Die Störungen auf der Gräfenberg in diesem Jahr haben nun auch den Landrat des Kreises Erlangen-Höchstadt) Alexander Tritthart, auf den Plan gerufen. Er hat zur Situation der Gräfenbergbahn ein Schreiben an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verfasst.

Die Gräfenbergbahn führt von Nürnberg-Nordostbahnhof durch den östlichen Landkreis Erlangen-Höchstadt nach Gräfenberg im Kreis Forchheim. Die seit 25. November andauernden Bauarbeiten an einem aufgeweichten Bahndamm zwischen Kalchreuth und Eschenau haben laut Tritthart "erhebliche Auswirkungen" auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im östlichen Landkreis Erlangen-Höchstadt, insbesondere auch auf die Schülerbeförderung. "Alleine schon durch den Schülerverkehr gilt die Gräfenbergbahn als wichtigste Verkehrsachse für die Landkreisgemeinden im Erlanger Oberland, Heroldsberg, Eckental und Kalchreuth", schreibt der Landrat an den Minister.


Die Mängelliste

Bereits seit September, so listet Tritthart auf, traten auszugsweise folgende Störungen auf der Gräfenbergbahn auf, die zu massiven Problemen bei der Fahrgastbeförderung und zu erheblicher Unzufriedenheit bei den Fahrgästen führte, die die Nutzer "so nicht mehr hinnehmen" würden: 20. September technische Störung/Schienenersatzverkehr, 4. November Fahrzeugstörung/Beeinträchtigungen, 6./7. November technische Störung Bahnübergang/Beeinträchtigungen und Schienenersatzverkehr, 14. November Stellwerksausfall Heroldsberg/Schienenersatzverkehr, 16. November Störung an der Strecke/Sperrung/Schienenersatzverkehr, 23./24. November Störung am Gleis/Schienenersatzverkehr.

"Aus diesem Grund bitte ich Sie eindringlich, diese wichtige Schienenstrecke schnellstmöglich wieder befahrbar herzustellen", schreibt Alexander Tritthart. Laut Mitteilung der Deutschen Bahn sollen die Bauarbeiten noch bis Sonntag, 10. Dezember, andauern. "Falls es hier zu Verzögerungen kommen sollte, bitte ich frühzeitig um Mitteilung eines verlässlichen Endtermins der Bauarbeiten", heißt es im Schreiben aus dem Landratsamt Erlangen weiter. Außerdem bittet der Landrat um "regelmäßige Informationen bezüglich des Fortgangs der Bauarbeiten", damit eine schnelle Informationspolitik gewährleistet ist.


Kapazitäten reichen nicht

Für die Einrichtung des Schienenersatzverkehrs ist die Deutsche Bahn zuständig. Die derzeitigen Kapazitäten der eingesetzten Busse seien bei weitem nicht ausreichend für die ersatzweise damit zu befördernden Fahrgäste, vor allem in der Hauptverkehrszeit, insbesondere was die Schülerbeförderung anbelange. Es komme zu erheblichen Verzögerungen und es sei nicht sichergestellt, dass die Schüler ihren Unterricht pünktlich erreichten.

"Diese unhaltbaren Zustände sind für die Schüler, Eltern, die Schulen und für Pendler unerträglich", moniert der ERH-Landrat. Er bittet den Innenminister, die Kapazitäten der Busse für den Schienenersatzverkehr umgehend so zu organisieren, dass ein reibungsloser Ablauf der Schülerbeförderung und der Pendlerströme gewährleistet ist.

In die gleiche Kerbe schlagen auch die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Anette Kramme (Bayreuth/Forchheim) und Andreas Schwarz (Bamberg/Forchheim). In einem Schreiben an den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn beim Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, fordern die beiden SPD-Politiker, "auf der Strecke schnellstmöglich wieder zum geregelten Eisenbahnverkehr zurückzukehren sowie endlich den zuverlässigen Betrieb der Gräfenbergbahn sicherzustellen." Ein völlig überfüllter Schienenersatzverkehr und laut Kramme und Schwarz drei Stunden für den einfachen Weg zur Arbeit seien für niemanden hinnehmbar.

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