Blasmusik ist echte körperliche Arbeit und kann sehr anstrengend sein. "Nach einem Konzert sind wir ganz schön geschafft", sagt Jürgen Kupfer. Der Vorsitzende im Musikverein Pautzfeld kann dem aber auch etwas Positives abgewinnen: "Wir sparen uns so das Fitnessstudio."

Doch der sportive Faktor ist natürlich bei weitem nicht der einzige Grund, warum die Musiker regelmäßig zu den Proben erscheinen. Das Trompeten und Posaunen ist für die aktiven Mitglieder einfach auch ein großer Spaß.
"Wir pflegen die traditionelle Blasmusik", erklärt Katja Sperber, die im Musikverein seit drei Jahren den Ton angibt. Die Dirigentin will aber nicht, dass ihre Musiker nur Märsche spielen: "Natürlich spielen wir auch moderne Stücke. Man muss da einen Mittelweg finden."

Das Repertoire der Pautzfelder hat sich über die Jahre verändert. Anfangs gaben die Bläser nur Kirchenmusik zum Besten. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, nachdem die Bläsergruppe vor 40 Jahren von einem Geistlichen - Pfarrer Josef Büttel - ins Leben gerufen worden ist.


Kirchliches und Weltliches

"Ich versuche die moderne Literatur den Musikern näher zu bringen", sagt Sperber. Offenbar hat sie bei ihren Bemühungen Erfolg. Heute wechseln sich bei den Pautzfeldern kirchliche und weltliche Musik ab.
Dementsprechend breit ist ihr Repertoire inzwischen auch geworden: Prozessionsmusik, Polkas, Walzer, Filmmusik, Medleys oder Stücke aus der modernen Blasorchesterliteratur - das alles und noch viel mehr beherrschen die Musiker.

Besondere Bedeutung kommt dem traditionellen Herbstkonzert zu, auf das die Musiker lange hinarbeiten. Dafür nehmen sie sich auch die Zeit für ein intensives Probenwochende.
Heuer wird das jährliche Grillfest wegen der Jubiläumsfeierlichkeiten größer als sonst ausfallen. Vereinsfeste und Wallfahrten umrahmen die Pautzfelder ebenfalls musikalisch. Bereits zwei Kreismusikfeste hat der Verein, der Mitglied im Nordbayerischen Musikbund ist, schon veranstaltet.

Die Mitglieder des Vereins stammen nicht nur aus Pautzfeld und den umliegenden Ortschaften. Auch zwei Mitglieder aus dem mittelfränkischen Kalchreuth verschlägt es jeden Mittwoch in das Musikheim nach Pautzfeld.
"Unsere Besetzung ist schon etwas Besonderes für ein Blasorchester", sagt Katja Sperber, aber sie sagt das nicht ohne Sorgen: "Wir haben im Augenblick keine Flöte und kein Saxophon und nur einen losen Schlagzeuger."

Auch über ein paar neue Hörner im Pautzfelder Musikverein würde sich Katja Sperber sehr freuen. Ihre Hoffnung setzt die Dirigentin vor allen Dingen auf den Nachwuchs. Bereits ab etwa der dritten Schulklasse können Kinder ein Blasinstrument lernen.