"Wir müssen gemeinsam miteinander unser Leben lebenswert machen", fasste es Peter Landendörfer (WG) in der Sitzung des Marktgemeinderates Heiligenstadt zusammen. Der Allgemeinmediziner, Marktgemeinderat, Lehrbeauftragte und Seniorenbeauftragte hatte zuvor aus den Händen des Bürgermeisters Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) das Ehrenwappen der Marktgemeinde Heiligenstadt erhalten.

Landendörfer bedankte sich und erläuterte die Gründe für sein außerordentliches Engagement. Seit seiner Ausbildung bei den Jesuiten hatte er sich deren Sozialprinzipien verschrieben, der Solidarität, der Subsidiarität und der Personalität. Solidarität bedeute, dass man sich als Stärkerer für den Schwächeren einsetzen müsse. "Subsidiarität heißt, dass die Oberen die Finger davon lassen sollen, wenn von unten was erledigt wird", erklärte Landendörfer. Und die Personalität sei ja im Grundgesetz verankert: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Der Geehrte erzählte weiter, dass er in der Studentenrevolte groß geworden war; in einer Kulturrevolution, in der man das Alte nicht mehr haben wollte. "Zur Zeit gibt es in unserer Gesellschaft viel Neues, für das man offen sein muss", meinte Landendörfer. Und auch in der Gemeinde stehen viele Aufgaben an. Nur gemeinsam könne man diese bewältigen.

Zuvor hatte Helmut Krämer kurz den Werdegang von Peter Landendörfer und sein vielfältiges Engagement für die Gemeinde beschrieben. 1976 war der Arzt nach Heiligenstadt gezogen, hatte seine Frau Maria geheiratet und ein Jahr später seine Arztpraxis gegründet. Peter Landendörfer ist Vorsitzender des Caritasverbandes im Landkreis Bamberg, Ehrenvorsitzender des Männergesangsvereins, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und Kenner der jüdischen Geschichte in der Region.


Lehrbeauftragter in München

Besonders liegen ihm die Senioren am Herzen und der Erhalt von Landarztpraxen. Er gründete eine Senioren- und eine Demenzinitiative. Als Lehrbeauftragter an der Universität München hält er Kontakt zu jungen Medizinern und lädt diese auch immer wieder in die Region ein, um sie für das Leben und Wirken am Land zu begeistern.

Für sein großes Engagement war er 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. 2016 hatte er aus den Händen der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Staatsmedaille für Verdienste um die Gesundheit und Pflege erhalten.