Auf vier Millionen Euro beziffert Architekt Volker Rosbigalle die Kosten für die Bauwerks-Sanierung am Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim. Hanfried Sebrantke nannte 2,1 Millionen Euro für die Bereiche Heizung, Lüftung, Sanitär. Und Robert Engelmann vom Ingenieurbüro Wißmeier aus Heroldsberg sprach bei der jüngsten Sitzung des Kreis-Bauausschusses von 1,22 Millionen Euro für die Ertüchtigung der Elektroanlagen.

Architekt Stefan Schwarzmann aus Hollfeld veranschlagte für die Sanierung des Klassentraktes und der Außenfassade der Realschule Gräfenberg rund 3,2 Millionen Euro. Und Jochen Hinz von Baur-Consult bereitete die Kreisräte darauf vor, dass die Sanierung der Realschule Forchheim 14,5 Millionen Euro kosten könne.

Nicht die Wahrheit gesagt?

Das war mehr als CSU-Fraktionssprecher Edwin Dippacher vertragen konnte. "Nochmal eine Kostensteigerung verkraft' ich net", stöhnte Dippacher, dem sich Vergleiche mit einem bekannten Flughafen aufdrängten. Angesichts der wiederholten Kostenmehrungen argwöhnte der Kommunalpolitiker, dass an die Sanierungsprojekte zu optimistisch herangegangen wurde.

Alles auf den Prüfstand

Oder drastischer formuliert: "Hat man uns von Anfang an nicht die Wahrheit gesagt, weil das Gesamtpaket sonst wohl nicht in dieser Form geschnürt worden wäre?" Schließlich dürften über der Sanierung der Schulen die anderen Aufgaben des Landkreises nicht vernachlässigt werden.

Michael Hofmann (Junge Bürger) zeigte sich verwundert, dass ihm niemand sagen konnte, wie denn die erneute Kostensteigerung begründet sei. "Wir sind bei der Sanierung der Realschule von neun Millionen Euro ausgegangen und liegen jetzt bei 14,5. Das ist eine Steigerung von 50 Prozent." Daher forderte er die Projektbetreuer auf, sich Gedanken zu machen und Vorschläge zu unterbreiten, wo denn überhaupt noch gespart werden könne. Dabei müsse alles auf den Prüfstand, angefangen vom Fußbodenbelag bis zur Innenausstattung.
 
Euphorie ist verflogen

Willi Müller (CSU) stellte fest, dass die euphorische Grundstimmung in den Kreis-Gremien einer tiefen Ernüchterung gewichen sei. "Wir haben geglaubt, dass wir durch die Generalsanierung der Schulen in den nächsten 20 Jahren erhebliche Einsparungen erzielen könnten." Davon sei nun keine Rede mehr.

"Welches Mittel hat denn der Bau- und Verkehrsausschuss oder der Kreistag überhaupt noch, um Einsparungen zu erzielen, die Aufwendungen nach unten drücken können? Wie weit wollen die Architekten den Bogen noch spannen, bis er reißt", fragte Edwin Dippacher. Er beschäftige sich schon einige Zeit mit der Frage, was die Politik denn überhaupt noch tun könne, aber "ich bin bis heute nicht schlauer geworden". Was sich die Kreistags-Politiker wünschen, verdeutlichte Michael Hofmann anhand des Sanierungskonzeptes von Volker Rosbigalle. Der hatte die Kosten bei den Trockenbau-Arbeiten am Ehrenbürg-Gymnasium reduzieren können, indem er genau definierte, welche Platten er verwenden will, und mit dem Hersteller verhandelte, zu welchen Konditionen das Material geliefert werden kann, wenn er davon 3000 Stück abnimmt. So lasse sich eine hohe Zielschärfe bei den Preisen erreichen, hatte Rosbigalle erläutert.

"Sie haben unseren Unmut mitbekommen", wandte sich Hofmann an den Projektsteuerer Michael Unverdorben. Der Kreisrat fürchtete, dass sich der Landkreis einen Standard leiste, den er sich nicht leisten könne. Notfalls müsse der Standard eben nach unten korrigiert werden, mahnte Hofmann an. "Nicht, dass beim nächsten Mal die Kosten wieder höher sind."