"Es ist Unsinn", sagt die Vernunft in Erich Frieds Gedicht über die Liebe. "Es ist wert, sich darauf einzulassen in jedem Lebensalter und nach jeder noch so schmerzvollen Erfahrung", sagt Barbara Forster. "Es ist was es ist", sagt die Liebe, heißt es bei Fried. Die Meinungen gehen also auseinander.
Barbara Forster hat in ihrem neuen Buch die Liebe und den dazugehörigen Kummer ein wenig genauer betrachtet. "Rezepte gegen Liebeskummer" sei "ein Buch, das geht in die Tiefe, es gibt kein Versteckspiel, denn nur dann kann sich was verändern", sagt die Autorin aus Forchheim. Der Leser soll an einen Ort gebracht werden, an dem er vielleicht schon sehr lange nicht mehr war oder wenn doch, dann nur auf Stippvisite: Zu sich selbst.
Neben kleinen Episoden aus ihrem eigenen Leben, Beobachtungen aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis und dem ganz normalen Alltag finden sich in diesem Buch immer wieder praktische Tipps und Tricks. Aufgeteilt in Langzeit- und Notfall-Rezepte sollen sie dem Leser helfen, sich selbst, aber auch den Partner und die Liebe besser zu verstehen.

Mut und Offenheit


"Es ist nichts als Schmerz", sagt die Angst in Erich Frieds Gedicht. "Es ist was wunderschönes, sich zu verlieben. Habe den Mut, offen zu bleiben und weiter an die Liebe zu glauben", sagt Barbara Forster. Aber vorher muss ein wenig aufgeräumt werden. Ordnung im eigenen Leben oder genauer, im Gefühlsleben, muss her. Denn für die 51-jährige Forster sind es die "übersteigerten Erwartungen an den anderen und die mangelnde Verantwortung für sich selbst, woran Beziehungen oft zerbrechen".
Das Missverständnis, der andere solle mich glücklich machen, lasse Beziehung scheitern. Und damit gehe auch ein Stück Hoffnung auf das so oft gewollte, aber bisher nie erreichte Liebesglück verloren. Die Gefahr sei groß, endgültig eine Mauer um sich zu ziehen und sich nie wieder auf das "Schlachtfeld" der Liebe zu begeben, schreibt Forster. Davor möchte die Autorin bewahren und allen am liebsten zurufen: "Halt nein! Der Preis ist zu hoch. Es geht auch anders."

Der Stolz spricht


"Es ist lächerlich", sagt der Stolz bei Erich Fried. "Es ist wichtig, nicht alles ganz so ernst zu nehmen und auch mal lachen zu können", sagt Barbara Forster. Und sie weiß wovon sie spricht: "Man kann sagen, ich habe den Liebeskummer schon ein bisschen studiert - ich kenne mich aus", lacht Forster. So schreibe sie auch nur "über Dinge, die ich selbst erlebt habe und ins Positive wenden konnte". Ein erster Schritt, den Schmerz zu verarbeiten, sei, sich die Trauer nach dem Verlust einzugestehen. Die Gefühle bräuchten Raum, um verarbeitet zu werden und um für den nächsten Partner Platz schaffen zu können.
"Es ist aussichtslos", sagt die Einsicht bei Erich Fried. "Liebe ist Leben", sagt Barbara Forster. "Es ist was es ist", sagt die Liebe. Vermutlich haben alle drei recht. Einfacher wird die Sache mit der Liebe und dem Kummer dadurch aber auch nicht.