"Glühwein oder Punsch", fragt Elisabeth Staudinger und rückt ihre Nikolaus-Mütze zurecht. "Die Kollegen hatten im letzten Jahr die Idee, mit einem Weihnachtsmarkt für die Mitarbeiter gleichzeitig Geld für die Lebenshilfe zu sammeln", erzählt Staudinger, die den Unternehmensbereich Refurbished Systems (hier werden aus gebrauchten wieder moderne Medizingeräte gemacht) in Forchheim leitet. "Wir verteilen hier kostenlos Glühwein und Punsch, Lebkuchen und Plätzchen an die Mitarbeiter. Wir hoffen natürlich auf eine Spende. Im letzten Jahr sind über 6000 Euro zusammengekommen", erzählt Elisabeth Staudinger. "Wir hoffen, dass wir das in diesem Jahr noch toppen können."



Mitten im Schneegestöber auf dem Siemens-Gelände steht auch Wolfgang Badura und balanciert eine heiße Glühwein-Tasse in den Händen. "Wir durften sogar alle Buden für den Weihnachtsmarkt hier bauen", sagt der Geschäftsführer der Lebenshilfe-Werkstätten. "Außerdem können wir hier all unsere Produkten anbieten", freut sich Badura. Mit der Spende der Siemens-Mitarbeiter will er heuer pädagogische Lernmaterialien kaufen. Noch wichtiger für die Lebenshilfe sei die enge Kooperation zwischen Siemens und der Lebenshilfe. "Wir bekommen sogar Produktionsaufträge von Siemens. Das ist sehr wichtig für uns", sagt Badura.

Jürgen Resch spielt nach Gehör
Insgesamt rund 1800 Menschen beschäftigt Siemens allein in Forchheim. Einige genießen in der Mittagspause die winterliche Atmosphäre auf dem Weihnachtsmarkt. Für die passende Stimmung sorgt Jürgen Resch.
Der blinde Mitarbeiter der Lebenshilfe spielt am Piano die schönsten Weihnachtslieder. Wie er das macht? Ganz ohne Noten? "Ich habe meinen eigenen Fingersatz. Und ich versuche immer die nächsten Töne im Kopf vorzuprogrammieren. Und dann lege ich die Finger so drauf." Normalerweise sitzt Resch in der Telefon-Zentrale der Lebenshilfe und leistet tolle Arbeit.

"Das ist ein schöner Job." Vor allen Dingen sei es abwechslungsreich, weil er immer mit verschiedensten Leuten und Charakteren sprechen müsse. Das gute Umfeld und die netten Kollegen seien aber genauso wichtig. "Zur Not sind alle bestens für mich da." Manchmal brauche man er eben ein bisschen Hilfe. Beim Klavierspielen braucht Jürgen Resch sicher keine helfenden Hände.