweiterung sei Ergebnis einer gemeinsamen Arbeit zwischen den Siemens-Mitarbeitern und der Politik in Forchheim. Stumpf rechnet mit positiven Folgen dieser Entscheidung für die Stadt. "Die Verlagerung der 750 Mitarbeiter von Erlangen nach Forchheim wirken sich nicht kurzfristig von einem Jahr zum anderen aus", so der Oberbürgermeister weiter. "Das wird Folgewirkungen in den nächsten zehn Jahren haben", betont Stumpf.

Einerseits werde die Einwohnerzahl der Stadt nicht sinken. Andererseits werden die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Stadt steigen. Außerdem werde durch die Erweiterung der Standort Forchheim langfristig gesichert. Für Stumpf lautet die simple aber entscheidende Gleichung: "Je mehr Siemens-Mitarbeiter in Forchheim sitzen, desto geringer ist die Gefahr, dass der Standort irgendwann mal aufgelöst wird."

Schöner Nebeneffekt der neuen hochwertigen Arbeitsplätze: Die Stadt kann mit steigenden Steuereinnahmen rechnen. "Das ist ein Segen für Forchheim", sagt Stumpf. In dem neuen Gebäude werden nicht nur Büroräume untergebracht. Es sollen auch Entwicklerarbeitsplätze entstehen. Hinzu kommen Räume zum Testen und Prüfen der Geräte, sowie Ausstellungsräume für die in Forchheim ansässigen Geschäftseinheiten AX (Angiographie und Interventionelle Röntgensysteme), CR (Computertomographie und Radioonkologie), RS (Runderneuerte Systeme) und XP (Röntgenprodukte). Hinzu kommt außerdem ein Konferenzzentrum und eine zweite Kantine für die Siemens-Mitarbeiter am Standort Forchheim. "Das wird ein schönes neues Gebäude mit großen Fenstern zum Kanal", verspricht der Siemens-Sprecher. Detaillierte Pläne gebe es allerdings noch nicht.

Auch für die Parkplätze sucht man noch nach Lösungen. Während der Bauphase soll es ein Provisorium geben. Aber für schnöde Stellplätze wird der Technologie-Konzern sicher spielerisch eine Lösung finden.