Für die Förderung eines neuen Kindergartens ist eine Bedarfsfeststellung und Anerkennung notwendig, erläuterte Bürgermeister Holger Bezold (FW). Wie die Verwaltung ermittelte, besteht konkreter Bedarf an Kita-Plätzen, die regulär nicht gedeckt werden können.

Grundsätzlich, erklärte Bezold, könnten im bestehenden Kindergarten nur 24 Krippenkinder und 70 Kindergartenkinder untergebracht werden. Im Dormitzer Schulhaus sind in einem Provisorium - befristet bis August 2019 - 28 weitere Kinder untergebracht. "Mit derzeit 116 Kindern, davon 25 Krippenkinder, sind selbst unsere provisorischen Kapazitäten ausgeschöpft und ein weiterer höherer Bedarf an Kitaplätzen wird schon in naher Zukunft benötigt", sagte Bezold.

In der Gemeinde findet eine stetige Nachverdichtung statt, Bezold verwies auf etwa drei Wohneinheiten pro Jahr. Im Baugebiet Am Brandbach sollen weitere 29 Wohneinheiten geschaffen werden. So ist zu erwarten, dass die Zahl der Kinder bis 2020 weiter ansteigt.

"Wir haben 2007 und 2012 den bestehenden Kindergarten aufgrund der großen Nachfrage erweitert und sehen dort keine Erweiterungsmöglichkeit mehr. Ein neuer Kindergarten mit zwei Gruppen ist deshalb dringend notwendig", betonte der Bürgermeister. Durch Bauleitplanungen und anstehende Ausweisung von Bauflächen und die Förderung von sozialem Wohnungsbau wird sich ein weiterer Bedarf ergeben. Wenn ein Puffer von zehn Prozent berücksichtigt wird, benötigt die Gemeinde 133 Kita-Plätze bis 2020. Bei Wegfall des Provisoriums 2019 stehen lediglich noch 94 Kindergartenplätze zur Verfügung.

Deshalb sei der Neubau eines weiteren Kindergartens zwingend erforderlich, appellierte Bezold an die Gemeinderäte. Die Regierung von Oberfranken ist allerdings im Hinblick auf eine Förderung nicht überzeugt und bezweifelt die Notwendigkeit einer zweiten Kindergartengruppe. Nach ihrer Auffassung wäre es sinnvoller, den bestehenden Kindergarten in seiner einheitlichen Konzeption zu belassen und für den aktuellen Bedarf eine neue Kita mit Kindergartengruppe und einer altersgemischten Gruppe zu errichten.

Der Gemeinderat beauftragte den Bürgermeister und die Verwaltung, mit der Regierung von Oberfranken eine Bedarfsplanung und Kindergartenkonzeption so abzustimmen, dass eine höchstmögliche Förderung für einen zweigruppigen Kindergarten zu erhalten ist.


Wildwuchs von Plakaten vermeiden

Der Gemeinderat hatte, um einen Wildwuchs von Plakatierungen und Werbeflächen zu unterbinden, die Firma Pato-Concept eingeladen, ihr Plakatierungskonzept vorzustellen. Alexander Kursawe erläuterte den Räten in einer kurzen Präsentation sein Konzept. Saubere und professionelle Plakatierung verspricht er. Kursawe lässt die Plakatständer in der Lebenshilfewerkstatt fertigen. Die Aluminiumständer sorgen für ein einheitliches Bild. Für die örtlichen Vereine stellt er freie Kontingente zur Verfügung. "Illegale Plakatierung wird schnellstmöglich entfernt", versprach er.

Der Gemeinderat vergab den Plakatierungsauftrag für die nächsten vier Jahre an die Firma aus Forchheim und ermächtigte Bürgermeister Bezold mit der Vertragsschließung.


Neues Feuerwehrfahrzeug

Voraussichtlich im November wird das neue Feuerwehrfahrzeug LF10 an die Feuerwehr ausgeliefert. Das alte Fahrzeug LF8/6 sollte dann verkauft werden. Die mit der Dormitzer Wehr befreundete Feuerwehr Unterliezheim (Kreis Dillingen) hat Interesse bekundet. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden vergleichbare Fahrzeuge zwischen 14.000 und 18.000 Euro gehandelt, erklärte der Bürgermeister. Der Gemeinderat fasste einstimmig den Beschluss, den LF8/6 nach Lieferung und Einsatzbereitschaft des neuen Fahrzeuges zu einem marktgerechten Preis an die Feuerwehr Unterliezheim zu veräußern.


Wohnungsbau Gewo-Land

Zur erneuten Beratung vorgelegt wurde den Gemeinderäten der Vertrag zur Bildung der interkommunalen Wohnungsbaugenossenschaft Gewo-Land. Die Kommunalaufsicht hatte einige Änderungen angeregt. Unter anderem, so erklärte Sachbearbeiter Kai Wellmann aus der Rechtsabteilung, sieht die Gesellschaftervereinbarung vor, dass Gesellschafter, die keine Flächen von der Gewo-Land bebauen lassen, jährlich einen Verwaltungskostenzuschuss in Höhe von 500 Euro bezahlen, um ein wirtschaftliches Arbeiten der Gesellschaft sicherzustellen. Diese Änderung wurde vorgenommen, weil viele der beteiligten Gemeinden nicht planen, sofort zu bauen.

Diese Ungleichbehandlung hätte dazu geführt, so die Kommunalaufsicht, dass Gemeinden, die bauen, anteilig die Verwaltungskosten tragen müssten und vorerst bauunwillige Gemeinden keine Kosten hätten. Der Verwaltungskostenzuschuss entfällt, sobald die Gemeinde ein Grundstück zur Bebauung eingebracht hat. Die vorgenommenen Änderungen am Vertragsentwurf erfordern deshalb eine erneute Beschlussfassung, erklärte Wellmann. Mehrheitlich beauftragte der Gemeinderat Bürgermeister Bezold, den Gesellschaftsvertrag und die Gesellschaftervereinbarung zu unterzeichnen sowie den Geschäftsanteil in Höhe von 5000 Euro zu erwerben.