Fünf Wochen lang hat das Team von Nico Schönherr am Dachstuhl des neuen Katharinenspitals gezimmert. Am Freitag kamen 150 Gäste, um dem Richtspruch von Zimmerer Schönherr zu lauschen. Nachdem dann Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) symbolisch den letzten Nagel ins Gebälk geschlagen hatte, lud er die Besucher im Namen der Vereinigten Pfründnerstiftung zu einem Imbiss auf der Baustelle ein.

Dem Richtfest in der Bamberger Straße 3-5 war ein Gottesdienst vorangegangen, denn es wurde am Freitag nicht nur der Baufortschritt der Seniorenwohnanlage zelebriert - am selben Tag war auch Kathreinfeier. Kirschstein erinnerte daran, dass die Heilige Katharina auch Schutzpatronin der Bildung sei. Das passe insofern gut zu dem Neubau, weil sich gleich in der Nachbarschaft die Stadtbücherei befinde; und weil in der neuen Seniorenwohnanlage ein Stadtteiltreff inbegriffen sei, "also eine Bildungseinrichtung", sagte Uwe Kirschstein.

Mehr Freiheit

Unter den Gästen war auch Alt-Oberbürgermeister Franz Stumpf, der das Projekt in seinen letzten Amtsjahren vorangetrieben hatte. "Ich bin stolz auf das schöne Gebäude", sagte Franz Stumpf - "und ich bin auch stolz, dass es in der Bevölkerung angenommen wird". Die Seniorenwohnanlage mit ihren flexiblen Angeboten bedeute eine "Verbesserung der Pflege in der Region". Auf Bestellung könnten die Bewohner künftig die Pflege anfordern: "Dadurch gewinnt der Einzelne mehr Freiheit, weil er nicht mehr darauf angewiesen ist, was eine Hausordnung vorschreibt."

Zufrieden äußerte sich auch die städtische Architektin Sigrun Wagner über die Entwicklung des 11,3-Millionen-Euro-Projektes. Im Januar 2019 sollen die ersten Bewohner in die Mietwohnungen einziehen. "40 der 55 Wohnungen sind bereits reserviert", sagte Wagner.

Damit sind für Alt-OB Stumpf auch sämtliche Zweifel ausgeräumt, ob das Projekt für die Pfründnerstiftung zu riskant kalkuliert sein könnte. "Das System der Pfründnerstiftung wird häufig nicht richtig erkannt", meinte Stumpf am Rande des Richtfestfeier. Das Ärztehaus sei in drei Monaten voll, daher habe die Stiftung damit keine Belastung mehr. "Die Mieteinnahmen im Katharinenspital können zur Tilgung der Schulden genommen werden, da gibt es kein Risiko", sagte Franz Stumpf. Dennoch gab es gestern auch Kritik an dem Wohnprojekt. Wie schon in der Planungsphase, bemängelte der CSU-Stadtrat Günther Bundgaard die Raumaufteilung in der Seniorenwohnanlage. Hier entstünden zu viele kleine Einzelzimmer. Sinnvoller wäre es gewesen, Raum für Wohngemeinschaften zu schaffen.