Wie schon 2015 hat das Amt für Jugend, Familie und Senioren des Landratsamtes Forchheim in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden eine Befragung von Eltern mit Kindern unter sechs Jahren zur Kindertagesbetreuung durchgeführt. Insgesamt wurden 6000 Fragebögen versandt. Martin Hempfling vom Amt für Jugend und Familie war in der Sitzung zugegen, um über die Ergebnisse dieser Elternbefragung in Bezug auf Poxdorf zu berichten. Die Rücklaufquote lag hier mit 50,6 Prozent geringfügig über der des Landkreises (49,8). Abgefragt wurden etwa die Familienform, in der die Kinder aufwachsen, Wünsche zu den Betreuungszeiten und zum pädagogischen Konzept der Einrichtung. Die Bedarfsberechnung ergab, dass für Kinder unter drei Jahren 32 Plätze benötigt werden und für die "Regelkinder" mindestens 53. Das ist laut Martin Hempfling ein im Landkreis überdurchschnittlich hoher Bedarf.

Negativtrend gestoppt

Insgesamt sei festzustellen, dass der Negativtrend bei der Geburtenrate gestoppt sei und in Zukunft der Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen weiter steigen werde. Speziell für Poxdorf wären in Zukunft wohl zwei Krippengruppen und drei Kindergartengruppen erforderlich. Bürgermeister Paul Steins (CSU) verwies auf die elf Häuser, die demnächst im neuen Baugebiet Am Mühlweiher entstehen werden. Auch in den Irrlenwiesen gebe es noch etliche freie Bauplätze.

Kindergarten 36 Jahre alt

Der Kindergarten ist jedoch 36 Jahre alt. Er müsste nicht nur vergrößert, sondern auch saniert werden, was circa 1,7 Millionen Euro kosten würde. Deshalb, so Steins, sei zu erwägen, ob man nicht einen um zwei Räume vergrößerten Neubau auf dem nicht mehr benötigten Sporthartplatz neben der Schule ins Auge fassen solle. Für einen Neubau gebe es Fördergelder. Die sowieso anstehende Entsorgung des Hartplatzes sei dann Teil der Neubauarbeiten. Während dieser Arbeiten könne der Regelbetrieb der Kita aufrechterhalten werden. Außerdem könne das gemeindeeigene Grundstück der alten Kita als Baugrund verkauft werden. Mit dem Standort Hartplatz konnten sich nicht alle Räte gleich anfreunden. Als Alternative wurde der Beachvolleyballplatz hinter der Schule genannt. Schließlich wurde mit einer Gegenstimme beschlossen, eine Kostenabschätzung für einen auf sechs Gruppen zugeschnittenen Kita-Neubau auf dem Hartplatz oder einem anderen Standort in Auftrag zu geben. In der Oktober-Sitzung soll eine Entscheidung getroffen werden. Bis dahin sollen auch im Gespräch mit dem Landratsamt die Fördermodalitäten geklärt werden.

Altes Raiffeisenhaus

Seit langem macht man sich in Poxdorf Gedanken darüber, was mit dem alten Raiffeisenhaus gegenüber der Kirche geschehen soll. Viele Bürger betrachten das baufällige Gebäude als Schandfleck. Bürgermeister Steins sprach sogar von einem Stein, der ihm am Hals hänge. Bisher wurde diskutiert, ob man anstelle des Raiffeisengebäudes nicht ein kombiniertes Feuerwehrhaus/Bürgerhaus bauen solle, mit einem Saal für Feste, Veranstaltungen und Bürgerversammlungen. In der Sitzung im Juli hatte der Bürgermeister die Fraktionen aufgefordert, Vorschläge für die Nutzung des Gebäudes zu sammeln. Zwischenzeitlich hatte auch die Verwaltung eine Raumanalyse erarbeitet, in der aufgezeigt wurde, welche öffentlich genutzten Räume in Poxdorf zur Verfügung stehen und welche Räume im ehemaligen Verwaltungstrakt der Schule mit wenig Aufwand zur Nutzung für Senioren, Vereine, Volkshochschule oder private Feiern umgestaltet und mit einem neuen Zugang an der Gebäudeseite Schulstraße versehen werden könnten. Im Übrigen war auch schon im Isek-Projekt erwogen worden, Teile der Grundschule zum Bürgerzentrum umzubauen. Die Diskussion der Vorschläge ergab, dass die vorhandenen Räume unbedingt genutzt werden sollten. In dem auf dem Raiffeisengelände neu zu errichtenden Feuerwehrhaus/Bürgerhaus müsste dann für den öffentlichen Bedarf lediglich ein circa 140 Quadratmeter großer Bürgersaal mit einem abtrennbaren, 30 Quadratmeter großen Trauzimmer untergebracht werden, dazu noch eine Küche und ein Raum zum Abstellen von Stühlen und Tischen. Das übrige Gebäude stünde dann der Feuerwehr zur Verfügung. Das alles ist aber - darüber waren sich alle einig - Zukunftsmusik. In absehbarer Zeit würde das nicht angepackt werden können. Sollte das Raiffeisengebäude bis dahin am Ortseingang als Ärgernis für viele weiterbestehen? Oder sollte man es abreißen lassen und dort zunächst eine öffentliche Grünfläche anlegen? Bei zwei Gegenstimmen wurde die Verwaltung von der Mehrheit der Räte beauftragt, eine Kostenschätzung einzuholen für den Gesamtabriss beziehungsweise nur für den Abriss der baufälligen Rampe.